Karottengemüse – und ein HOCH auf die 40 Tage Schlemmen {Cave! Provozierende Fastenfreiheit}

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Karottengemüse © Liz Collet

Ein leerer Magen
kann nicht gut springen,
ein voller Magen
überhaupt nicht.

Sprichwort

Mit diesem Sprichwort könnte man als goldene Regel auf einen Nenner bringen, wie Ernährung sein sollte: In Maßen. Und mit ausreichender Bewegung.

Dann wären Diäten (die nicht aus gesundheitlichen Gründen veranlasst sind und sein können) ebenso wie Fasten aus GEWICHTSgründen schlicht überflüssig.

Dennoch sind Diäten ganzjährig Dauerthema, allen Jojo-Effekten zum Trotz. Und allen ungesunden Folgen für Psyche der Menschen in der Eigenwahrnehmung und äusserlichen und auf Äusserlichkeiten beschränkten Darstellung. Ebenso wie aktuell das Fasten, das die einen beim Essen halten, andere auf andere Bereiche des Verzichtens anwenden oder erstrecken.

Seit Tagen ist es ein enervierendes Dauerthema in social media und Medien aller Art, ja gar im Alltag und real life. Die Penetranz, mit der einem mehr oder weniger gut bekannte Menschen mehr oder minder aufdringlich in ihrem (wohl hungertyphusbedingtem) Fastenrausch regelrecht Rechenschaft abverlangen, ob man denn nicht auch zu fasten gewillt sei, beim Essen, ist eine weitere Eskalationsstufe im Benehmen, im schlechten Benehmen derer, die anderen ihre Ethik zu allen möglichen Themen aufzuzwingen versuchen. Oder die – wie dieser Tage hier zu lesen – für sich selbst einfordern, dass man ihnen auf die Finger haue. Und weil das nicht so schön ist, wenn man allein auf die Finger gehauen bekommt, werden alle anderen um einen herum mit in Geiselhaft masochistisch eingeforderter Verbote genommen. Von mir aus kann der Journalist sich gern auf die Finger hauen lassen. Mein Kopfkino galoppiert und hat im Sinn, dass dafür ein zentnerschweres Eisenteil probates Werkzeug sein könnte, das aus 2 m Höhe auf die Hände des Verfassers dieses Artikels heruntersaust und selbigen die erwünschte Tortur verpasst. Es würde mit grösster Sicherheit bewirken, dass seine dussligen 10 Glubberl künftig weder nach Plastikteilen, noch nach der Tastatur greifen können. DAS erspart der Welt und Umwelt jede Menge Müll. In any sense. Ni X für U ngut.

Da geht es nicht nur um’s Essen. Und Essen-Fasten statt Essen-Fassen. Sondern ganz rundum überhaupt um Verzicht. In allen möglichen Bereichen versuchen selbsternannte Gscheidhaferl, die Besserwisser und Besseresser und Besser-Jetzt-Mal-Nix-Mehr-Esser, anderen ihre Lebensweise wenig weise aufzudrängen. Ungefragt und fragwürdig in mehr als einer Hinsicht.

Da geschieht es mir dieser Tage mehr als einmal, dass man mich mit einem schier rügenden Subton und indigniert hochgezogenen Augenbrauen fragt, als habe man ein Schulmädel im Grundschulalter vor sich und sei zudem erziehungsberechtigt, ob ich denn nicht das kleinste Bißchen Verzicht zu leisten bereit sei!?? Was denn, nein!?? Na, sowas!

Es würde mir – um das einmal voraus zu schicken – schwer fallen, auf die meisten Dinge zu verzichten, bei denen viele jetzt fasten.

Aus einem schlichten Grund: Ich brauche dazu nicht diese 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostern, um darauf zu verzichten – ich tue die meisten dieser Dinge 365 Tage im Jahr nicht: Ich rauche nicht, trinke kaum je Alkohol und wenn es alle paar Monate mal vorkommt, dann kaum mehr als ein Glas Wein. Ich habe seit mehr als 10 Jahren kein eigenes Auto, gehe also eh zu Fuss oder nutze öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad. Das alles habe ich auch weitestgehend getan, als ich noch ein eigenes Auto besass, einfach weil ich Radlfahren liebe.

Plastiktüten verwende ich seit mindestens 20 Jahren nicht mehr, das Einkaufssackerl ist immer im Aktenkoffer oder anderer Tasche dabei. Ich könnte den vierwöchigen Turnus für die Abholung der gelben Säcke meist 1-2 mal auslassen, bevor meiner mal wieder voll genug wäre.

Lebensmittel habe ich noch niemals vergeudet und weggeworfen, ich muss also nicht bei einer Aktion mitmachen, die dazu aufruft, jetzt 40 Tage keine Lebensmittel wegzuwerfen. Strom und Wasser wird ohnehin gespart, auch hier ist kein weiterer Verzicht machbar. Ich kaufe keine Fertiglebensmittel und -produkte und schon gar keinen Unfug wie Obst und Salat in Plastikbechern, habe noch niemals Coffee to go gekauft und daher auch keinen einzigen Coffee-to-go-Becher dem Müllberg hinzugefügt, der mit 300.000 Bechern pro Stunde in Deutschland allein daraus anfällt.

