Honig-Senf-Sauce mit Dill {Cave – davon werden Sie jetzt unheilbar angefixt!}

Hovmästarsås,Dill-Honig-Senf-Sauce © Liz Collet
Dill-Honig-Senf-Sauce © Liz Collet

Wenn man ihn bei Foodbloggern erwähnt, erhält man eine überraschend häufige negative Resonanz, die sich nicht allein auf “habe ich irgendwie schon lange nicht mehr verwendet, einfach vergessen, auch mal wieder zu verwenden, könnte man eigentlich mal wieder” beschränkt, sondern regelrechte Aversionen zu wecken scheint. Nachfragen nach Gründen dafür bringen selten konkrete Angaben.

Liegt es daran, dass Dill für viele Jüngere entweder inzwischen so unbekannt ist, wenn sie überhaupt im Supermarkt mal zu frischen Kräutern oder Kräutertöpfen greifen und dann zu dem unvermeidlichen Basilikum greifen, das oft genug schon rein zahlenmässig im Angebot neben Schnittlauch, Petersilie, Thymian, Rosmarin und vielleicht noch Minze und Melisse bei den Kräutertöpfen dominiert?

Oder bei den nicht ganz so jungen Kunden daran, dass sie Dill vielleicht noch mit den Gerichten gedanklich erinnern, die – wie zB Dillsauce zu Seelachs (womöglich der in rechteckigen tiefgefrorenen Platten des TK-Fischanbieters, dem Generationen von Kindern ihre panierten Fischstäbchen verdanken) und Salz- oder Pellkartoffeln – mit Mehlsaucen verbinden, die früher eben wenige Zutaten und preiswerte brauchten und allenfalls mit getrocknetem Dill gewürzt wurden? Ebenso wie mancher Gurkensalat, der – ob mit Essig und Öl oder mit Milch oder Sauerrahm angerichtet – oft nur solchen als Gewürz neben Salz und Pfeffer bekam?
Vor allem, wenn frischer Dill saisonal nicht zu bekommen oder nicht aus dem eigenen Kräutertopf und Garten teurer als der getrocknete aus der Gewürzdose war? Oder allenfalls sonst noch von Fischsalaten oder Remouladen zu Fisch?

Wenn man sich umhört, ist ein wirklich konkreter Grund selten in Antworten zu erlangen.

Dabei essen ihn selbst diejenigen, die ihn (vermeintlich) kategorisch ablehnen oft genug mindestens in den Sößchen, die in Miniportiönchen der Honig-Senf-Sauce den Lachs-Packungen beiliegen, die sie – zu manchen Festtagen sogar in rauen Mengen und – zu Discounterpreisen in den Einkaufswagen legen. Da stört dann auch allenfalls die zu kleine Saucenportion, nicht aber ob Dill darin ist oder ob es dabei frischer Dill war, der in die Sauce gefügt wird. Gerade jetzt zu Sylvester und Neujahr lohnt es sich, diese Sauce unbedingt selbst zuzubereiten.

Sie ist so kinderleicht gemacht, dass Sie diese nie wieder werden im Tübchen oder Glas für teureres Geld fertig kaufen wollen, erst recht, weil bei diesem Rezept keinerlei Zusatzstoffe nötig sind, um sie haltbarer zu machen, als sie ohnehin verbraucht wird. Wenn Sie mir nicht glauben, lesen Sie bitte einfach die Kommentare derjenigen, die mein Rezept ausprobiert haben und seither unheilbar angefixt davon sind HIER.

Ob ich ein schlechtes Gewissen haben sollte? Mitnichten! Warum auch – wo jede der Zutaten so himmlisch gesund ist? Vom Senf über das Vitamin C der Zitrone und vom Honig gar nicht zu reden und eben auch dem Dill, über den ich hier schon mehr geplaudert habe in meinem Blog über Blüten, Kräuter und Gewürze?

Für die Dill-Honig-Senf-Sauce je 2 El Honig, Dijonsenf und süssen Senf (zu gleichen Teilen), zusammen glattrühren. Den Saft einer halben Zitrone dazugeben und mit Pfeffer aus der Mühle abschmecken.

Ein Bund Dill fein hacken und darunter mischen.

DAS ist der ganze Zauber! Sie brauchen mehr? Dann rühren Sie einfach die doppelte Menge an oder mischen nach Bedarf weitere Sauce in Sekundenschnelle fertig – da brauchen Sie keine Zusatzstoffe für die Haltbarkeit und etwaige Reste können Sie problemlos bis anderntags gekühlt aufbewahren.

Wer die Sauce lieber ein wenig schärfer mag, gibt noch etwas Dijon dazu, wer sie lieber süsslicher vorzieht gibt noch etwas Honig darunter.

Salz braucht es meist keines, nur bei Bedarf eventuell noch mit etwas abschmecken.

Tipps:

Die Dill-Honig-Senf-Sauce schmeckt besonders gut zu Lachs aber man kann sie durchaus auch zu anderen Gerichten oder Speisen reichen:

  • zu gekochten Eiern,
  • zu dieser unwiderstehlichem Lachs-Joghurt-Mousse (in der sich Mousse, Eierscheiben, Gurken, Lachs und Dill geschichtet vermählt haben, Zubereitung verrate ich HIER mit weiteren Bildern)
  • zu Salatgurken,
  • als Dressing über einen Gurken-Eier- oder Eier-Kartoffelsalat,
  • zu gekochtem oder heiß gegartem Schinken oder Schinkenbraten,
  • zu Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln beispielsweise.
  • Auch zu kaltem Braten – auf Brot, an Salat – passt sie,
  • an Sülzen ist sie eine interessante Ergänzung. Das können Fisch- oder Fleisch- ebenso wie Gemüsesülzen sein. Und natürlich auch zu gedünstetem oder gebratenem Fisch.

Varianten:

Man kann sie auch mit mittelscharfem Senf zubereiten, der aber nicht so ganz den Ton an Schärfe mit den übrigen Zutaten hat. Auch mit Löwensenf ist sie möglich, dann sollte man aber weniger Senf anfangs im Verhältnis zu den übrigen Zutaten verwenden und kosten, ob man noch etwas zufügen will oder mit der Schärfe zufrieden ist.

Und noch eine Variante für alle, die dennoch nicht mit Dill glücklich werden: Versuchen Sie es als Alternative mal mit ein wenig Rosmarin. Oder Thymian. Die passen auch sehr gut zu Rinderschinken oder -braten, Roastbeef, Entrecôte und …………zu Feigen und Käse. Und wenn ich jetzt noch ein bisschen an den Zutaten schraube, kriege ich Sie spätestens bei “Lamm” und “Lammkeule” und wie Sie Senf, Honig, Zitrone und Kräuter damit verbinden.🙂 Aber das ….ist wieder eine neue Geschichte!

Bis zu dieser……….. lassen Sie sich etwas GUTES munden!

Bon appétit   © Liz Collet

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