Trifle à l’Orange

Wie Sie mit Kuchenresten festliche Desserts zubereiten, Leftover Recipe, Christmas Dessert, Trifle, Orange, Mousse au Chocolat Blanc, weisse Mousse au Chocolat, Verrine ,
Trifle à l’Orange © Liz Collet

 

Gestern erhielt ich eine Mail, in der man mich zu dem Rezept in den beiden nachfolgenden Bildern fragte, ob ich das auch “in adventlicher Rezeptur” hätte. Oder ob ich das mit Photoshop vielleicht entsprechend umarbeiten und mit weihnachtlichen Zutaten dekorieren könnte.

Natürlich gibt es Möglichkeiten mit Photoshop derlei umzuarbeiten. Und es gibt genug Illustratoren und Fotografen oder Bildredaktionen oder Webdesigner u.a. , die solche Bildbearbeitungen erledigen, zigfach. Und Beispiele aus der Kategorie Model und Modelfotografie zeigen, dass und wie man mit Models umgeht – bildbearbeitungstechnisch. Ob das Ergebnis dann immer noch natürlich wirkt, wenn ein seltsam kleines Gesicht und ein merkwürdig gestreckter Hals auf einem noch ersichtlich vergleichsweise “gut gebautem” Body zu ruhen scheinen, mag jeder selbst bewerten. Ich halte es für eine seltsame Art mit Models, Menschen und Medien umzugehen, zwar ein doch wirklich sehr hübsches, aber eben ein Model mit “mehr Maßen” als gewünschten “dünnen Maßen” zwar für das Shooting zu beschäftigen, aber dann umzubauen auf das angebliche “Wunschmaß”.

Weil die Kunden es so wollen? Wer zahlt, schafft an – das ist ein altes Lied. Aber es ist auch eine Kunst, nicht alles zu verkaufen, wofür man Geld bekommt. [Und sich andernorts bei anderen Themen zu echauffieren, dass und wofür mancher Geld und Förderung erhält, weil nicht alles (ver)käuflich sein solle. Nicht alles für Geld gemacht und mitgemacht werden. Ware. Menschen. Meinung.] Manchmal genügt eine einfache, oder ein paar nette Fragen an den Kunden, ein Gespräch mit ihm, was der eigentliche Wunschhintergrund ist, um vielleicht bessere Lösungen zu finden, die sogar den Kunden selbst glücklicher machen, als Herumbasteln an Bildern.

Womit wir wieder beim Thema meines eingangs erwähnten Wunsches wären, dieses Bild und Rezept “in adventlich” oder “in weihnachtlich” umzubasteln. Warum es nicht – ehrlicher, weil dann auch im Bild ehrlich und echt zu sehen – gleich ein Rezept und Foto davon mit Zutaten aus Advent und Weihnachten?

“Ja, aber es soll schon so mit dem Glas und dem Teller serviert und zu sehen sein….”

Aber gern doch…….. die sind im Fundus  doch nach wie vor vorhanden und sie wieder so zu arrangieren – nur eben mit neuem Dessert und adventlichen Zutaten und Rezept darin ist kein Problem. Und das Dessert dazu…….das Rezept………steckt in meinem Bildern immer schon im Bild mit drin. Denn in meinem Bildern wurde und wird seit jeher nur fotografiert gezeigt, was selbst als Rezept kreiert, zubereitet und nach dem Fotografieren auch vernascht und verzehrt wird. Keine Lebensmittelver(sch)wendung nur für Fotos.

“oh…. das ist ja ein tolles Marketingkonzept – nachhaltige Fotografie!”

