Penne mit Möhren, Huhn und Zucchini

Links mit Maggi und rechts ohne Maggi © Liz Collet
Links mit Maggi und rechts ohne Maggi Familie Fix & Frisch © Liz Collet

Kennen Sie die Rätselseite in der Fernsehzeitschrift Hörzu? *) Letzte Seite mit diversen Zahlen- und anderen Rätseln. Das neue Heft erschien (glaube ich) immer freitags und wenn ich sie vom Einkauf mitbringen sollte, war es die letzte Seite mit den Rätseln, die ich als Erstes aufschlug und las und oft genug bereits (um mir die Zeit in der Warteschlange vor der Kasse zu verkürzen) im Laden. Als Erstes löste ich da das Suchbild mit den Fehlern, dazu war kein Stift nötig. 

Ich hätte übrigens auch besser nichts eingetragen, denn zumindest beim Suchbildrätsel und beim Kreuzworträtsel war ich nicht die Einzige, die es gern löste. Und Anstand und Respekt und Erziehung brachten es selbstverständlich mit sich, meiner Mutter etwa nicht die Freude zu nehmen, es ebenfalls zu lösen und zwar, bevor ich da was hineingekritzelt hätte. Bei den anderen Rätseln wie den Symbolzeichen-Rätseln hatte ich hingegen allein Spass am kniffligen Lösen.

So ähnlich wie mit jenem Suchbildrätsel in der Hörzu, das oft Gemälde alter Meister verwendete,  ist es auch mit diesem Bild oben.

Das eine Bild zeigt eine Speise mit einem Maggi Fix Produkt, die andere eine Speise, bei der ein vergleichbares Gericht ohne solches Fix-Produkt hausgemacht wurde. Sie werden nun vielleicht wegen einer halbwegs ansehnlichen Optik beider (und auch nicht mit Bildbearbeitung optimierter) Varianten den Eindruck haben, dies spreche für auch gleichwertige oder gar geschmacklich gleichwertige Ergebnisse.

Bevor Sie nun Schnappatmung bekommen und einen Herz-Kreislauf-Stillstand markieren, dass sowas wie Tüten-Fix-Mix-Produkte meinen Blog gehackt und gekapert hat – bitte nicht hyperventilieren, Blutdruck wieder auf Normallevel einpendeln.

Ich favorisiere unverändert die Zubereitung von Speisen frisch, aber nicht dogmatisch unter Verzicht auf jegliche Fertig- oder Convenience Produkte. TK-Blätterteig ist ja beispielsweise auch eines. Aber den Sinn von Fertiglasagne oder Tütenmischungen für Saucen, Suppen und Gerichte sehe ich nicht für mich. Aus einer Kette von Gründen. Wenn ich aber einen rund 70-jährigen netten Herrn vor mir an der Kasse darüber plaudern höre, dass er – allein in seiner eigenen Wohnung lebend und sich versorgend – Fertiglasagne aus dem Kühlregal so alle zwei Wochen gern mal kauft, weil er diese nicht selbst machen könnte, er aber gern hin und wieder eine essen möchte, dann hat manches solcher Produkte eben doch seine Zielgruppe und damit seine Berechtigung. Und verdient umso mehr, auch qualitativ gut hergestellt zu werden. Wie einige andere Produkte eben auch. Und das wiederum interessiert mich – nicht nur beruflich in mehrfacher Hinsicht. Und eine, die sich dabei am Rande vor mehr als 10 Jahren ergeben hat, wie man als Jungfrau dann zu Kindchen kommen kann, ist das Testen von allerlei Produkten. Hin und wieder und zu einzelnen Beispielen lesen Sie dazu etwas nebenan oder auch hier ausnahmsweise. Wenn es um Food und Gerichte geht.

Diesmal geht es um bestimmte Fix-Produkte.

Fix klingt ja immer, als spare man sich damit viiiiiel Arbeit, viiiiiel Zeit. Dafür wird einem weisgemacht, das rechtfertige dann schon auch den Preis solcher Produkte. Und was solche Produkte alles noch so erleichtern – man glaubt es kaum. Letzteres wäre meist besser.

Aber was wird alles werbewirksam behauptet, was diese Produkte können!

