Romadur sauer gelegt – ein echtes Schlemmermahl {Und ein paar regionale Schlemmer-Tipps rund um Käse}

Sauer gelegter Romadur © Liz Collet
Sauer gelegter Romadur © Liz Collet

Wer das Leben nicht schätzt,
der verdient es nicht.

Leonardo da Vinci

Und was gehört mehr zum Leben, als ein gutes Mahl?!?

Am wöchentlichen Mittwochsmarkt in Murnaus Guter Stube

gibt es jede Menge wunderbarer Zutaten dafür.

Mit dem richtigen bunten Schirmchen oder heiter stimmenden Radl-Batman-Cape kann einem auch der anhaltende Regen den Spass am Markttag nicht verhageln. Mit dem unterfliegt man jedes Radar und jeden Regentropfen eh. 😉

Batman-Radl-Regencape © Liz Collet
Batman-Radl-Regencape © Liz Collet

Allein beim Käse, wenn Claudia Bader mit ihrem Wagenstandl (weisses Standl, gelbe Markise im Bild)

 

und der Käseaffineur Thomas Breckle mit seinem Tisch unter dem weissen Sonnenschirm im Durchgang der kleinen Gasse stehend (im Bild links am Rand zu sehen) ihre köstlichen Käsesorten feilbieten und die Schlangen an Kunden das beste Gütesiegel für deren Qualität sind. Ob Schwarze Mamba oder Bergkäse Alpe Kanis oder gar englischer Cheddar, beim Thomas Breckle ist der Käse allein schon pur ein Genuss. Und was aus Claudia Baders feinen Käsesorten gezaubert werden kann, sei es mit Bockshornkleekäse oder Steinpilz-Pfifferling-Käse, das habe ich nicht nur HIER schon ausgeplaudert.

Nicht vergessen darf man aber, dass auch an den übrigen Tagen in Murnau und in der Region im Blauen Land und drumherum verlockend feine Käse hergestellt und angeboten werden.

1.

Besucher Ettals und des Klosters, in dem im kommenden Jahr die Landesausstellung 2018 stattfindet unter dem Titel „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ (mehr dazu auch HIER), werden wenige Schritte vom Kloster und der beeindruckenden Basilika entfernt die Schaukäserei Ammergauer Alpen entdecken. Bei Führungen (“Präsentationen”) kann jeder sehen und lernen, wie Käse hergestellt wird, den er im Verkaufsraum erwerben und im Brotzeitstüberl auch geniessen kann. In einigen der Murnauer Läden sind sie auch zu bekommen, wie der Ettaler Mandl Käse oder Ettaler Klosterkäse. Während im Laden in Ettal traditionell nur Barzahlung möglich ist (was ich persönlich sehr sympathisch finde), geht man mit dem Onlineshop und dort üblichen Zahlungsmitteln auch Wege, die manchen zeitgemässer erscheinen und – wenn auch in meinen Augen NUR – beim Online-Shopping auch unumgänglich sind.

Sauer gelegter Romadur © Liz Collet
Sauer gelegter Romadur © Liz Collet

Auch die eine oder andere weitere Quelle und Stelle wäre zu nennen, an der Sie Führungen mit dem Einkauf von feinem Käse verbinden können.

2.

In Lehern etwa die Schaukäserei, in der Hopferau nahe des Hopfensees, der auf einer hübschen Route von Murnau über den Pfaffenwinkel ins Ostallgäu liegt.

Und auf der so manche kulinarische wie kulturelle Schatzkästchen zu erwähnen und zu sehen sind, wie etwa die Rokoko-Perle in der Wies, das Welfenmünster und die wunderschöne Klosteranlage mit Kreuzgang und dörflichen kleinen Läden vor dem Kloster in Steingaden und das Kloster in Rottenbuch mit seinem Campanile und dessen drei Uhren im Klosterhof, der auch einige kleine Lädchen um sich und die Schule gruppiert. Doch zu solchen Schätzchen und mehr auf dieser und anderen Routen der Region, die auch über die Echelsbacher Brücke und ihre Fledermauskolonie führen und viele kulinarische Wegesschätzchen gern bei Führungen und an anderer Stelle mehr; bei denen Sie – anders als von Anwälten liebevoll aufgepäppelte kleine Batmans – nicht auf Mehlwürmchen als Delikatessen zurückgreifen müssen.