Nein,….ich bin einfach nur so erzogen, dass man Lebensmittel nicht wegwirft und sie schätzt. Das ist für mich nicht nachhaltig, sondern normal. Alltag. Wo ich so aufwuchs, dass man Lebensmittel zu sehr schätzt, als damit achtlos und geringschätzig umzugehen. Zu sehr schätzt, als nicht “aus allem noch was zu machen” und so zu haushalten und zu wirtschaften, dass nichts übrig bleibt und weggeworfen werden muss. Dass Lebensmittel gar nicht erst über ein Verfallsdatum hinausgehen, ja nicht einmal über ein Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Dass sie nicht so lang lagern, dass man in die Verlegenheit käme, sich zu fragen, ob es noch gut ist und noch gegessen werden kann. Aber ich wüsste und weiss es auch zu erkennen, ob man es noch könnte. Dass es Menschen gibt, die nicht am Geruch (und nicht erst an Geschmack und Konsistenz oder spätestens am Verhalten von Milch beim Aufkochen im Topf) von Milch etwa erkennen, ob diese noch gut ist, finde ich geradezu erschreckend. Aber das ist wieder ein anderes Thema.Bei dem Lebensmittelreste heute neudeutsch als leftovers etwas plötzlich Neuentdecktes im Trend sind, le dernier cri.

Also……………..natürlich wird es ein Rezept in den Gläsern wie hier geben, Rezept mit adventlichen und weihnachtlichen Zutaten und Fotos davon. Sie sind bereits in Arbeit. Mit Zutaten und Aromen, über die man sich auch ein bisserl unterhalten hat. Und die bei der Unterhaltung schon so Lust auf Rezept und Bilder auf beiden Seiten gemacht haben, dass ich mich werde beeilen müssen, sie auch umzusetzen, weil auf Kundenseite bereits richtig Lust und Appetit darauf entstanden ist. Und so soll es sein, denn neben dem Kunden soll und will dieser ja wiederum seine eigene Zielgruppe damit anlocken und ihr Appetit darauf machen. Den es zu stillen gilt. Von mir dem Kunden, vom Kunden seiner Zielgruppe und Kunden……. eine Lebensmittel- und Nahrungskette der feinen kulinarischen Art. Ohne Mogelei bei den Zutaten und im Bild über das, was einer zubereitet und den anderen serviert werden kann. 

Dass es zudem ein Rezept wird, das mit frisch zubereiteten Zutaten und Elementen entsteht, aber auch ebenso geeignet ist, mit weniger Mitteln und leftovers, mit Resten als Alternativen minimal abgewandelt oder ersetzt zubereitet werden zu können, ist “nur” ein Nebeneffekt, der von mir dabei nicht ganz unbeabsichtigt ebenfalls einbezogen wird. Nennen wir es ein “Zuckerl” gratis obendrauf an der Geschichte für das neue Rezept und Bilder davon, die in Arbeit sind.

Weil – auch hier kann ich nicht  abstreifen und nicht umhin kurz abzuschweifen, wie ich aufwuchs und denke – es schön und genussreich ist, gehobene Küche gern zu sehen und zu zeigen und dafür zu fotografieren und Rezepte zu basteln, aber es ebenso machbar ist und sein und bleiben soll, mit wenigen Mitteln für den Alltag und Menschen im Alltag Rezepte zu servieren, in Text wie Bild. Mit wenigen, eigenen Miteln, nicht für (zu) teures Geld und eben nicht “nur” aus Tüten und Fertigpackungen.

Bei denen versprochen wird, dass diese stets gelingsicher und gleichbleibend in Qualität und Ergebnis  und Geschmack seien.

Mag sein……….. dass sie immer gleich im Geschmack sind,…aber welcher Geschmack? Was schmecken Sie da aus den Produkten denn an Geschmack heraus? Echten? Wirklich natürliche Aromen? Schmecken Kunden noch, was sie essen? Er-Schmecken sie noch, wonach es schmeckt, was man ihnen auftischt?  Lassen Sie Menschen auf der Strasse verkosten, blind verkosten, welches Obst Sie ihnen mit der Löffelprobe geben, erschmecken diese vielfach nicht einmal mehr die pure Frucht allein – noch weniger, wenn diese in einer Speise mit anderen Zutaten und Aromen in ihren Mund gelangt. Wo es –fast, fast, fast, alles nur noch schnell, schnell sein muss, das Food. Und to go eh. Und das eh nicht lang genug im Mund bleibt, nicht einmal gut genug gekaut geschluckt wird. Wie alles geschluckt zu werden scheint, was man ihnen verkauft. Für mehr oder weniger hart erarbeitetes Geld. Das gute alte Wurst- und Butterbrot war zu spiessig, um unterwegs und für unterwegs, für Büro und Arbeit, wie Schule mitgenommen und gegessen zu werden, bei dem man weiss, was drauf ist. Und das preiswert (Betonung: Preis.WERT, bitte) ist. Dafür schluckt man für einen oder mehrere Euro Burger & Co, finanziert damit Arbeits- und Lohnbedingungen, über die man sich kauend aufregt und keinen cerebral atomaren Winzling an Hirn darauf ver(sch)wendet, wie der Burger fabriziert wird, wieviele Kalorien er dem Körper aufdrückt und ob er diesem gut tut.

