Sonntags: A warmer Ofen, a Schalerl Kaffee – und hausgemachte grobe Leberwurst

Hausgemachte grobe Leberwurst © Liz Collet
Hausgemachte grobe Leberwurst © Liz Collet

“A warmer Ofen, a Schalerl Kaffee” war der Titel einer der vielen Sendungen, welche Fred Rauch im Laufe der Jahrzehnte seiner Karriere als Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks moderierte. Die weit bekanntere war “Sie wünschen, wir spielen Ihre Lieblingsmelodien” und es begab sich (so fangen alte Geschichten an), dass eine 7-Jährige mehr als einmal in dieser Sendung anrief, um eigene und die Wunschmelodien für ihre Grossmütter oder Mutter spielen zu lassen, immer wieder zum Schmunzeln Fred Rauchs.

Eine der Melodien hat gestern einer der besonders netten meiner Fotografen-Freunde zufällig in einem gemeinsamen sozialen Netzwerk gepostet und so kommt mir die eine und andere Melodie und vor allem der Titel der Sendung mit dem “Schalerl Kaffee” heute morgens fast ohrwürmelig in den Sinn, während ich meinen Kaffee und eine andere Sonntagmorgens-Freude herrichte.

Allerdings heisst’s bei mir nicht Schalerl, sondern Haferl und bei der heute gefüllten Kaffeetasse wissen Sie auch sofort, warum das so ist. Haferltassen – oder wie sie bei mir von klein auf und bei meinen Grosseltern hiessen und heissen: Kacheltassen – haben etwas Heimeliges an sich. Und wenn auch beim heutigen Sonnenscheinwetter sowwohl die besten Aussichten für den Michaelimarkt in Murnau herrschen, als auch kein Anlass für das Anschüren des Ofens besteht, weil es in der Küche mit der Sonne durch das Dachfenster bacherlwarm dort ist, so sind die Zutaten doch beisammen, die einen Sonntagmorgen gemütlich und genüsslich beginnen lassen.

Zum Kaffee dann auch noch eine hausgemachte grobe Leberwurst auf’s Bauernbrot vom Bäckermeister aus der Backstube im übernächsten Anwesen.

Bäcker.Meister, Meister.Bäcker © Liz Collet
Bäcker.Meister, Meister.Bäcker © Liz Collet

Eine Leberwurst, die ihr Etikett “hausgemacht” auch wirklich verdient und daher gar keins braucht, das man auf’s Glas bappt. Man weiss ja schliesslich, was drin ist. Im Gegensatz zu manchen Wurstwaren, die der  Handel offeriert.

Kaffee und Leberwurstbrot zum Sonntag – Herz, was willst Du mehr?!?

Wie diese Leberwurst zubereitet wird, das habe ich von jenem Grossvater mütterlicherseits abgeschaut, der solche und anderes regelmässig herstellte und wusste, wie man das macht, obgleich er einen ganz anderen Beruf als Metzger gelernt hatte. Und wo er die besten Zutaten dafür bekam. Für die er auch über’s Land fuhr. Und bei nicht wenigen solcher Fahrten durch den Pfaffenwinkel, ins Fünf-Seen-Land und in’s Allgäu sass ich neben ihm im kleinen bordeauxrotem R4. Und sah ihm danach zu, wie er am alten Küchentisch in der Wohnkuchl selbst Pressack und Leberwurst und anderes zubereitete.

Auf’s Brot und die Leberwurst kamen dann klein gewürfelte Zwiebeln, davon aber reichlich auf die ganze Scheibe verteilt bei ihm. Und auch ich liebe sie darauf. Oder Apfelscheiben oder Senf –  je nach Tageslaune. Oder auch mal Senf und Apfelscheiben

So sehr, wie ich Senf von Kindheit an liebe und seine vielen Möglichkeiten und Variationen, ist es eine mehr als doppelte Freude, dass ich gar “meinen Senf dazugeben” durfte, bei einem besonders schönem Film rund um Senf.  Hier.

Wolfgang Luck hat da die Feder für die Kamera geführt. Für ARTE/NDR.  Auf den Spuren eines Scharfmachers.

Ein Film über die Enstehung, die Kulturgeschichte und die vielfältige Verwendung des Senfs. Interessant wird der Film nicht nur durch die Geschichten und Informationen, die es zu diesem Scharfmacher gibt – sondern auch durch die Drehorte: Indien, Südfrankreich, West-, Süd- und Ostdeutschland. Wolfgang Lucks Filme wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet und für solche nominiert.

Die französische Fassung können sie in voller Länge hier sehen. (Gelegentlich mit “deutschsprachigem Senf dazu”, wie zB beim Bautzener Senf.)

Und ich, ich liebe nicht nur diesen interessant und mit wunderbaren Bildern und Puzzlestücken zum Thema gemachten Film, sondern auch die Musik dazu. Auch aus renommierter Feder: Hans Engel. Der nicht nur mehr als  70 Filmen seit 1989 seinen Klangstempel verlieh.  Mehr über meine Vorliebe für Senf habe ich auch hier in meinem Blog rund um Gewürze, Kräuter und Blüten ausgeplaudert.

Übrigens schmecken auf Leberwurst auch Birnenscheiben. Oder Scheiben von frisch geernteten Zwetschgen oder ein Klecks einer selbst gemachten süss-säuerlichen, fruchtigen Zwetschgensauce, deren Rezept ich mir vor einigen Jahren ausdachte und seither regelmässig farbriziere und die zu allerlei Wurstwaren, Schinken, Fleisch und Braten köstlich schmeckt. Oder auch rote Balsamico-Zwiebeln, die auch zu gebratener oder gebackener Leber eine delikate Zugabe sind.

Hausgemachte grobe Leberwurst © Liz Collet
Hausgemachte grobe Leberwurst © Liz Collet

Die Sonne lacht, der Sonntag wartet. Und nach einigen kleineren Aufgaben, zu denen am heutigen frühem Morgen auch die Entwöhnung einiger Babies meiner Grünlilie und meiner Sempervivum und ihre Umsiedleung in eigene Töpfchen zählte, wartet auch zur Belohnung ein Spaziergang ein paar Schritte entfernt von hier zum Tag der Offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Murnau und über den Michaelimarkt, der hier in Murnau.  Der quasi einer der besonderen “Festtage” ist: Einer der verkaufsoffenen Sonntage, an denen neben dem Palmmarkt, der Murnauer Maidult, dem Skapuliermarkt, dem Leonhardi- und dem Novembermarkt, neben Waren- und Standangeboten in der Guten Stube Murnaus (Fussgängerzone am Ober- und Untermarkt) und / oder an der Bahnhofsstrasse auch der Einzelhandel (von 12-17 Uhr) geöffnet hat.

Einen schönen Sonntag und gönnen Sie sich etwas Gutes als Schmankerl und für die sonnige Laune!

Mehr rund um Leber und Hausgemachtes u.a. aus und rund um Leber und Brot.Zeiten ? Voilà – eine kleine Auswahl:

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