Anthocyane – ganz und gar köstliche Farbstoffe {und in welchen beerigen Früchtchen sie stecken}

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Frischkäseproduktion alla Casa © Liz Collet

Das Prinzip, wie man Frischkäse mit allereinfachsten Mitteln selbst herstellen kann, habe ich an verschiedenen Stellen bereits erwähnt (hier beispielsweise). 

Und nicht nur in Verbindung mit knusprig gebackenen Strudelblättern oder Strudelblattkörbchen lassen sich mit solchem Frischkäse köstlich-verführerische kleine Dinge zaubern, die vor keinen Langfingern beim Halali nach Fingerfood sicher sind.

Welchen Naturjoghurt Sie dazu verwenden (Fettstufe, Marke, von Kuh, Ziege, Schaf) ist Ihrer persönlichen Vorliebe und Tageslust überlassen.

Auch welche Menge Sie jeweils herstellen bedingt, ob Sie den Naturjoghurt in einem sauberen Mulltuch oder Leinen

Es war einmal ein Joghurt © Liz Collet
Es war einmal ein Joghurt © Liz Collet

über einer grösseren Schale zusammengebunden aufhängen oder eben – wie im Bild – nur simples Kaffeefilterpapier in ein einfaches Teesieb in ein Glas oder Tasse hängen.

Single-Frischkäse-Herstellung© Liz Collet
Single-Frischkäse-Herstellung© Liz Collet

Sie müssen bei letzterem nur darauf achten, dass zwischen dem Sieb- und dem Glas- oder Tassenboden genug Zwischenraum für die abtropfende Flüssigkeit bleibt.

Ich habe heute 2/3 des Inhalts jenes Joghurt-Glases für den Frischkäse verwendet. Was diesmal daraus noch Besonderes als Frischkäse werden wird und zum Herbst passend als Aroma und Zutat hinzugefügt werden soll, dazu in einem der kommenden Beiträge mehr.

Blaubeeren für Liebhaber © Liz Collet
Blaubeeren für Liebhaber © Liz Collet

1/3 des Naturjoghurts habe ich mir beiseite genommen für das heutige Nachtmahl und das vereint ihn mit einer meiner absoluten Passionen: Heidelbeeren!

Ich liebe diese kleinen blauen Beerenkugerl seit Kindheit in geradezu süchtigem Ausmass. Frisch gepflückt sind sie mir gleichermassen lieb, wie aus den Einmachgläsern und als Konfitüren. Letztere aus selbst gesammelten Heidelbeeren zubereiten zu können, macht schon deshalb doppelt Freude, weil frische Heidelbeeren im Warenangebot der Supermärkte oft in qualitativ suboptimalem Zustand und zudem in kleinen Portionen angeboten werden, damit wenigstens bisschen weniger auffällt, dass sie “frisch” dort recht teuer bezahlt werden müssen.

Wenn die blauen Beeren ihre Saison haben, bin ich daher nie ohne ein Glas oder eine Dose im Rucksack in der Natur unterwegs und glücklich, wenn ich Heidelbeeren (ebenso wie Brombeeren, Himbeeren oder andere Schätzchen aus der Natur) unterwegs finde. Auf einer 130 km langen Tages-Radtour als Referendarin von Regensburg durch die Oberpfalz habe ich einmal genug Heidelbeeren und Brombeeren für 4 Gläser Konfitüre erbeuten können, weil ich glücklicherweise neben einer Brotzeitdose noch zwei Gefrierbeuteltüten im Rucksack gehabt hatte, die fruchtig gefüllt und sicher genug frische Beeren in meine wönzögö Küchenecke meiner kleinen damaligen Studentenwohnung heimbrachten. Das Muskelkatzerl in den Wadln hätte nicht köstlicher zum Schnurren gebracht werden können!

Beeren liebe ich alle, aber die Heidelbeeren sind eben noch ein bisserl rarer und schon als Kind war ein Stück Heidelbeerkuchen eine Rarität. Um einen ganzen Heidelbeerkuchen zu backen, brauchte man schon mindestens 500 -750 g Beeren, damit er eine ausreichende Füllhöhe auf dem lockeren Biskuit- oder Rührteigboden ergab und der Preis für diese Menge frischer Heidelbeeren war für das Haushaltsgeld nicht jeder Hausfrau konkurrenzfähig mit den Früchten, die sonst auf die Obsttorte belegt wurden. Anders bei einer meiner Grosstanten, die zwar als jung verwitwete Frau vier Kinder allein grosszuziehen gehabt hatte. Aber sie hatte die Versicherungsvertretung ihres verstorbenen Mannes in einem Büro im eigenen Haus kurzentschlossen und couragiert allein weitergeführt und das so tüchtig, dass sie Haus und Büro nicht nur halten und ihre vier Kinder damit gut gesichert grossziehen konnte. Sondern auch – neben der Verwertung von Früchten aus dem hinteren Garten des Hauses – Zwetschgen, Birnen, Äpfel, Johannisbeeren und einiges Gemüse und Kräuter – auch auf dem Pasinger Viktualienmarkt die Mengen an Heidelbeeren kaufen konnte, die für den Lieblingskuchen eines ihrer Söhne gebraucht wurden.

