Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Pinienrosmarin

Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Ei © Liz Collet
Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Ei © Liz Collet

Ein Gröstl ist das Höchste. Was man aus Resterln fabrizieren kann. Die wahre Kunst besteht darin, immer soviele und so gute Sachen im Haus zu haben, von denen ein Resterl übrig ist, um anderntags oder am übernächsten Tag daraus heissgeliebte Gröstl fabrizieren zu können.

Zu meinen Lieblingsgröstl gehören Kartoffelgröstl, aber auch Gröstl aus Kartoffelknödln, Semmelknödln oder Serviettenknödln.

Das Kartoffelgröstl ist in meiner Kindheit vor allem dann gern auf den Tisch gekommen, wenn es vorher Gerichte mit Suppenfleisch gegeben hatte. Vom restlichen Suppenfleisch wurden neben Nudelsuppen, Bohnensuppe auch gern eben Gröstl zubereitet. Das gewürfelte Suppenfleisch wurde mit Zwiebelwürfeln in der Pfanne schön angebraten, wobei das Suppenfleisch schön Farbe nehmen, die Zwiebeln aber nicht zu dunkel gebrutzelt werden sollten. Dann kamen die in Scheiben geschnittenen Pellkartoffeln (auch Reste von Salzkartoffeln taugen dazu) dazu und wurden mit gebraten. Bis zuletzt dann ein Guss aus verquirlten Eiern darüber kam und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Paprika gewürzt stockend das Gröstl fast schon komplettierte. Darüber oder unter das Eigelb bereits gemischt schmeckt Schnittlauch oder Petersilie. Und zu dem Gröstl ein Butterbrot mit Schnittlauch darauf und ein üppiger Blatt-, Gurken- oder Tomatensalat nach Saison, auch Feldsalat gesellt sich gern dazu.

Bei den verschiedenen Knödlgröstln, die ich besonders auch zu Rahmschwammerl liebe,

Knödlgröstl mit Rahmreherl

spielen gern ein geräuchertes Wammerl mit, das vor den Knödelscheiben in der Pfanne in Streifen oder gewürfelt sacht brutzelt, bis es ausgelassen vom Fett tanzend aus selbiger entnommen und auf einem Teller Tanzpause macht. Vom ausgelassenen Fett nimmt man einen Teil weg, im übrigen Teil brutzelt man sachte die Knödlscheiben knusprig goldbraun, ggf. gibt man einen Stich Butter für den Geschmack hinzu. Dann giesst man auch hier verquirltes Ei über die Knödl und gibt die Speckwürfel zusammen mit frischen Kräutern darüber. Salzen braucht es hier wenig, weil das Wammerl schon würzig genug ist.

Haben Sie (verflixt, wenn die Knödl alle so gut schmecken, dass keiner vom Sonntagsessen mehr übrig ist) mal keine Knödl zur Hand, tun’s aber auch ein, zwei Handvoll Schwammerl,

Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Ei © Liz Collet
Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Ei © Liz Collet

die mit Zwiebel und Bratwurstscheiberl (oder Speck) in der Pfanne brutzeln, bis es duftet und Hunger wie Hemmungslosigkeit streichelt, über die Pfanne bereits mit der Gabel oder dem Löffel herfallen zu wollen. Dann ist der Zeitpunkt richtig, auch hier Eier über das Gröstl zu giessen und nach dem sanftem Würzen mit Salz, Pfeffer, Cayenne und Kräutern nur noch so lang dem Anfall von Hungertyphus widerstehen zu müssen, bis das Ei gar ist. Dann wird schnabuliert, bis das Gröstl gar und die Pfanne leer ist. Bauernbrot und Salat dazu – perfektes Resterlmenü.

Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Ei © Liz Collet
Schwammerlgröstl mit Bratwurst und Ei © Liz Collet

Heute hat bei den Kräutern der Pinien-Rosmarin mitspielen dürfen, der als letzter der Wackeren des Sommerkräutergartens sogar die ersten Schneetage draussen überstanden hat.

Bratkartoffelsalat © Liz Collet
Bratkartoffelsalat © Liz Collet

Winterhartes Kerlchen, fürwahr.

Dennoch heisst es jetzt erst mal wieder Zwiebeln und Knoblauch treiben zu lassen, damit frische Würze täglich geerntet werden kann. Die nicht nur zu Gröstl und warmem Bratkartoffelsalat Würze und leichte, feinen Schärfe liefern. Beim Knoblauch wie bei den Zwiebeln geht das recht fix und binnen weniger Tage. Einen ganzen Blumenkasten voll zu setzen, allerdings auch – wenn Sie im Winter mal ein Butterbrot mit frischen Röllchen von dem Grün des Knoblauchs oder der Zwiebel gegessen haben, strafen Sie garantiert die schlappen Schnittlauchhalme im Handel mit Nichtachtung im Vorbeigehen. Und können den dafür ersparten Euro locker in die Dose werfen. Für bessere Ideen und andere Wünsche.

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Knödl sind natürlich auch eine wunderbare Zutat zum Braten als Beilage.

Ein gegarter Serviettenknödl, gut verpackt, ins TK-Fach – und Sie haben immer eine Zutat in Reserve, um nicht nur Gröstl daraus zu zaubern.

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