Jedem das Seine, Geschmäcker sind ja unterschiedlich. Und ungeachtet geteilter Liebe zu kleinen Batmans und lieber nicht geteilter Vorliebe mit deren Ernährung (auch wenn Insekten als neues Trendfood gehypt werden), ist das ja auch gut so. (Danke, lieber Christos Paloubis für dieses zauberhafte Foto, das alle Herzen Ihrer Timeline schmelzen und Katzenbilderbeliebtheit auf Platz 2 rutschen lässt)

Zurück zum Käse – nach diesem kleinen Aus.FLUG.Schlenker – nach und in Lehern: Die reine Heu-Milch wird in Lehern täglich von 8 Milchbauern aus dem Ortsgebiet Hopferau frisch an die Sennerei geliefert und dort zu Käse verarbeitet, also ein echt regionales Produkt.

3.

Eine weitere Schmankerlquelle für Käse ist die Bergkäserei Weizern, ebenfalls unweit des Hopfensees gelegen.

Beide -Lehern und Weizern – bieten auch Onlineversand an.

4.

Heumilchkäse und eine Reihe anderer feiner Käsesorten finden Sie aber auch in Murnau und nicht nur an den Mittwochsmarkttagen einige Schritte vom Markt und der Fussgängerzone entfernt, wenn Sie am Rathaus in die Schlossbergstrasse und dieser folgend zum Schlossmuseum hinauf schlendern. Wenige Schritte nach der Bäckerei Schröfele an der Ecke zur Ledererstrasse, die zur Weissbierbrauerei Karg führt, finden Sie den Schönegger Käseladen.

Almblütenkäse © Liz Collet
Almblütenkäse © Liz Collet

Neben Almblüten- und Heumilchkäse ist auch ein Heumilchromadur zu bekommen. (Mehr über die Käsesorten im Murnauer Käseladen HIER)

Romadur wie auch Limburger kann man nicht nur pur – auf Brot, zu Brezen, zu Pellkartoffeln oder kernigen und röschen Roggen-, Laugen– und Gewürzsemmeln geniessen.

Wie fest oder weich diese beiden Käsesorten sind, hängt von ihrer Reife ab und davon, ob und wie lange Sie diese – unter einer Käseglocke etwa – bei Raumtemperatur stehen lassen. ZU lange sollte man ihn allerdings nicht bei warmen Raumtemperaturen stehen  lassen, sonst kann es einem geschehen, dass er “davonläuft”. Oder – wie es scherzhaft heisst – stellt man ihn an einem warmen Tag morgens oben auf den Kühschrank, ist er mittags bereits auf dem Küchentisch angekommen. Andere Anekdoten ranken sich um freche kleine Lausdeandl, die  spitzbübisch vergnügt bei Tisch “Da ist der Wurm drin, da ist der Wurm drin” singen und trällern, während der Papi sein heissgeliebtes Limburger-Käsebrot schnabulieren möchte. Aber das ist wieder eine eigene Geschichte. Von der nur verraten sei, dass manche Väter zum Glück mehr Herz und Humor haben, selbst wenn ihnen der Appetit auf Limburger zumindest bei dieser einen Brotzeit vergangen sein mag. Und wenn manche Lausdeandl beim Essen nicht mehr singen durften, jedenfalls nicht, wenn Limburger oder Romadur auf den Tisch  kam. Lausdeandl, die sie aber waren, natürlich stattdessen eine gewisse Melodie dann mit blitzend-vergnügten Augen summten. Bis selbst der Papi – und das bis heute – dann in Gelächter ob solcher hinterLIZtiger Käsegenuss-Sabotage ausbrechen musste. Nehmen Sie aus dieser Geschichte neben dem Wert von Humor vor allem mit: Käse muss abgedeckt werden, wenn Sie keine unliebsamen Fleischeinlagen später darin finden wollen. Die allenfalls kleinen Batmans (siehe oben) schmecken könnten.

Und frechen Kindsköpfen singend oder summend diebisches Vergnügen bereiten.

Er ist viel schmackhafter, wenn man Limburger oder Romadur – wie Pressack – “sauer legt”, d.h. mit einem Dressing aus Essig, Öl, Zwiebeln, Salz und Pfeffer und frischem Schnittlauch serviert. So schmeckt er auch zu Brot, Laugengebäck und Semmeln, Salat, abgebräunten Semmel- oder Servietten- oder Brezenknödl und als Mahlzeit Zum Zwölfeläuten, wie heute.

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