Auf ein neues Smartphone (jährlich oder überhaupt) muss ich nicht fastend verzichten – ich hatte und habe keines.

Die Liste liesse sich fortsetzen mit so allerlei der Dinge, die derzeit Menschen in ihr Fastenprogramm einschliessen. 40 Tage. Und dann oft genug nur eben 40 Tage lang. Danach – ist bei vielen alles wieder wie gehabt.

Ich hätte gern, dass ein paar Menschen mehr mal mindestens 40 Tage lang darauf verzichten, anderen ihre eigene Lebensphilosophien aufdrücken zu wollen und deren Lebensweise herabzusetzen. Chacun à son plaisir, jedem das Seine, solange er dem anderen damit nicht weh tut oder schadet. Aber ich verzichte darauf, ihnen das zu sagen. Manchmal nicht. Aber das hat dann andere Gründe – wie etwa in den Fällen, in denen aus rechtlichen Gründen oder aus Gründen der gebotenen Zivilcourage eine Situation es erfordert.

Für mich gibt es 365 Tage im Jahr jeden Morgen etwas, das ich mir für den Tag vornehme. Jeden Tag etwas, das ich bewusst hinzulerne und mit dem ich an mir arbeite. Beruflich, wie privat, schon immer. Auch Dinge, die man immer mal wieder selbst hinterfragt, ob und was man braucht oder nicht oder nicht mehr oder ändern kann und möchte. Auch bei lieb gewordenen oder bei Gewohnheiten überhaupt. Dazu gehört neben vielen anderen Dingen und Menschen, die täglich und das ganze Jahr Achtsamkeit wie Aufmerksamkeit verdienen, auch sich selbst gut zu sein und Gutes zu tun. Das zu tun, was einem selbst gut tut. Selbstdisziplin tut nicht nur an 40 Tagen gut. Sich etwas zu gönnen, gleichermassen. Balance in Dingen und Zielen, ist das tägliche Ziel. Jeder Tag ein Stück des Weges dahin.

Dazu sind weder 40 bestimmte Tage im Jahr, noch ein Jahreswechsel oder andere markante Daten im Kalender nötig und schon gar keine “Aufpasser” und “Besseresser” und “Besserwisser”, nicht bei einem erwachsenen Menschen, der selbst sein Hirn und dieses auch selbst gebraucht. Anstatt nur noch kritiklos  zu liken und teilen, was andere posten und verbreiten als DEN Hype und DEN Trend und das jetzt eben wieder mal zu übende Fasten.

Bei genauerem Hinsehen sind es nicht selten eben solche Besserwisser und Besseresser, die selbst einen brauchen, der SIE antreibt, ihr Verhalten zu hinterfragen. In Bereichen, in denen er oder sie das ganze Jahr klagt und jammert und nörgelt und unzufrieden ist. So dass es nicht unpassend wäre, diesen Menschen heiter zuzrufen: Jedem das Seine, kümmer’ Dich um’s Deine – und nur um das alleine, nicht das Meine!

So denkt man sich’s nur. Meist. Nein, dieses Jahr nicht!

Dieses Jahr rufe ich an eben diesen 40 Tagen aus:

Ich habe vor, an den 40 Fastentagen provozierend fastenfrei zu kochen und zu schlemmen!

Und Sie werden damit leben müssen. Schweigend! Stillschweigend! Dafür machen Sie meinetwegen so viele oder auch wenige oder keine Fastentage – das Eine wie das Andere, wie Sie lustig oder auch schlecht gelaunt dabei sind. Das ist mir nonvegan und unvegetarisch völlig wurscht!

Wenn Sie’s stört, guggen’s woanders hin. Ihr Fastenhunger ist IHR Problem, nicht meins. Sie sind ja alt genug, woanders zu lesen. Und ich bin – in Lebensjahren (sic!) zwar noch nicht SO alt, aber – allemal alt genug, um mir von niemandem auf die Finger hauen lassen zu wollen oder müssen, um zu wissen, was gut und richtig für mich ist, beim Essen, Fasten und anderem Genuss und Verzicht.

Ni X für U ngut!

PS: Das heutige Karottengemüse ist kinderleicht gemacht, dazu habe ich eine Portion unlängst gefüllte Vorratsdose aus dem TK-Fach genutzt und die bereits geputzten und geschnittenen Karottenscheiben in wenig Wasser gedünstet: Dann mit einem Stich Butter und einem halben Teelöffel Mehl angeschwitzt und mit Milch und – halten Sie sich fest! – Sahne aufgegossen einige Minuten aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Cayenne gewürzt und abgeschmeckt und mit frischer Petersilie serviert.

Fertig ist das Mittagsmahl Zum Zwölfeläuten. Geniessen Sie Ihr Mittagessen und gönnen Sie sich etwas Gutes! Wenn nicht Sie sich, wer sollte es sonst tun?!?

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