Mandeln, Marzipan und ……ein Marzipankranz

Teatime mit Mandelkranz © Liz Collet
Teatime mit Mandelkranz © Liz Collet

Ein Kompromiss
ist die Kunst,
einen Kuchen
so zu teilen,
dass alle meinen,
sie hätten das größte Stück bekommen

Ludwig Erhard

Sagen Sie nicht, man könnte stattdessen auch einfach so viele Kuchen (mehr) backen, dass jeder genug davon bekommt und essen kann, bis es gar seinen Gürtel sprengt. Es gibt leider auch dann immer irgendjemanden, der meint, nicht genug oder gleich viel bekommen zu haben wie andere. Und der sich mit kugelrundem Bauch noch die Taschen füllen will, um den Anteil auch noch nach Hause zu tragen, der ihm vermeintlich noch und extra zustehe. Das ist bei Kuchen nicht anders, als bei Verhandlungen, die Sie als §§-Schubserin vielfach erleben. In Vertragsverhandlungen, in Vereinigungen, bei Lobbyarbeit und in Fachgesellschaften, ebenso wie in Vergleichsverhandlungen im Gerichtssaal oder ausserhalb solcher Räume der vermeintlichen Gerechtigkeit. In denen in Wahrheit und Wirklichkeit weniger Wahrheiten (ja, ich spreche bewusst im Plural) zählen, als der Versuch des Rechts, mit Beweisregeln einen Ausgleich zwischen Rechtsansprüchen und der Verteidigung solcher und gegen solche zu finden und Rechtsfrieden zwischen Unfriedlichen wiederherzustellen.

Sie lernen und wissen als Bäcker-Lizl wie als §§-Schubserin aus Erfahrung: Kein Kuchen ist je gross genug, dass bei allen grammgenau gleich grossen Stücken für jeden Einzelnen jeder Einzelne auch satt genug, soll heissen: zufrieden sein wird. Einer ist immer dabei, der meint, zu kurz zu kommen und mehr zu verdienen. Selbst wenn er kein Krümel mehr verdrücken könnte.

Es ist  – in der Tat – eine Kunst, in beiden Bereichen eine Lösung zu finden, die jedem das Gefühl gibt, mehr als der andere, Besseres als der andere bekommen zu haben. Das Beste.

Mit Glück gelingt das dann beim Backen wie beim §§-Schubsen und sonst im Leben, wenn es Ihnen glückt, jedem das Stück zukommen zu lassen, das der Einzelne wirklich braucht, nicht nur dem anderen missgönnt oder dem anderen nur gönnt, wenn er es auch oder mehr davon hat. Aber das ist schon das Kapitel, in dem sich Backen, §§-Schubsen und höhere Diplomatie still und leise und fein verwoben ans Werk machen…. 

Heute…….wollen wir mal “nur” backen.

Der Sonntag hat den Schnee ins Blaue Land gebracht, erst noch ein wenig schüchtern mutet der leise verzuckerte Anblick an, doch schon am Montagmorgen wächst die Schneedecke sacht nach und nach und verspricht weitere Schneetage. 

Am frühen Montagmorgen duftet es nach Marzipan, Zimt, gerösteten Mandeln und nach dem mit diesen Zutaten zubereitetem Mandelkranz. Dass dieser so regelrecht im Handumdrehen vorbereitet und gebacken werden kann, liegt an dem so knderleichtem Quark-Öl-Teig. Dessen Zutaten einfach in einer Schüssel zusammen verknetet werden können, während der 4 o’ clock Espresso sich anschickt, mit dem in der Kanne auf dem Herd langsam siedenden, dann brodelnden und schliesslich aufsteigendem Wasser  für den Morgen-Coffein-Genuss zu sorgen.Kaum länger als bis dieser Espresso fertig ist, dauert das Kneten der Zutaten zum glatten Teig.  Und nur wenige Minuten länger, bis auch Füllung auf den ausgerollten Teig aufgetragen und der aufgerollte Teig in Form und Backofen gebracht sein werden.