Kochen überhaupt, denn wer von denen, die stundenlang Kochduelle guggen vom Sofa aus kann’s denn noch und auch noch so, dass es sogar schmeckt, gell? Und vor allem jedes Mal wieder gleich gut? Jaha, juchu – dafür, dass es jedes Mal gleich schmeckt und in jedem Haushalt (Wunschtraum der Hersteller) über Generationen hinweg (Wunschträume der Generationen von Herstellern) gleich schmeckt (nämlich nach ihren Mixturen, die keiner so genau identifizieren kann, Betriebsgeheimnis) und soll (Verbraucher schon gar nicht, sonst würden sie es vielleicht weniger kaufen) – ja, dafür sorgen Tütchen und Mischungen.

Glauben manche. Glauben manche, vielen weismachen zu müssen, der Gewinnmaximierung wegen. Geschmacksminimierung ist der Preis, der neben dem Kaufpreis dafür mitbezahlt wird. Nun, Angebot, Nachfrage…. in der Schule für’s Leben gelernt hätte es eigentlich die Mehrheit. Aber Hauptsache, jeder poltert ein paar Tage oder Wochen lang was durch seine FB-Timeline über den Boykott von Billigmilch bei Discountern, um den armen Milchbauern zu helfen. Am besten per Smartphone, während er in der Schlange an der Kasse bei ALDI steht und den 12-er Karton Milch und ein paar andere Dinge mehr kauft. Brot vom “Backautomaten”. Damit die Handwerksbäcker nicht aussterben, kann man ja noch was über “Erst wenn alle Handwerksbäcker aufgegeben haben, werdet auch Ihr merken, dass Ihr Euch keinen selber backen könnt …” zwitschern.

Hier das Gericht, das im Test (mehr dazu HIER) gewonnen hat. Hausgemachte Variante, soviel sei verraten, hat gewonnen. Spätestens jetzt werden auch die letzten Schnappatmungen sich wieder besänftigen lassen. Und sollte der eine oder andere den finsteren Verdacht hegen, das sei gar diabolische Strategie gewesen – testen und für nicht so gut, wie selbstgemacht bewerten…….. müsste ich Sie sehr, sehr streng anguggen. Sie streng anzuguggen versuchen. Möglichst streng und ernst guggend. Und so einen Verdacht energisch von mir weisen. Hier wird schliesslich fair und objektiv getestet und bewertet.

 Penne mit Möhren Huhn und Zucchini© Liz Collet
Penne mit Möhren Huhn und Zucchini© Liz Collet

Aber ………….ich kann allerdings nun wirklich nichts dafür, dass ich einen sehr einfachen Geschmack habe: Das Beste ist mir einfach das Liebste. Und das ist seit jeher und seit langem beim Kochen bei aller Liebe auch zu raffinierteren Rezepten und Zutaten die Zubereitung mit wenigen, guten und frischen Zutaten.

Und wie ich es von klein auf lernte, weil das selbstverständlich war: Mithelfen beim Kochen, Zuarbeiten dazu und auch im Haushalt, das sowieso. Egal, ob und wieviel Schularbeiten man zu tun hatte oder Kurse oder Sport oder anderes man noch nachmittags hatte. Man hatte sich einfach seine Zeit dafür einzuteilen und mitzuhelfen. Natürlich machte Plätzchenausstechen mehr Spass, als täglich den Mülleimer zum Tonnenhäuschen zu bringen oder Schuhe aller Familienmitglieder zu putzen, Kartoffeln oder Zwiebeln zu schälen, anstatt selbst am Kochtopf “den schönsten Teil” beim Kochen tun zu dürfen.

Aber aller Anfang…. und auch beim Zusehen und vom Zuschauen lernt man und auch das als Regel:

Jeder Idiot kann aus den besten und teuersten Zutaten Ungenießbares fabrizieren, aber Können zeigt sich darin, aus wenigsten, preiswerten und einfachsten, scheinbar unscheinbaren Zutaten Leibspeisen und Schmankerl zu zaubern, die nicht nur mit kleinem Budget einer Familie alle satt machen, sondern zeitlebens gern und immer wieder gern gegessen werden.

Gelegentlich ruft das im Umfeld ebenso Verwunderung hervor, wie die für mich völlig überraschende Reaktion einer früheren meiner Mitarbeiterinnen, als mich diese (begeistert und anerkennend) darauf ansprach, dass ich täglich mit dem Rad ins Büro in Schwabing kam und auch zu den Terminen fuhr. Anders als ihre früheren Chefs, die Wert auf Firmenfahrzeuge gehobener Klasse als unverzichtbares Statussymbol legten und fuhren. Und meines Kollegen, der zu seinen Terminen ausnahmslos mit dem Taxi und bei der Bahn mit der 1. Klasse fuhr.

