Brot, Butter, Topfen und Honig – und woher man wirklich guten Honig bekommt

Regionaler Honig © Liz Collet
Regionaler Honig © Liz Collet

Der Kultivierte
bedauert nie einen Genuß.
Der Unkultivierte
weiß überhaupt nicht,
was ein Genuß ist.

Oscar Wilde

Manchmal muss es nicht viel für das Mittagsmahl sein.

Das heisst aber nicht, dass es nicht gut sein muss. Heute sind es zwei Scheiben Brot, von denen die eine mit Butter, die andere mit Topfen bestrichen und mit Honig beträufelt wird. Diesen habe ich aus der Region und nicht etwa “aus Rumänien”, “aus Ungarn”, “aus EU- und nicht EU-Ländern” usw., wie es auf nahezu allen Honiggläsern bei genauerer Betrachtung zu lesen ist, welche im Handel in den Regalen im Angebot für Sie sind. Selbst auf den vermeintlich als “Bio” und ähnlich etikettierten Honiggläsern im örtlichen Supermarkt (vom Discounter gar nicht zu reden) finden Sie diese Herkunftsangaben.

Wo also Honig kaufen, der wirklich aus der Region und von Imkern hierzulande stammt? Unweit von mir gibt es Imker und darüber plaudere ich an anderer Stelle NEBENAN demnächst noch mal mehr, wenn ich einen ausgiebigen Sapziergang an den Riegsee mache. Dort nämlich findet man den Bienen Franz und seinen Honig “von dahoam”

Dass ich vorher nun noch einen Honig nicht aus der Region des Blauen Landes, sondern aus Niederbayern geniesse, welcher zudem im Ostallgäu in meinen Rucksack fiel, das….ja, das liegt an einem meiner Schmankerlspaziergänge, die sich am Rande von meinen kleinen “Guide”-Touren einflechten lassen, wenn die begleiteten Gäste ihre zweistündige Mittagspause zur freien Verfügung nutzen. Dann schaue ich beispielsweise bei einer meiner Lieblingsapotheken in Füssen vorbei, um kleine, feine Ingredienzien wie Birkenblätter für meinen Tee oder andere nützliche Zutaten für Fotoserien oder Rezepte zu besorgen.

Diesmal fiel mir der Honig ins Auge, der aktuell im Fenster arrangiert war und dem Etikett und Ortsnamen zufolge Rätsel aufwarf: Wo verflixt nochmal mochte Laberweinting liegen, wenn eine Füssener Apotheke diesen in allerlei Sortenvielfalt so als heimischen Honig ins Schaufenster stellte? Wer nicht fragt, was er nicht weiss, bleibt dumm.

Und so plauderte ich mit einer der netten Apothekerinnen, die sich  dort in der Stadtapotheke in Füssen wie stets Zeit für ihre Kunden nehmen: Über den Honig aus Laberweinting, die Sorten, die Familie des Imkers und wie diese ihr – besser als die in der Füssener Umgebung vorhandenen Imker – die Mengen und gefragten Sorten liefern könne, die sie in der Apotheke brauche. Und dass sie diese persönlich seit Jahren kenne und wie dort der Honig hergestellt werde und vieles anderes mehr. Wir plauderten über andere Honiglieferanten und -sorten, von denen sie einzelne trotzdem im Regal daneben stehen hatte für Kunden, die eben nach anderen Kriterien Honig einkaufen. Kamen neben den vielfältigen und unterschiedlichen Konsistenzen von Honig auch auf die Verwendung von Honig äusserlich und natürlich für Rezepte zu plaudern. Wie das so ist, wenn die Wellenlänge passt. Und weil ich so ganz und gar zu gern Menschen nach dem frage, was sie gern mögen und mit dem machen, was sie selbst anbauen, erzeugen oder verkaufen. Und bin immer wieder auf’s Netteste überrascht, wie gern sie mir davon auch erzählen.

So fehlte nicht viel, bis wir von diesen Rezepten auf andere und so manche Schmankerlquellentipps im Ostallgäu, Benediktbeuern, München und die Regionen dazwischen kamen, zu Innereien und anderen köstlichen, kulinarischen Raritäten und Spezialitäten. So und durch die eigenen Gabelproben kommt man auf die Tipps, die man an Gäste guten Gewissens weiter geben kann. Manche gibt man weiter, andere behält man für sich. Geheimtipps haben ihren Namen nicht ohne Grund. Aber wenn Sie hier wie nebenan regelmässig mitlesen oder mit mir unterwegs sind, erfahren Sie die einen oder anderen ja vielleicht auch.