So kam ich hin und wieder bei unseren Besuchen, bei denen wir der Tante Fanny auch bei der für sie mühsamer werdenden Arbeit der Ernte des Baumobstes halfen, in den Genuss ihres köstlichen selbstgebackenen Blaubeerkuchens.

Später gönnte ich mir hin und wieder ein Stück Heidelbeerkuchen bei meiner Arbeit in Bäckereien. Wo ich dann Blaubeerkuchen nicht nur naschte, sondern auch eigene neue Blaubeerkuchen und -torten zaubern durfte. Aber das und wie es dazu kam, dass ich das durfte …ist wieder eine andere Geschichte. Eine von mehreren Geschichten dort und seither mit mehr als einem Rezept und nicht nur mit und rund um Heidelbeeren, die damals dort und seither von mir entstanden.

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Mit den Beeren, die  so gesund sind, dass man sie schon deswegen guten Gewissens täglich geniessen dürfte und sollte. Auch getrocknete Heidelbeeren haben gesunde Wirkung bei bestimmten Beschwerden. Wie immer gilt natürlich bei solchen im Zweifel ärztlichen Rat einzuholen.

Ihre wunderschöne Farbe verdanken sie in den Beeren enthaltenen Anthocyanen.

An der unterschiedlichen Färbung nur der Schale oder auch des Inneren der Beeren können Sie wilde Heidelbeeren von den Kulturheidelbeeren unterscheiden, letztere sind innen hell. Manchem mag das lieber sein, der sich an der Blaufärbung der Zähne oder Zunge nach dem Genuss von Heidelbeeren stört; mir macht es nichts, zumal Anthocyane in der Heidelbeere  Studien zufolge  ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften zur Folge haben.

Die färbenden Inhaltstoffe der Blaubeeren sollen früher sogar zum Färben von Kleidern genutzt worden sein, wie u.a. beim römischen Schriftsteller Plinius über das Färben von Sklavenkleidung zu lesen ist.

Und weil wir gerade von Naturjoghurt plaudern: Ich bevorzuge ihn schon seit rund 20 Jahren Fruchtjoghurts, obwohl ich zuvor durchaus gern Sorten wie Kirsch-, Zitronen-, Haselnuss- und ein paar anderen Fruchtjoghurtsorten mochte. Aber der Anteil von Früchten darin verglichen mit allerlei anderem missfiel mir schon damals und lange, bevor Medien und soziale Medien das Thema aufgriffen und hypten, letztere gab es da noch nicht einmal. Zudem mochte ich auch Naturjoghurt immer schon liebend gern auch pur und so gebe ich lieber frisches Früchte und Beeren oder einen Klecks Honig, Marmelade oder eingemachte Früchte darüber und habe dann mehr Frucht im Schälchen und im Joghurt, als die Fitzelchen Fruchtfetzen, die mich schamrot erröten liessen als Lebensmittelhersteller, wenn ich deren %-ualen Anteil namens- und ausschlaggebend für die Kategorisierung als “Fruchtjoghurt” ansähe und vermarkten würde.

Aber der Verbraucher kann lesen  – und wer lesen kann, wäre (eigentlich) klar im Vorteil. Und am Hebel der Marktmacht, was geht im Handel und was nicht und was man mit sich machen lassen will. Oder mangels Nachfrage eben nicht.

Naturjoghurt mit Heifelbeeren © Liz Collet
Naturjoghurt mit Heifelbeeren © Liz Collet

Und so verhält es sich – für mich – auch mit den Frischkäseprodukten, deren Etikett die Lektüre lohnen. Auf die aber kaum jemand je schaut. Und daher kommt kaum jemand auf die Idee, was in vielen Frischkäse-Produkten des Kühlregals alles so enthalten ist.

Im selbstgemachten Frischkäse ist nicht mehr nötig, als …….Joghurt. Keine Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl oder Citronensäure oder andere Zusatzstoffe. Was ich dann an Zutaten an Kräutern oder Gewürzen oder sonst für jeweilige Rezepte mit Frischkäse hinzufüge, ist ein anderes Thema. Dazu dann, wie gesagt, mit einem neuen Rezept passend zum Herbst demnächst mehr in einem weiteren Beitrag.

Bis dahin………..geniessen Sie etwas GUTES!

PS: Die Taschen und Kissen und viele andere Motive und Fotoprodukte meiner Fotos finden Sie übrigens HIER.

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