Ebenso gedankenlos wandern wenig umwelt- und konsum-, dafür aber pappkartonweise die Fertigdessertmischungen in Schachterln und darin zusätzlichen Alu- oder Zellophantüterln in den Einkaufswagen, mit denen man dann Desserts, wie Mousse in verschiedenen Geschmackssorten immer und immer gleich gelingsicher und im Geschmack unisenso und in ungezählten Haushalten gleich und nicht nur gleich schmeckend zubereitet.

Und um auf das immer gleichbleibende Ergebnis und Geschmack desselben bei Gerichten aus Packung und Tüte in noch einem Aspekt zu kommen: Wenn Sie zum Essen bei anderen eingeladen sind und in zig Haushalten – beispielsweise – die gleiche Mousse au Chocolat eines namhaften Herstellers als Dessert gereicht wird – wo liegt dann noch der Genuss der Einladung zum Essen anderer in kulinarischer Hinsicht? Den man hatte und haben kann, wenn man stattdessen zu Essen die Freude haben kann, was eine gute Köchin oder ein guter Koch selbst zubereitet? Mit Familienrezepten oder eigenen, mit traditionellen und immer auch eigenen, neuen Rezepten, für die es nur wenige, aber gern gelebte und erlebte und lang gelebte und daher gewachsene Fähigkeiten braucht……

Während es sich darüber nachzudenken lohnt und vielleicht wieder einmal an Tüten und Fertigpackungen vorbeizugehen…..

(die ich durchaus nicht verteufle, sondern auch schon probiert und verkostet und verwendet habe, nur sollten sie nicht die alleinseligmachende Kunst der Küche sein und werden)

…..und auszuprobieren, was frische, einzelne, wenige einzelne Zutaten an Aromen, Geschmack und Möglichkeiten verschiedenster Rezepte bieten (dazu demnächst mit solchen Zutaten dann auch mehr in eigenen Posts), mache ich mich an die Arbeit mit dem neuen Rezept und Zutaten für ein Adventsdessert in dieser Form.

Damit Sie aber nicht gänzlich schon heute ohne ein herbstliches Rezept für Dessertschmankerl den Blog wieder hinter sich lassen müssen, hier eines, das seit vielen Jahren zu den “Hausrezepten” gehört. Sie können den Biskuit dafür eigens backen – oder leftovers, Reste verwenden, die beim Kuchenbacken und Ausstechen oder Ausschneiden von Formen für Torten, Biskuitrollen oder Omelettes oder Ähnliches an-(nicht ab-!)gefallen sind. Manche frieren solche ein, bei mir ist das nicht nötig, ich verwende sie anderntags oder spätestens am übernächsten Tag. Und so auch bei diesem Trifle à l’Orange, bei dem ich für Törtchen in Dessertringen Biskuit ausgestochen hatte und die “Abschnitte” drumherum dann für das Dessert verwenden konnte, als das Dessert erstmals von mir zubereitet worden war. Sie können aber auch andere Kuchenreste verwenden: Schokoladenkuchen (aus Kasten- oder Guglhupfform oder andere) aus Rührteig ebenso wie Biskuit. Und sehr fein ist es auch, Lebkuchenherzen, Lebkuchen oder Stollen in Stücke zu teilen und damit das Rezept zu variieren. Ihnen fallen noch andere Alternativen ein.