Apotheke Fuessen bu_10645341 © Liz Collet
Apotheke Fuessen © Liz Collet

So brauchte es heute nur etwas gutes Brot,

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Brot.Zeit © Liz Collet

gute Butter und frischen Topfen darauf und etwas Honig vom Grundner Hans, dem Imker aus Laberweinting, den Sie HIER finden und auch besuchen können, wenn Sie sich mal mehr über seinen Honig von ihm selbst erzählen und zeigen lassen wollen und sich dazu am besten bei ihm anmelden. Ich bin mir sicher, unter seinen Honigsorten ist auch für Ihren Gusto etwas dabei. Übrigens …. er verschickt auch Honig da hin, wo vielleicht keine Apotheke und Apothekerin dafür sorgen, dass man den Honig aus Bayern und heimischen Regionen einfach im Regal findet. Die in Supermärkten nicht oder nicht mehr angeboten werden. Was traurig genug ist. Übrigens………vergleichen Sie mal ruhig den Preis pro Glas Honig vom Imker mit denen im Supermarkt. Wenn überhaupt Preisunterschiede sind, sind diese marginal, die Qualität aber lohnt den (gemessen an der Menge pro Scheibe Brot oder Semmel) kaum bezifferbaren und bestenfalls minimalen Aufpreis.

Brot mit Topfen, Butter und regionalem Honig © Liz Collet
Brot mit Topfen, Butter und regionalem Honig © Liz Collet

Gönnen Sie sich Einfaches und vor allem etwas einfach Gutes.

Nicht zuletzt sind es schliesslich vor allem die Imker, die bienenfleissig wie ihre Bienenvölker dagegen anwerkeln, dass die Bienen zunehmend vom Aussterben bedroht sind. Oder glauben Sie ernsthaft, es genüge “Like” zu drücken, wenn wieder einer von vielen Links durch FB geistert, in denen das Bienensterben angeprangert wird, anstatt auch den Honig zu kaufen, der bei heimischen Imkern auch für deren Ertrag sorgt und damit für einen Lohn ihrer Mühe, Bienenvölkern Raum und Zeit zu widmen und sie zu erhalten?

Wo in Paris Sie Imker und Bienenstöcke auf Dächern finden und woher diese fleissigen Bienchen (also die geflügelten) ihre Zutaten für feinen Honig aus Paris sammeln, können Sie in einem der Beiträge sehen, die aktuell bei ARTE in der Mediathek in der Reihe “Schlemmen mit Gerard Dépardieu”  gezeigt werden. Wären Sie auf die Idee gekommen, dass diese ihren Standort auf dem Dach der Opéra de Paris haben? Das und mehr dazu sehen Sie in DIESER Folge über die Île de France. Darin gibt es noch einiges mehr über köstliche Zutaten und nicht allein über Honig und Pariser Bienen zu erfahren, wie etwa über Entenmuscheln, Brunnenkresse, Minze, Kürbisse, Jambon de Paris, Champignons und eine Vielfalt von Kohlsorten, die ihresgleichen sucht.

Die Stadtapotheke Füssen lohnt übrigens schon den Besuch wegen ihrer beeindruckend schönen Fassadenmalerei, für deren Betrachtung man sich gern die Zeit nehmen kann, die ein Becher Eis zu schlecken im Sommer braucht. Die eiskalte Zutat dazu ist gleich ein paar Schritte weiter in einer der besten Eisdielen Füssens erhältlich. Auch zu anderen Jahreszeiten schauen Sie sich bitte die Fassade der Stadtapotheke Füssen näher an. Beim Betreten der Apotheke lohnt ebenfalls der Blick nach oben zum Plafond. Lassen Sie sich überraschen, was dort zu sehen ist.

Und was man aus diesem guten Honig selbst im Herbst und Winter Warmes, Heisses, Köstliches und Kaltes, Eiskaltes zaubern kann, das………..ja, das verrate ich Ihnen bestimmt. Wenn Sie wieder hereinblinzeln bei mir, demnächst.

Bis dahin……..Bon appétit!

Übrigens…. ich freue mich, wenn Sie Lust haben, auch hier bei mir mal lesend hereinzuspazieren. Oder vielleicht interessiert Sie ja auch eines der anderen Themen, über die ich in diesen weiteren meiner Blogs so kritzle?

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