Natürlich könnte man anstelle eines sehr einfach zu formenden Ring-Kranzes auch aus der Rolle einen geflochtenen Kranz oder Zopf backen. Dafür empfiehlt sich eine dann etwas längere Rolle zu formen, den Teig zum Rechteck an einer Seite entsprechend mit einer noch etwas längeren Kante auszurollen, um dann zwei oder gar drei Stränge zum Flechten zu formen. Oder Sie verdoppeln dazu die Zutatenmenge, um einen noch grösseren Spielraum für Zöpfe und Kränze mit zu flechtenden Strängen zu gewinnen. Probieren Sie es – und variieren Sie es, je nach Zeit und Laune und Zahl der Gäste, für welche Sie backen.

Der (abgekühlte) Mandel-Marzipan-Ring kann auch – stück-/portionsweise – gut eingefroren werden. Falls Ihnen mal sonntagsmorgens nach einem der verführerischen Stücke gelüstig ist, ohne zuerst backen zu wollen. Oder für ein überfallartiges Gelüsterl zum Nachmittagstee  oder -Kaffee.

Und das sind die Zutaten, die Sie benötigen:

Zutaten für den Quark-Öl-Teig

160 g Magerquark
5 EL Milch
5 EL Sonnenblumenöl
80 g Zucker
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz

Füllung

200 g Marzipan
90 g gehackte Mandeln
1 Eiweiß

1- 2 El Mandeln, gehobelt

Glasur:
Puderzucker
1 -2 Tl Rum
etwas heisses Wasser

Teatime mit Mandelkranz © Liz Collet
Teatime mit Mandelkranz © Liz Collet

Und so geht’s:
1.
Geben Sie die Zutaten für den Teig in eine Schüssel und verkneten Sie diese rasch zu einem glatten Teig. Bei zu feuchtem Teig können Sie zuletzt noch mit etwas Mehl, bei zu trockenem Teig noch etwas Öl hinzufügen, den Teig auf der Arbeitsfläche ablegen, die Schüssel können Sie sofort für die Füllung verwenden:

2.
Rösten Sie die Mandelsplitter in einer Pfanne oder Fettzugabe goldbraun, nicht zu dunkel, nehmen Sie diese zum Abkühlen dann heraus und geben Sie diese in eine kleine Schale. Sie können hier bereits den Backofen auf 160° vorheizen.

3.
Für die Füllung geben Sie das Marzipan in kleine Stücke zerteilt in die Teigschüssel, wenig heisses Wasser hinzu (ca 1-2 El), rühren Sie damit das Marzipan glatt zu einer pasteähnlichen Mischung. Fügen Sie dann die abgekühlten Mandelsplitter hinzu und zuletzt das Eiweiss und rühren Sie alles mit einer Gabel zu einer glatten Fülle.

4.
Rollen Sie den Quarkölteig auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck aus, ca 2-3 mm dick. Verteilen Sie dann die Fülle auf dem Teig und lassen Sie dabei ca 1 cm Rand frei. Rollen Sie den Teig dann von der langen Seite her auf und drücken Sie den letzten cm gut an. Belegen Sie ein Backblech mit Backpapier und geben Sie die Teigrolle auf das belegte Blech und formen Sie einen Kranz daraus.
Den Kranz backen Sie dann, bis er hellgoldbraun ist. Dann bepinseln sie ihn mit der Eigelb-Milch-Mischung rundum und streuen einige Mandelblättchen auf ihn und backen ihn fertig, bis er goldbraun ist.

5.
Wenn sie den Mandelkranz aus dem Backofen holen, lassen Sie ihn ca 5-10 Minuten abkühlen, dann geben Sie mit einem Löffel die Glasur “sprenkelnd” darüber, die Sie dazu aus dem Puderzucker, Rum (kann man weglassen, wenn man Alkohol nicht verwenden mag) und wenig heissem Wasser zur Glasur gerührt haben.

Bon appétit   © Liz Collet

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