Lizerls Mandeltorte nach Linzer Art – für kriminell kalte Tage

Eisige Zeiten in Blauen Land © Liz Collet
Eisige Zeiten in Blauen Land © Liz Collet

Hübsch kalt ist’s noch immer im Blauen Land. Mit reichlich Raureif begann bei geringer Sichtweite und dunstigem Licht der Tag, doch peu à peu kämpfte sich die Sonne durch. So lässt die Kälte bei -17° C die Eiszapfen nicht nur im Barte des Krimi- und Kinderbuchautors Jörg Steinleitner  wachsen, der nur einen Katzensprung von hier am Riegsee lebt, als er zum Langlaufen unterwegs war.

Sondern noch weitaus eindrucksvollere (sorry, lieber Jörg, aber so lang ist halt einfach Dein Bart nicht) Eiszapfen am Dachfenster glänzend schimmern, die ich am Seniorenhäuschen von meinem Werkeltisch aus in meiner Stube sehen kann.

Ich ertappe mich dabei, auf die ersten schmelzenden Tropfen zu warten und mache mir Gedanken, wie lange es wohl dauern würde, bis der Eiszapfen an der kleinen Regenrinne des Fensters abbrechen und über das Dach rutschend in die Tiefe sausen könnte. Sie mögen derlei Unfallrisiken bezweifeln, jedoch vertrauen Sie meinen graublaugrünen Augen, wenn ich Ihnen versichere: solche gab es schon. Als Versicherungsrechtlerin lernen Sie das Undenkbare für alles andere als unmöglich zu halten, die Fälle überholen jeden versicherungstheoretischen Ansatz und finden gern auch mal Eingang in Fantasien von Krimiautoren. Und kicherndes Publikum mit rabenschwarzem Humor.

So blicke ich (neiiiin, nicht das Undenkbare und doch Mögliche erwartend oder hoffend) hin und wieder von Unterlagen am Werkeltisch hinüber zu den Eiszapfen am Dach und denke so vor mich hin, ob er wohl taut, abtaut und flitzend abhaut. Oder ob die Sonne wohl zuvor weit genug über den Dachfirst hinüberwandern wird. So dass er wieder in Schatten und sonnenlose Kühle blauen Schimmers taucht, anstatt zu tauen.Das ist so gegen 15 Uhr dann wieder der Fall.

So oder so, irgendwann wird er sein physikalisches Schicksal erleiden – sei es durch Gesetze der Schwerkraft und Mechanik oder derer der Physik, wenn Eis wieder zu Wasser wird.

Hoffentlich ohne jemanden zu erschlagen, welcher arglos darunter gerade hergehen mag. Physikalische Gesetze und die mechanische Hürde der weiteren Regenrinne am Ende des Daches darunter lassen das nicht wirklich befürchten, er wird wohl schon an dieser Hürde in Stücke gehen und bestenfalls Schrecken, aber keinen sonstigen körperlichen Schaden nach sich ziehen. Ich beherrsche mich, über einen präventiven Schlag mit meiner Steinschleuder zu sinnieren, der geschickt eingesetzt den Eiszapfen “sprengen” könnte. Und lasse meine Fantasie Pfotenspuren von Minka in den Schnee des Daches setzen – sie ist jedoch emsig draussen unterwegs, aber nicht auf dem Dach, dieser Tage.

Während mein Tagwerk am Werkeltisch heute so vor sich hin erledigt wird, haben einige Mandeln sich leichtsinnigerweise unlängst in meinen Einkaufskorb verführen lassen und wurden nun Opfer ihrer Lust am Risiko. Eine 28-er Springform wurde mit dem Teig und dem Inhalt eines frisch geschlachteten Glases hausgemachter Johannisbeerenkonfitüre gefüllt und – heute weniger kunstvoll, eher leger – verteilten Streifen des Teiges als “Gitter” darüber belegt und gebacken.

Lizerls Mandeltorte nach Linzer Art © Liz Collet
Lizerls Mandeltorte nach Linzer Art © Liz Collet

Ein Rezept ohne Mandeln im Teig, nur mit Mandelstiften auf der Torte verstreut, habe ich schon einmal HIER beschrieben, dort für eine 18-er Backform.

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Das heutige Rezept brauchte folgende Zutaten:

250 g Mehl
125 gemahlene Mandeln (ungeschälte Mandelkerne)
1 P. Backpulver (4 gestrichene Tl)
75 g Zucker
1 Ei
4 El Milch
150 g Butter
1 Glas (ca 300 – 400 g Johannisbeerkonfitüre)
nach dem Backen: Puderzucker zum Überzuckern

Und so wird’s gemacht:

  • Aus den Zutaten rasch einen Mürbteig bereiten.
  • Der zubereitete Teig ruht eingewickelt 30 bis 60 Minuten gekühlt. Und wird dann in 2 Partien mit 1/3 und 2/3 des Teiges geteilt. Die kleinere Portion wird ausgerollt und mit dem Teigrad in Streifen ausgeradelt für das Gitter, die grössere für eine gebutterte und mehlierte Springform ausgerollt und in dieser ausgelegt.
  • Den ausgerollten Teig in der Form am ca 1 cm hohem Rand festdrücken, Boden mit der Gabel mehrfach einstechen.
  • Konfitüre darauf verteilen, darauf die Streifen des restlichen Teiges gitterförmig legen.
  • Bei 170° im Backofen backen, bis der Kuchen eine schöne Farbe angenommen hat, dann herausnehmen, Rand der Springform entfernen, abkühlen lassen und mit Puderzucker stäuben.

Tee aufgiessen und dann darf die Woche ausklingen, dann wird wie – immer freitags – mit frisch gebackenem Kuchen das Wochenende eingeläutet. Machen auch Sie sich ein schönes Wochenende. Ein kriminell schönes und genussreiches Wochenende!

PS: Wenn Sie dazu die eine oder andere Anregung suchen, am Riegsee unweit hinter meiner kleinen Lindenburg entstehen hübsche und das rabenschwarze Gemüt heiter kitzelnde Krimigeschichten. Schauen Sie doch mal beim Steinleitner Jörg und seinen bisherigen und aktuellen Taten und Werke – HIER oder live zusammen mit Matthias Edlinger DA oder DORT.  Man versteht sich dort auf alles, was eiskalt gekillt wird und heiss serviert. Buon divertimento! Viel Vergnügen!

Und hier……..geht es jetzt sportlich weiter. Eisstockschiessen und andere Gaudi auf dem Staffelsee

eisstockschiessen

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