Griessuppe mit Gemüse

Abgebräunte Griessuppe mit Gemüse und Nürnerger Rostbratwürstchen © Liz Collet
Abgebräunte Griessuppe mit Gemüse und Nürnerger Rostbratwürstchen © Liz Collet

Mit dem neuen Jahr beginnt für viele die turnusmässige Phase sogenannter guter Vorsätze, der Diäten und Versuche geänderter Ernährungsweise. Jedem das Seine. Suppen und Brühen sind da eine von vielen Möglichkeiten, weniger üppige Mahlzeiten in den Alltag einzuflechten, ohne auf warme und sättigende Gerichte verzichten zu müssen.

Griessuppen liebe ich das ganze Jahr über – alle zwei bis drei Wochen kommt sie durchschnittlich auf den Tisch. Die ganz und gar einfachste Variante des Basisrezeptes lässt sich immer wieder neu variieren und durch unterschiedliche weitere Zutaten “aufpeppen”.

Die einfache Version benötigt als Zutaten nur einen Stich Butter, Griess und Gemüsebrühe. Wenn Sie auch noch die Kalorien der Butter einsparen wollen, rühren Sie etwas Griess in siedende Gemüsebrühe ein und fügen frische Kräuter und/oder frisches Gemüse wie Karotten, Petersilienwurzel, Lauch oder was frisch auf dem Markt oder aus dem TK-Vorrat Ihres Kühlschrankes greifbar ist.

Als “Bonuszutaten” können Sie anstelle eines gebratenen Nürnberger Rostbratwürstchens gebratene Wurst-, Salami-, Schinken- oder Bratenreste, Stücke von frischem Fisch oder geräucherten Fischfilets, Aal oder eben Gemüse und Kräuter aller Art verwenden.

Unterschieden werden zwei Sorten:

  • Weichweizengriess wird für Desserts, zum Kuchenbacken, für Knödl und manche Klösschen und Nockerl verwendet. Sehr feiner Grieß wird für Babynahrung und Kinderbrei, Grießbrei und andere Desserts und Süßspeisen sowie für Grießschmarrn oder Grießklößchen verwendet. Babygrieß zum Einrühren in die wieder erkaltende Milch wird durch Dämpfen und anschließendes Quetschen in einem Walzwerk aufgeschlossen, soll leichter verdaulich sein und muss auch nicht aufgekocht werden. Auch zum Kuchenbacken und für die Knödelherstellung verwendet man statt Mehl feinen Grieß, der in Süddeutschland auch unter der Bezeichnung Knödelmehl im Handel erhältlich ist.
  • Hartweizengriess und -dunst wird vor allem für die Teigwarenproduktion, im Besonderen für Pasta gemahlen. Hartweizengrieß eignet sich aber auch gut für Speisen wie Grießsuppe, Grießnockerl (für die Suppe),  Knödel, Pudding und Schmarrn. Werden Hartweizenkörner nur grob geschnitten, so entsteht Grütze, die man z. B. für die Herstellung von Bulgur verwendet. Aus Hartweizengrieß kann man Fertiggrieß wie z. B. Nockerlgrieß, der einer aufschließenden Behandlung unterzogen wurde, herstellen. Sie finden solchen Nockerlgriess im Suppermarktregal seit Jahrzehnten portioniert im Wesentlichen von Bernbacher in Packungen von 3 Tütchen à  83,4 g (also 250g) zum Preis von ca. 1,29 Euro. 
  • Aus beiden Sorten kann man auch Schnitten zubereiten, die süss oder herzhaft serviert werden können – sei es mit Früchten oder zu Pilz- oder Gemüsesaucen beispielsweise.
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Griessbrei mit Zimtzucker und Orangenfilets © Liz Collet

Leider ist Griess als pure und eigene Zutat im Laufe der Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten. Blickt man in Einkaufsregale und Einkaufswagen anderer Kunden, findet man eher Polenta oder Fertigprodukte für Griessbrei, Griess-Schmarrn, Griessnockerlsuppen, als dass Griess dort zu finden ist.

Selbst bei Griessnockerlsuppen kaufen viele eher die portionierten kleineren Tütchen von Bernbacher, als einfach Hartweizengriess in der 500 g Packung zu kaufen. Der Nockerlgriess von Bernbacher ist aber nichts anderes als Hartweizengriess.

