Knoblauch {Allium Sativum}

Knoblauch © Liz Collet
Knoblauch © Liz Collet

Den einen ist er Genuss, den anderen Graus. Der Knoblauch. DER Knoblauch ist eigentlich nicht richtig, weil es verschiedene Sorten gibt und sie haben auch leicht unterschiedliche und unterschiedlich intensive Aromen.

Ich kannte weder den Geschmack von Knoblauch, noch wie er sich “duftend” auswirkt bei denen, welche ihn gegessen hatten, bis ich 17 war. Meine Mutter kochte grundsätzlich niemals mit Knoblauch. Das hatte seinen Grund weniger wegen des Geschmacks, sondern weil mein Grossvater in ihrem eigenen Elternhaus sehr gern mit Knoblauch kochte – sogar auf dem Sauerkraut soll er es reichlich verteilt mit gegart haben. In der Zeit, als ich ihn kannte, war das allerdings nicht mehr der Fall, warum auch immer. Jedenfalls schilderte meine Mutter, dass sie wegen des Geruchs, auf den sie vor ihrer Ehe bei der Arbeit von Kollegen unfreundlich angesprochen wurde und weil sie das anderen auch nicht zumuten wollte, eben in ihrer eigenen Küche Knoblauch grundsätzlich nicht verwenden wolle.

Und so wusste ich weder, wie er schmeckte, noch kannte ich diese “Ausdünstungsgerüche” , bis eines Morgens eine Kundin in die Bäckerei, in der ich neben der Schule zu arbeiten angefangen hatte und in der ich mir danach auch mein Studium finanzierte gleich nach Ladenöffnung kam, die recht eigen “duftete”. Meine Kolleginnen nahmen Reißaus unter dem Vorwand, Ware vom Nebenraum zu holen… und erklärten mir hinterher, dass die Dame immer so schrecklich nach Knoblauch “müffle”. Da erst lernte ich eben diesen “Dunstgeruch” von Knoblauch kennen und verstand, was meine Mutter und deren Kollegen gemeint hatten.

Knoblauch © Liz Collet
Knoblauch © Liz Collet

Zubereitung von Kräuterbutter in meiner Studienzeit ebenso wie von Tzatziki oder Besuche in griechischen Restaurants brachten aber dann eben Knoblauch mit sich und den Geschmack mochte ich stets. Wenn ich ihn ass und zuhause verwendete, habe ich lange darauf geachtet, das nur an solchen Tagen zu tun, an denen anderntags kein Arbeitstag oder jedenfalls keiner mit Publikumskontakt lag.

Knoblauch © Liz Collet
Knoblauch © Liz Collet

Seltsamerweise behaupten viele, dass ich nach Essen mit Knoblauch nie danach “duften” würde. Das mag an ein paar Selbstverständlichkeiten liegen (empfehlen Zahnärzte nicht ohnehin 3x täglich Zähneputzen und auch nach dem Essen?) oder an kleinen Tricks (Petersilie zum Gericht oder danach zu naschen mag helfen oder meine Vorliebe für diese Minzplätzchen). Oder daran, dass man ihn am besten gemeinsam mit anderen isst. Oder auch daran, dass ich nach wie vor darauf achte, wann ich ihn verwende. Schliesslich muss das nicht unbedingt vor dem Termin mit Kunden oder an Tagen bei der Arbeit im gleichen Raum mit Kollegen sein.

Und abgesehen davon, kommt er bei mir gern und oft vor. Zum Fleisch und Braten, zu Fisch und Gemüse, aber auch beim Bräunen von Pasta in der Pfanne in wenig Öl oder Butter, bis sie goldbraune Kruste bekommt. Dabei eine Knoblauchzehe (in der Schale) in der Pfanne sacht mitgebraten, Prise Salz, Pfeffer, frische Kräuter darüber….. und Salat dazu, perfektes Aroma und Essen.

Und wer mag bei Knoblauch- oder Kräuterbutter oder beim Kräuterquark darauf gern verzichten?

Knoblauch (Allium sativum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium). Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze genutzt.
1989 wurde Knoblauch in Deutschland zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.
Wussten Sie übrigens, dass der Knoblauch in manchen Gegenden Österreichs als „Vanille des armen Mannes” bzw. “der armen Frau“ bezeichnet und der dort bekannte „Vanillerostbraten“ daher nicht mit Vanille, sondern mit Knoblauch gewürzt wird?

Knoblauch in Öl oder Salzlake einzulegen ermöglicht viele Verwendungsmöglichkeiten auch als pikante Zutaten für Antipasti oder zu Gegrilltem und Kurzgebratenem oder zu Brot.

Während des Winters schätze ich besonders das Grün des Knoblauchs (ebenso wie das der Zwiebel), das binnen weniger Tage wächst, wenn Sie einzelne Zehen in die Erde eines Blumentopfes oder -kastens stecken und eine feine Schärfe und etwas intensivere Würze als Schnittlauch hat.

Knoblauchgrün © Liz Collet
Knoblauchgrün © Liz Collet

Schmeckt wunderbar auf Salat, Butterbrot, zu Kartoffeln, Kräuterquark, Suppen und Saucen.

Und gesund soll er ja bekanntlich auch sein, wie man immer wieder liest.

Nicht nur wirksam gegen “cineastische Blutsauger.” Ob er immer die richtigen “Blutsauger” abhält, die vom “Knoblauchduft” allein nicht abzuhalten sind, ………man darf es bezweifeln.

This slideshow requires JavaScript.

Übrigens………auch meine Mama hat irgendwann den Widerstand gegen Knoblauch aufgegeben, als sie ihn in Fondue-Kräutertopfen-Dips, in Tzatziki, Kräuterbutter und bei griechischem Essen wieder als Genuss und nicht nur als Graus neu entdeckte.

2 comments

  1. Ich liebe den Geschmack und hasse den Duft am nächsten Tag (nicht den der Zubereitung!)… Denke auch, dass Petersilie manchmal dagegen hilft. Schöne Fotos!

    • Liebe Heike, vielen Dank für das freundliche Feedback. Tatsächlich achte ich noch immer darauf, was ich anschliessend oder anderntags vor habe, bei der Frage, ob er ins Essen kommt. Seltsamerweise duftet die Haut eher nach Zwiebeln im Essen, als nach Knoblauch bei mir, aber auch das scheint bei jedem anders zu sein, abhängig von der Haut oder wovon auch immer. Haut ist ja ohnehin eines der faszinierendsten Organe des Menschen. Liebe Grüße aus dem Blauen Land am Staffelsee in die schöne Pfalz! Liz

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s