Fruchtig und cremig – immer eine feine Kombination für Desserts. Und Trifles sind eine leckere Möglichkeit, ein paar der kulinarischen Überbleibsel der Feiertage zu Versuchungen beim Nachtisch zu verzaubern.

In diesem Fall waren das für 4 Portionen und für mein Trifle à l’Orange die Reste (2 Scheiben) eines richtig schönen dunklen Schokoladen-Guglhupfs, 2 Orangen, 4 El Mandellikör, 150 g weisse Kuvertüre, 20 g Butter, 400 ml Sahne und ein paar weisse Schokoladenblättchen.

Die Zubereitung ist einfach:

  • Die Kuvertüre über dem Wasserbad schmelzen lassen, die Butter darin schmelzen, verrühren,
  • Guglhupf-Scheiben in Stücke bröckeln.
  • Orangen schälen und Filets herausschneiden, diese in Stücke schneiden, mitsamt dem Saft in Schale geben.
  • Sahne steif schlagen. Nach und nach die Sahne unter die Kuvertüre ziehen, so dass eine leichte homogene Mousse entsteht.
  • Die Hälfte der Mousse in 4 Whiskeygläser oder Dessertschalen verteilen.
  • Kuchenstücke darüber verteilen und mit dem Saft der Orangen und dem Mandellikör beträufeln, die Hälfte der Orangenstücke darauf geben.
  • Zweite Hälfte der Mousse darüber verteilen und mit den übrigen Orangenstücken und Schokoladenblättchen garnieren.
  • Ca 2 Stunden kühl stellen.
  • Ca 10 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen.

Tipp:

  • Die Orangenfilets geben ohnehin auch etwas Saft ab. Wenn Sie das Dessert für Kinder anrichten, verzichten Sie natürlich auf den Likör. Sie können stattdessen etwas Orangensaft zusätzlich verwenden.
  • Sie können nach Lust und Vorliebe auch ein wenig Espresso über den Kuchen träufeln. Auch das machen Sie natürlich nur, wenn Sie das Dessert nicht auch Kindern und diesen vor dem Schlafengehen servieren wollen. Es sei denn, es sind die Kinder von Gästen, die schon den Abend über Ihre Wohnung in ein Wunderland antiautoritärer Erziehung verwüsteten, während die Eltern etwas davon plapperten, dass die lieben Kleinen sich doch frei entfalten sollen und sich ausprobieren, in jeder Hinsicht. Auch wenn sie dabei Ihre Wohnung mit flughafenkonkurrenztauglicher Dezibelstärke beschallen, die jede Unterhaltung flöten gehen lässt und so zerlegen, als sei ein Hurrikan darüber hinweggegangen. Dann gönnen Sie sich während der Zubereitung des Menüs für solche Gäste einen Espresso nebenbei und wenn dabei ein paar Tröpferl in eines der Desserts geraten sollte….. man erschrickt ja unter mancher ad hoc Dezibelstärke manchmal leider so, dass schon mal was daneben geht…. in das eine oder andere Dessert….. *hüstel* …….Man muss das Leben und die Gelegenheiten für kleine Freuden nutzen. Und natüüüüürlich sollen die lieben Kleinen sich frei entfalten…. auch zuhause bei ihren Eltern, wenn sie später ins Bett gehen wollen. Wollen die einen, sollen, die anderen……………..;-) Neiiiiiin, sowas machen wir natürlich nicht. Ich niiienicht. Und Sie erst recht nicht………… NEIN! NIE! Aber der Gedanke ist hübsch…..und reicht für den inneren Seelenfrieden und gelassene Gastgeber-Contenance unter jeder Sturmstärke.

Und wenn Sie wissen wollen, was aus dem Rezeptwunsch nach der Mail wurde, blinzeln Sie bitte wieder herein. Sie werden es erfahren,  in den kommenden Wochen……….das adventliche, das weihnachtliche neue Rezept.Und sollten SIE mal Interesse an Wunschrezepten und Bildern haben………. ich habe für alles immer ein offenes Ohr und Freude an kulinarisch inspirierenden Plaudereien und Aufträgen.😉

Einen genussreichen schönen Tag für Sie!

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s