Simply Kitchenware………. {*3}

© Liz Collet
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Mit manchen Utensilien in der Küche ist es wie mit den Worten für diese – sie sind im Aussterben begriffen, wenn und weil sie nach und nach nicht mehr verwendet werden.

Sie merken das – wie ich oft vielleicht auch – dann, wenn Sie sich in einem Kaufhaus bei einem Verkäufer danach erkundigen und dieser nicht mehr weiss, was für ein Produkt es ist, geschweige denn dass er in der Lage wäre, Ihnen zu zeigen, wo Sie es finden. Wen wundert dann, dass man manche Dinge lieber im Internet sucht und dass nicht wenige Kunden dann im Onlinehandel auch einkaufen, meist bei jenen Monopolisten, wo er dann über seine Suche bei Verkaufsangeboten über Suchergebnisse landet. Versandkosten zahlt, die er sich im lokalen Handel eigentlich ersparen könnte.

Die dort aber – selbst wenn er sie in Gestalt eines geringfügig höheren Preises für den Artikel im Laden zahlen müsste, weil Ladeninhaber eben andere laufende Kosten als Onlineshops haben – in jedem Fall besser investiert wären: Stärkung des Einzelhandels, Erhalt und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Gewerbessteuereinnahmen für die Gemeinde durch Einzelhandel, Fachberatung, Vielfalt der Einkaufsangebote in Orten und Innenstädten und kein Sterben des Einzelhandels und damit auch des Lebens in den Innenstädten.

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Artikel wie diese sind fast noch leichter zu finden, als so manche andere Produkte des Haushalts und auch der Küchenutensilien, weil und wenn Sie sie beim Garten- und Baumarkt suchen. Wo sie für Outdoor noch eher als in anderen Geschäften für Haushalt und Küche zu finden sein könnten. Es sei denn, Sie haben noch Geschäfte wie bei Kustermann mit seiner seit 1798 bestehenden Geschichte am Viktualienmarkt in München, in welchem schon meine Grossmütter einkauften und das zu meinen besonderen Lieblingsgeschäften seit jeher gehört.

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Oder wie Haushaltswaren Paul hier im Blauen Land, wo Sie in den beiden nebeneinander liegenden Geschäften für Haushalt einerseits und Garten, Werkzeug etc andererseits noch praktisch alles finden, was Sie so brauchen könnten für das eine wie das andere und vielerlei Schrauben und andere Kleinteile noch stückweise kaufen können. Und in die Hand nehmen und die Qualität sehen und probieren können. Mit kompetenter Beratung und nettem Gespräch garniert. Und in der Regel gleich günstig beim Produktpreis, oft günstiger als im Onlinehandel. Und wenn mal nicht, dann allemal günstiger durch den ersparten Versandkostenpreis. Und den ersparten Aufwand, Paketen entgegenzuwarten oder zur Post hinterherzulaufen oder bei selbiger mit zweitem Weg für die Rücksendung bei Mängeln oder Unzufriedenheit erneut anstehen zu müssen.

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Aus Metall gab es sie früher und mancher kennt sie und hat sie vielleicht noch für Tischtücher auf Gartentischen. Daher findet man sie manchmal auch im Gartencenter. Meine Grosseltern hatten sie auch für einen der beiden Küchentische der Wohnkuchl. Der eine Küchentisch vor dem Fenster neben dem Gasherd, der neben dem Holzkohlenherd zum Kochen verwendet wurde; der andere Tisch stand bei der Eckbank neben dem anderen Fenster und hatte meist die Wachstuchdecke mit eben solchen Klemmen aufliegen, wenn nicht ein Stofftischtuch für Besuch aufgelegt wurde. Beim Paul konnte ich wählen zwischen diesen stabilen transparenten, weissen oder metallenen. Diese sind – wie ich beim Ausprobieren im Laden überrascht feststellte – ebenso stabil wie die metallenen und wirken am Tisch weniger auffallend.

Nachdem die nunmehrige Küche der kleinen Lindenburg keinerlei Einrichtung bei Einzug hatte, hatte ich lange überlegt, ob und welche Küchenunter- oder -Hängeschränke ich dort wirklich noch und wieder brauche, die in den beiden letzten Wohnungen wie bei Familien eben so üblich wirklich noch nötig gewesen waren bzw in der letzten als Miniküchenzeile bereits vorhanden  war. Bis ich zum Schluss gekommen bin, dass ich diese Küche eigentlich – zumal mit der Dachschräge – mit weniger “Standard-0815-Einbauküchen-Stil”, mit “Weniger ist überhaupt mehr” und dafür wieder mit einem Küchentisch bestücken kann, der aus einer Küche endlich wieder eine kleine “Wohnkuchl” werden lässt, in der auch gegessen und nicht “nur” gekocht und gebacken wird. Danach war nur zu entscheiden, wie man einen Arbeits- mit einem auch schönem Esstisch unter einen Hut oder eben auf vier Tischbeine bringt. Pflegeleichte Tische haben als Küchentisch ihren Vorteil, ob weiss oder holzfarben. Aber ein richtiger Holztisch macht eine Küche auch ein Stück behaglicher. Und am Ende fand sich nach längerer Suche in den Läden hier am Ort, online und in den Kleinanzeigen die Lösung für sehr kleines Geld, die alles vereinte: einen Holztisch, der bei Bedarf und Besuch vergössert werden kann, sich für Foodfotos hübsch nutzen lässt, der  sogar eine Tischschublade hat (ich liebe solche Kleinigkeiten) und behagliche Stimmung verbreitet. Und der – weil ich es doch zu schade fände, wenn seine schöne Buchenholztischplatte beim Backen, Kochen, Schnibbeln, Ausrollen und Ausschneiden ramponiert würde – das bekam, was schon Grosseltern aus gutem Grund auf ihre Werkeltische in der Küche legten. Die gute alte Wachstuchdecke, die dann auch ihre Tischtuchklemmen bekommt, um beim Ausrollen von Strudel-, Nudel- und anderen Teigen und allen anderen Arbeiten nicht zu verrutschen.

Ja, ein bisserl kichert man beinahe in sich hinein, wenn man sich in Haushaltswarenläden nach den Utensilien erkundigt, die Grossmütter noch nutzten und die eben gar nicht so unnützlich waren. Und vermeintlich und scheinbar aus der Mode kommen und kamen. Und nun wieder ihren Platz bekommen. Und wenn man sich ein bisserl so fühlt, wie ein kleiner Dino aus einer anderen Zeit, wenn man – nicht in guten Fachgeschäften wie bei Kustermann oder Paul, sondern – in einem der leider eben nicht mehr gut sortierten Kaufhäuser und in den noch weniger gut sortierten vielen anderen Geschäften nach Dingen fragt, die man dort nicht im Regal und das Personal auch nicht in einer App finden würde.

Geht Ihnen das manchmal auch so?🙂

Btw…….sowohl Kustermann als auch Haushaltswaren Paul haben längst AUCH Onlineshops, in denen ein Teil des Sortiments direkt bestellbar ist, bei Bedarf auch vieles andere lieferbar. Aber weit mehr Spass macht es in dem einen wie dem anderen noch mit Muße und Ruhe stöbern, bummeln und ……….einkaufen zu gehen. Und so sind es vielleicht am Ende doch diese Läden, die (hoffentlich) über das Bummeln und Einkaufen, über den wirklichen Bedarf und die eigentlichen Bedürfnisse im Wandel und der Beständigkeit der Zeit(en) Bestand haben könnten. Schön……..wäre es, n’est-ce pas?

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