Auch in Kreisen von Foodbloggern sind Statusdenken und Statussymbole weit verbreitet. Vom Fuhrpark der vermeintlich unverzichtbaren Technik und selbstkochender Geräte, die das Ein- bis Mehrfache mancher Monatsmieten betragen bis hin zu Lebensmitteln, die sensationelle Preise fordern. Was bei einem Teil von ihnen durch Aufwand, Mühe und Zeit der Herstellung gerechtfertigt ist, aber mitnichten auf breiter Ebene immer dem angemessenen Wert entsprechen muss. Aber das zu vertiefen, soll nicht Gegenstand diesen Beitrags heute sein.

Ich belasse es mal dabei: Ich liebe gute Brezen und Brot vom Meisterbäcker. Und gute Butter. Und beides zusammen ist für mich köstlicher, als  billig produzierte industrielle Wurst, bei der mehr Zutaten auf ihrer Verpackung stehen, als meine Grossmutter ohne Fachleute entschlüsseln könnte.

Les petits plaisirs sont toujours les meilleurs. Eine einfache Philosophie. Die einfachste vielleicht. Für viele erstaunlich schwer lebbar. Aber: Chacun son plaisir.

Verwendet wurde für die eigene Rezeptvariante nicht geschnetzeltes Puten- oder Hühnerfleisch, sondern Hühnerkeulen.

 Die verwende ich ganz gern in vielerlei Weise. Das kommt bei mir gern vor, wenn ich und weil ich ganze Hendl kaufe und sie nicht immer im Ganzen gare, brate oder schmore, sondern oft selbst tranchiere und dann aus den einzelnen Teilen mehrere Gerichte zubereite. Und natürlich kann man auch die Keulen lieber kaufen, weil sie saftiger und zarter sind als Geschnetzeltes beim Braten. Oder manche mögen nur kleine Portionen zubereiten – im Single- oder Paarhaushalt. Nicht jeder Student beispielsweise hat in seinem Zimmer oder anderer Studentenbude einen Kühlschrank mit TK-Fach, um ganze Hendl zerteilt und einzeln zubereitet peu à peu unterzubringen. Auch Senioren, die sich noch selbst versorgen, kaufen vielleicht lieber nur noch eine Keule und nicht das ganze Hendl.

Die Hühnerkeulen wurden in zwei Teile geschnitten  für eine kürzere Garzeit, die Zubereitung des Gerichts einschliesslich des Gemüse- und Zwiebelschnibbelns ist zwischen 20 und 30 Minuten.

Würde man von einem gebratenen oder gegartem ganzen Hendl Fleisch verwenden, liesse sich die Zubereitungszeit eines solchen Gerichts sogar auf ca eine Viertelstunde reduzieren.

Die so aber rohen Hühnerteile wurden in wenig zerlassener Butter von allen Seiten asngebraten. Die Zwiebeln wurden dabei gleich hinzugefügt und glasig angeschwitzt, dann kommen die Karotten dazu, bevor die Dosentomaten hinzugefügt werden.

Danach mit Wasser aufgiessen und bei 2/3 bis 3/4 Hitze garen. Für Aroma und Sauce und ihre Bindung dient die Zwiebel bereits. Hinzu kam ein Stück Zucchino (für die Menge: Länge des Daumens, in Scheiben geschnitten), der erst gegen Ende der Garzeit und wenn die Flüssigkeit reduziert ist, hinzugegeben wird. Schliesslich kommt die Sahne (klappt aber auch mit Vollmilch, wenn Sie keine Sahne haben oder verwenden wollen) hinzu und dann die Pasta. Gewürzt, bzw. abgeschmeckt wird mit den Gewürzen Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, edelsüssem Paprika, etwas Oregano und frischer Petersilie. Diese Zutaten sind im Bereich weniger Cents anzusetzen, somit deutlich günstiger, als das Tütenprodukt.

Man kann die Hühnerteile entweder so wie gegart dann servieren oder vorher die Knochen auslösen.