Nichts gegen das Unternehmen Bernbacher – schon meine Großeltern und Eltern kauften bevorzugt Nudeln dieses Unternehmens, dessen Firmengeschichte schon im 17. Jahrhundert ihren Anfang nahm, als die Familie Bernbacher sich mit der Produktion von Teigwaren zu beschäftigen begann und 1684 einer der Vorfahren  sich in Weilheim als Müller niederliess. Wie bei anderen Nudelherstellern wurde auf solche Weise der Grundstein für eine jahrhundertelange Erfolgsgeschichte von Müllern und Bäckern gelegt, die schliesslich auch Teigwaren, Nudeln später produzierten. Auch dort begann man im 19. Jahrhundert mit der Herstellung von Nudeln, als Josef Bernbacher 1898 seine Bäckerei gründete und dort bereits die ersten selbstgemachten Bandnudeln verkaufte. Meine Großeltern – Jahrgänge 1911, 1913 und 1917 – und meine Urgrosseltern (mit Ausnahme derer meines aus Pfalz, Elsaß und Frankreich stammenden Familienzweiges) konnten also ein paar Jahre später  bereits in meiner Isarmetropole, wo das Unternehmen inzwischen seinen Sitz hatte den Bäckereien Bernbachers diese Eiernudeln kaufen, wenn sie nicht selbst Nudeln machten oder Kartoffeln und andere Gerichte auf den Tisch brachten. Denn erst nach Ende des ersten Weltkriegs wurde dort vom Sohn Anton Bernbacher die Nudelproduktion mit Vision und Ehrgeiz auch für die industrielle Nudelherstellung vorangetrieben, während Bernbacher Senior die Bäckerei weiterführte.  Mehr über das Unternehmen Bernbacher und seine Produkte noch gesondert an anderer Stelle – aber soviel an dieser Stelle als Erklärung dafür dass und warum ich quasi frühkonditioniert auf diese Marke von klein auf diese serviert bekam, beim Einkaufen stets mit Sätzen wie „Kauf 2 Packungen Hörnchen“ oder „Kauf Makkaroni“ und dem Zusatz „Aber nur die von Bernbacher“ losgeschickt wurde. Und gab es mal die Sorte nicht, die für das geplante Gericht auf dem Einkaufszettel stand, musste ich eben noch in einen anderen Laden gehen – eine andere der (damals ohnehin wenigen) anderen Marken im Regal der Supermärkte wäre zuhause nicht akzeptiert worden. Und als es im Laufe der Zeit dann no name-Produkte gab, dauerte es lange, bis diese überhaupt mal als Alternative probiert und hie und da auch gekocht worden waren. Übrigens wurden letztere eher als etwaige andere Markenprodukte akzeptiert, was eine interessante Verbraucherwahl zeigt: Entweder Lieblingsmarke oder (zB aus Preisüberlegungen oder wenn diese mal nicht verfügbar ist) dann allenfalls das wenigstens preiswertere Alternativprodukt.

Aber blickt man auf den Preis der Nockerlgriess-Tüten von 1,29 Euro von Bernbacher für 250 g Inhalt, kann man Hartweizengriess von anderen Markenunternehmen wie z.B. Rosenmehl zum halben Preis für die gleiche Menge erhalten, bzw. in 500 g Packungen (je nach Supermarkt und Sonderangebot) für 0,99 bis 1,29 Euro. Warum sollte man den doppelten Preis für Hartweizengriess bei gleicher Markenqualität bezahlen, nur weil man den Griess nicht selbst abmisst, sondern aus mehrfach verpackten Tütchen portioniert verwendet?

Egal ob 83,4 g für 2-4 Portionen/Personen (je nach Vorspeise oder Hauptgericht der Griessnockerlsuppe) oder 25 g für den Single – beides ist problemlos auch aus der preiswerteren 500 g Packung messbar. Kleine Mengen Griess lassen sich mit Küchen- oder Briefwaage abmessen, Messbecher haben so kleine Einheiten meist nicht. Aber als Faustregel können Sie verwenden: 25 g sind ca 2 leicht gehäufte Esslöffel Griess, die z.B. für eine abgebräunte Griessuppe als Mahlzeit pro Person für ein Hauptgericht ideal sind. Und für Griessnockerl als Suppeneinlage finden Sie HIER eines meiner Rezepte, bei dem die Zutaten für die Nockerl mit der einfach abzumessenden Menge von 100 g Hartweizengriess gewählt sind. 

Nun aber zur Griessuppe, die in wenigen Minuten zubereitet und daher auch für eine Mittagssuppe selbst in der Büropause “Zum Zwölfeläuten” flugs fertig ist – sie kostet kaum 10 Minuten Zeit, sofern Sie wie ich praktischerweise immer schon Gemüsebrühe als Vorrat parat haben:

Zutaten pro Person für eine Griessuppe:

1 “leichter” Tl Butter (also nicht die dicke Butterhaube)
25 g Weichweizengriess
1 Frühlingslauch, das Grün davon, in Ringe geschnitten
1/2 Karotte, geputzt, in Scheiben oder andere Form geschnitten
500 ml Gemüsebrühe
1 El Öl
2 Nürnberger Bratwürstl
Salz, Pfeffer,
1 El frisch gehackte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch zB)

Und so wird’s gemacht:

  • Butter in Topf angehen lassen
  • Griess hinzufügen und unter Rühren abbräunen, bis er eine leicht goldgelbe Farbe annimmt;
  • mit der Brühe ablöschen, Karotten, Lauch hinzufügen und ca 5 Minuten ausquellen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken;
  • In der Zwischenzeit die Bratwürstl in beschichteter Pfanne ohne Öl oder in wenig Öl braten und – abgetropft von Öl auf sauberem Linnen – in Scheiben geschnitten entweder auf einem Spiess oder in der Suppe mit dieser und den frischen Kräutern servieren.
  • Dazu passt dunkles oder anderes Brot, Brezen, Gewürzsemmeln oder – wie im Bild – Käsegebäck.

Bon appétit Zum Zwölfeläuten!

Tipps:

 

Bildquellen: © Liz Collet,  bei Interesse an Nutzungsrechten passend für Ihren konkreten Nutungsumfang freue ich mich über Ihre Anfrage – gern per Mail oder telefonisch.

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