Sonntags………..essen: Osso Buco alla Milanese oder alla Bavarese

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Osso Buco © Liz Collet

Fleisch……….nur sonntags. Und damit:
Sonntagsessen.
In jeden Sinne des Wortes.

Es gibt gar nicht mal jeden Sonntag Fleisch bei mir. Und ganz strikt ist auch nicht die Regel, wochentags niemals Fleisch zuzubereiten. Das liegt nicht nur daran, dass in Murnau der Mittwochsmarkt manchmal auch beim Metzger zum Einen oder Anderem verführt, was man nicht tagelang in Kühlschrank oder TK-Fach aufbewahren möchte, nur um einer Sonntags-Regel Genüge zu tun und vor allem damit, dass man als Foodfotograf eben dann solche und andere Gerichte nicht immer und nur sonntags zubereiten kann und bis zum Sonntag warten für Shootings. Und da – jedenfalls bei mir – dabei von jeher die Regel gilt: Nichts wird nur für ein Shooting gekauft, zubereitet (und womöglich mit Tricks künstlich hergerichtet, um dann fotogener auszusehen, aber nicht mehr verzehrfähig zu sein) und angerichtet, gibt es eben auch mal Ausnahmen an Wochentagen mit Fleisch und sehr viel mehr Sonntage auch ohne solches. Weil generell weniger Fleisch auf dem Speisezettel. Nicht aus Prinzip. Aber um des Genusses willen. Weniger ist mehr.

Bei Grosseltern war das ganz selbstverständlich gar nicht anders. Sonntags war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Ruhe-Tag………allein schon war das Besondere, mit dem Sonntage sich aus der Woche heraushoben. Zwar lechzen auch heute alle schon freitags (und manche schon montags) nach dem Wochenende, um “frei” zu haben. Doch in Wahrheit gönnen sie sich eben dieses “frei haben” nicht wirklich. Sie haben die Versklavung durch Arbeit, die viele Berufe früher beinhalteten und heute eigentlich nur manche Berufe beinhalten müssten, eingetauscht gegen die Versklavung der permanenten Präsenz der Medien und ihrer selbst in sozialen Medien und nicht mal mehr für Stunden, geschweige denn einen oder mehrere Tage abschalten zu können. Vorgeblich es nicht zu wollen, in Wahrheit es nicht mehr zu können. Sie entfalten entzugsgleiche Erscheinungen, die sich nicht nur in täglich bis mehrmals täglich geposteten Bildern aus ihrem Urlaub spiegeln, ohne zu realisieren, dass sie scheinbar nicht mehr leben können oder das Gefühl zu leben haben können, wenn nicht alle Welt dies auch permanent sehen würde.

Schade um den Genuss von Muße und Ruhe und das genussvolle Spüren jeder viel langsamer verstreichenden Minute und Stunde der Sonntage, an denen einmal alle Geräte offline sind und bleiben. Ausser vielleicht…….der Herd oder Ofen. Der für Sonntagsessen und -kuchen nötig ist. Und ein heimeliges und wohliges und behagliches Gefühl von Sonntagslaune und -genuss verströmt. Bei meinen Grosseltern begann das Vor- und Zubereiten sonntäglichen Essesn schon am früheren Vormittag. Nicht nur weil ein Holzkohlenofen oder ein Gasherd, wie meine Grosseltern ihn besassen, das erfordert hätte. Sondern weil man dem Braten noch die Zeit gab, die gutes Essen beim Schmoren und Braten eben benötigt, das nicht nur noch darauf gewählt, gekauft wird, einer “schnelle Rezepte-Küche” genügen zu müssen. Das beim langsamen Garen Aromen entfaltete und verströmte und den Appetit mit Vorfreude anwachsen liess, dass Gaumenwasser und Magenglüstl grad so zu tanzen begannen. 

Bei meinen Grosseltern wurde allerspätestens um 12 Uhr, meist schon zwischen 11 und 12 Uhr zu Mittag gegessen. Wochentags und sonntags. Wochentags gab es nachmittags immer noch genug zu tun. Und so blieb Zeit für den anschliessenden Aufwasch. Für den meine Grosseltern, die nicht nur kein störendes Telefon oder Internet oder Handy etc, sondern kein fliessend warmes Wasser besassen, heisses Wasser in eine Spülschüssel aus Zink füllten, das in einem Hafern auf dem Holzkohlenofen nebenbei warm wurde, in welchem winters der Braten oder Kuchen gebacken wurde. Oder sommers notgedrungen im Wasserkessel auf dem Gasherd. Und so war es schön, auch diese Arbeit erledigt zu haben, auch am Sonntag und bevor man dann den ganz und gar geruhsamen Sonntagnachmittag frei hatte – für Spaziergang, Müßiggang. Auszeit. Einen erholsamen schönen langen Sonntagnachmittag lang, der gemütlich und mit Muße schon morgens ohne jegliche Störung welcher Art auch immer durch Alltag begonnen hatte. Sonntags………..ruhe. Und Sonntagsgenuss. Sonntage……….zu etwas Besonderem zu machen, auf die man sich eine Woche lang freut und sie dann auch wirklich zu geniessen ist mehr als nur eine Sache der Wahl, wann es Fleisch gibt.

Einen schönen Sonntag!

NB: Der Post ist samstags vorbereitet und geht getimed sonntags online. Minna….pardon: Lizchen nimmt sich nicht, sondern hat sonntags frei. Mit Genuss. Fotos von zubereitetem Osso buco alla milanese oder vielleicht doch (nach Sonntagslaune) alla Bavarese kann es daher mit diesem Beitrag naturgemäss nicht geben. Vielleicht morgen dann. Als Nachtrag. Oder auch nicht. Sonntags bleibt auch die Kamera gern mal aus. Oder geht lieber aus dem Haus. Natur. Genuss. Pur.

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