Einen schönen Start in Ihre neue Woche, eine genussreiche Woche. Kochen Sie  sich was Gutes………und vergessen Sie nicht, dass es Unternehmen gibt, die nicht nur ganz besonders Ihr Bestes wollen. Ihr Geld, zuallererst. Und als zweites: Ihr Geld. Und jedes Tröpferl Trinkwasser. Weil Sie das nicht einfach haben sollen, womöglich als Menschenrecht. Sondern nur gegen Geld bekommen soll. Weil Ihnen das vermittle, dass Trinkwasser einen Wert habe und haben solle und müsse. Das Sie natürlich zahlen sollen. Wie viele andere auch schon, arme und ärmste Menschen gar. Da, wo Trinkwasser eh noch nie wirklich selbstverständlich war und eigentlich eh hochgeschätzt worden ist. Wie bei uns auch, eigentlich. Bis und seit es eigentlich in bester Qualität aus dem Wasserhahn in eigenen Wohnungen kam und kommt. Trinkwasser. Not Bottled Water. Man kann ES eigentlich gar nicht oft genug zeigen. Und sagen. Und keinen Cent in Unternehmen fliessen lassen, die damit mächtiger und finanzkräftig genug werden, um sich anmassen zu wollen und wagen, anderen den Hahn abzudrehen oder ihn zu regulieren und den Trinkwassermarkt.

* PS: Gibt es die Suchbilderrätsel noch in der Hörzu? Ich weiss es leider nicht, da ich seit Jahren keine Fernsehzeitschriften mehr nutze und online kann man den Infos über Abo von Print- und EPaper-Ausgabe der Hörzu das nicht entnehmen. Vielleicht werfe ich beim nächsten Weg in einen meiner Lieblingsschreibwarenläden  mal einen Blick in die aktuelle Ausgabe, auf deren letzte Seite. Der neue Bürokalender und die neuen Filofax-Einlagen für das Kalenderjahr 2017 stehen auf der Einkaufsliste und ich kaufe bekanntlich ja wann immer möglich im lokalen Einzelhandel.

PS 2: Ein aufmerksamer Leser hat zum Einen wissen wollen, ob ich schon mal Fotoaufträge von Unternehmen übernommen hätte, die zubereiteten “Fix&Fertig-Produkte” mit Fototricks (Bildbearbeitung, Foodstyling etc) aufzuhübschen, da ihn das Eingangsbild im Beitrag oben erinnere an “Vorher- Nachher-Foodstyling” und Beiträge über Foodstylisten, die unter anderem für Verpackungsfotos von solchen Produkten derlei professionell machen. Mit solchen Tricks arbeite ich allerdings weder bei meinen Rezepten und Fotos für den Blog, noch für Foodfotos sonst. Solche Kniffe kenne ich natürlich – und zwar aus beruflichen Gründen meiner Tätigkeit für Verlage und deren Kochbuchfotografen, die es mit sich brachten, dass man im Gespräch mit Verlagsmitarbeitern oder den Auftraggebern von Mandaten aus dieser Branche und mit deren Fotografen auch über solche Themen en passant einfach plauderte. Aber natürlich nicht ausplauderte, beruflicher Schweigepflicht geschuldet. Was aber als Vermarktungsnotwendigkeit für Verlagswerke  am Anspruch des Kunden und Kaufanreiz anderen Prioritäten als bei mir persönlich unterliegt – bei mir wurde und wird gegessen, was fotografiert wird. Und zwar unmittelbar anschliessend, bevor Suppe oder Gericht abkühlen oder Eis und Parfait schmelzen. Alles andere wäre für mich respektlos gegenüber Lebensmitteln.

Meine Leser könnten aber diese Beiträge interessieren:

Ausserdem hatte der aufmerskame Leser im Blog nebenan beim Testbericht zum Maggi Familien Fix & Frisch Produkt “Tomaten Hähnchen” die Abbildung auf der dortigen Tüte betrachtet und mit meinen Fotos oben verglichen und thematisiert, dass die Abbildung auf der Tüte wenigstens nicht so fern vom tatsächlichen Ergebnis der Zubereitung bei mir (oben links bei den Vergleichsbildern) läge, was ja bei Fertigprodukten keinesfalls immer so sei. Damit hat er nicht unrecht, dem würde ich nicht widersprechen. Auch wenn wir uns einig sind, dass Kochergebnisse von Convenience Produkten durchaus auch immer von den individuellen Fähigkeiten und Lust am Kochen des Kunden abhängen und der Qualität und Frische der zusätzlich hinzuzufügenden Zutaten und Umgangs mit diesen. Und wenn ich auch bei der Verwendung solcher Produkte nicht weniger als bei ausschliesslich hausgemachten Gerichten ebenso auf einen nett angerichteten Anblick achte (und dem Garnieren mit frischer Petersilie nicht widerstand), ansonsten wird weder getrickst, noch ist Optik alles: Geschmack und Qualität und Inhalt ist entscheidend.

Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen.
J.W.v.Goethe

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