Winter und Wildes Treiben…..bei Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebelschlüpfen  © Liz Collet
Zwiebelschlüpfen © Liz Collet

…………….oder:

Wie Sie mit einfachen Mitteln immer knackfrisches Grün zur Hand haben, während in den Läden oft nur schlappe und mickrige Kräuterbüschel für rund einen Euro nicht mehr soooo viele Vitamine für Ihre Gerichte versprechen. Denn Garten und Balkon sind bei Kräutern inzwischen abgeerntet und auch Kräutertöpfe am Küchenfenster geben nicht mehr so viel oder regelmässig her.Wenn Sie als Foodfotograf dann für Speisen und Fotos ein wenig grüne Kräuter brauchen, ist das zudem manchmal schwierig.

Gewiss, der Handel bietet Ihnen noch kleine Kräutertöpfe für Schnittlauch und mehr oder weniger lebendig wirkende andere Kräuter für 1,80 bis 2 Euro, aber nachwachsen wird nach dem Schnitt da praktisch nichts und so ist der Ertrag überschaubar. Und was deren geschmackliches Aroma betrifft…….. Hand auf’s Herz: Knabbern Sie mal auf einem Schnittlauchhalm aus so einem Kräutertopf herum, da werden Ihre Geschmacksknospen und -papillen lange warten müssen, bis Sie da noch einen Hauch Würze und Schnittlauch erahnen werden. Das können Sie sich sparen und 1-2 Euro auch einfach stattdessen in’s Sparschweindl stecken. Und für wenige cents mehr und regelmässig aromatisch und knackfrisch ernten.

This slideshow requires JavaScript.

Ich habe mir angewöhnt, den Winter mit Zwiebel- und Knoblauchgrün zu überbrücken, ergänzt durch Frühlingszwiebeln, die umgehend nach dem Einkauf in mein Kräuterglas wandern. Das erweitert nicht nur die Kräuterauswahl, die ich in der Zeit dann noch an Markttagen beim Wochenmarkt oder beim Gemüsehändler habe. Oder vom Sommer an Vorrat im TK-Fach von sommerfrischen Kräutern portioniert eingelagert. Oder an getrockneten Kräutern, die sich dafür besser eignen, wie Thymian und Rosmarin beispielsweise. Sondern liefert auch aromatischere Kräuter, als die altersmüden Büschel von Kräutern, welche Sie in Supermärkten bekommen.

Für frisches Zwiebelgrün und Knoblauchgrün brauchen Sie nicht viel – ein (oder mehrere) Blumenkasten am Fensterbrett, in den Sie einige Zwiebeln in der Reihe setzen. Und in einer zweiten Reihe die Zehen einer Knoblauchknolle. Beim Knoblauch die Zehen in einer Schale mit etwas Wasser zwei bis drei Tage Wurzeln ziehen lassen, bevor Sie diese in den Kasten mit Erde setzen. Bei den Zwiebeln ist das nicht nötig.

Zwiebelschlüpfen  © Liz Collet
Zwiebelschlüpfen © Liz Collet

Im Bild sehen Sie die ersten Triebe der Zwiebeln, die ich vor einer knappen Woche eingesetzt und dann immer ein bisschen gegossen habe. Betonung: bisschen, damit die Zwiebel nicht zu faulen, statt zu treiben beginnt.

Wenn die Zwiebeln und der Knoblauch dann lang genug Triebe haben, können Sie regelmässig frisch ernten, die Triebe wachsen mehrmals weiter. Die Triebe sind ein wenig schärfer, als Schnittlauch, aber diese Würze ist nicht nur gesund, sondern auch sehr schmackhaft und aromatisch für Saucen, Suppen, Dips, Kräutertopfen, Salate oder auch einfach auf das Butter– oder Käsebrot oder andere Brotzeit, wie solche “Schmankerl-Burger”.

Auch bei dem Rezept für diese  Vollkornspaghetti mit Austernpilzsauce und Kürbiskernen | CollezionePastaAppassionata mische ich – wie bei vielen anderen Pastagerichten –  zusammen mit Frühlingswiebeln oder an deren Stelle gern ein wenig Zwiebel- oder Knoblauchgrün in die Sauce oder streue sie über Spaghetti und andere Pasta. So passen Sie beispielsweise auch zu diesem meiner Pasta-Rezepte im Winter, wenn ich keine frischen Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse habe zu dem Mandel- oder Sonnenblumenpesto und den Radieschen zu der Pasta.

Auch Linsen, Kichererbsen, Graupen, Reis oder Kartoffeln vertragen die feine Schärfe von beidem perfekt. Und zu Pilzgerichten, -Saucen und Suppen mit Wildpilzen wie anderen ebenso.

Gewiss finden SIE noch viele andere Einsatzmöglichkeiten für Zwiebel- wie auch Knoblauchgrün. Wenn Sie Bilder und Rezepte davon haben oder zubereiten – ich freue mich über Feedback und Links dazu, gern im Kommentarfeld.

Noch ein kleiner Tipp, aus eigener Erfahrung:

Setzen Sie im Zweifel lieber mehr Zwiebeln und Zehen ein – falls Sie zuviel an Ernte fürchten und haben: Sie können die Zwiebelröllchen und Knoblauchgrün geschnitten einfrieren (und eingefroren in die Suppe geben), in Essig und in Öl legen und für Dressing und Vinagirettes verwenden. Wenn Sie beispielsweise Harzer oder anderen Käse mit Marinade servieren, versuchen Sie das mal mit frisch geschnittenem Zwiebelgrün in der Marinade – Genuss pur! Zusammen mit gebräunten Servietten- oder Brezenknödln  oder knusprig gebräunten Scheiben von Breznguglhupf wird daraus ein feines vegetarisches Mittag- oder Abendessen, beispielsweise mit Camembert, Limburger, Brie, Romadour oder eben …….Harzer Käse.

Für Kinder ist das übrigens eine schöne Idee, ihnen einen eigenen kleinen Blumenkasten oder Blumentopf dafür zu überlassen und sie “ihren” Kräutertopf im Winter versorgen zu lassen, bis im Frühjahr dann die ersten anderen Samen für Kräuter und Radieschen etwas wachsen lassen. Wenn das Zwiebelgrün zu schlüpfen beginnt, dann kann man manchmal fast dabei zusehen,wie es die Schale mit dem Trieb zu stemmen beginnt und schliesslich “abwirft”.

Wussten Sie übrigens, dass Pflanzen “sprechen” – sie kommunizieren tatsächlich teils hörbar, teils über Duft. Ob das bei Zwiebeln auch so ist? Wer weiss…………. wundern, ………wundern würde es mich nicht.🙂

Einen heiteren und genussreichen Tag für Sie!

 

 

 

4 comments

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s