CAVE – die neue bedrohte Art: Fischstäbchen

Mit Räucherforelle © Liz Collet
Mit Räucherforelle © Liz Collet

Überfischte Ozeane, umweltschädliche Aquakulturen mit Antibiotika-Einsatz, komplizierte Fisch-Einkaufs-Führer – welchen Fisch kann man noch kaufen?

Was besagen Ökosiegel, Biosiegel, Fischsiegel & Co. eigentlich wirklich für den Verbraucher?

Fisch nachhaltig kaufen: Fische ohne Beigeschmack – ein sehenswerter, rund 22-minütiger Beitrag des BR hat sich dieses Themas angenommen.

Saibling, Forelle und Karpfen darf man eigentlich nur noch mit ruhigem Gewissen schnabulieren, Hering auch noch.

Danach wird’s eng. Für das ethische Foodie-Gewissen.

Nicht aber für den feinen Gusto. Das sage ich nicht nur als wahre Liebhaberin von Saibling und Forelle, die durchaus auch jeden anderen Fisch mag. Aber wer sich einmal darauf kapriziert, “nur” die unzähligen Möglichkeiten der Zubereitung von Forelle und Saibling auszuprobieren, wäre vermutlich überrascht, welchen Genuss allein diese beiden ebenso wie an Rezeptvielfalt bieten können. Wenn in diesem Beitrag erwähnt wird, dass die Mehrzahl von Kunden am Viktualienmarkt und wohl generell auch bevorzugt zu Meerfischen tendiert, ist das bei der Lust an der Vielfalt, an der Weltläufigkeit, die Gourmets und solche, die es gern sein, scheinen oder werden möchten, vielleicht auch den Medien, den dortigen Trends, der Werbung geschuldet, vielleicht auch der Urlaubs(ersatz)sehnsucht, sich “Gutes” aus aller Welt und aller Weltmeere gönnen und auf den heimischen Grill, Teller und in Topf und Tiegeln gönnen zu wollen.

Und wo erfährt der Verbraucher schon wirklich so ganz genau, dass und was er bei allem (vielleicht) noch so gutem Willen foodethisch “richtig” machen will, dass er bei unverändertem Konsumverhalten dazu beitragen könnte, dass in rund 50 Jahren kein essbarer Fisch mehr in den Meeren vorhanden sein könnte. Wie es in diesem Beitrag heisst.

Kann es wirklich sein, dass er mit seiner geliebten Marseiller oder anderen mediterranen Fischsuppe, sei sie im Restaurant, sei sie daheim zubereitet, Verantwortung dafür trägt, dass seine Kinder und Enkel sie dereinst nicht mehr nach Grossvaters oder Grossmutters Rezept zubereiten können? Und er dann auch nicht mal mehr auf Käpt’n Iglos Fischstäbchen aus dem TK-Fach zurückgreifen kann, wenn die lieben Kleinen überraschend zu Besuch kommen?

Es scheint so. Vielleicht versuchen Sie es – nur so als Idee ? – doch wirklich einfach mal mehr mit den heimischen Fischen?

Geräucherter Saibling vom Starnberger See etwa ist eine echte Delikatesse.Und nicht nur in bajuwarischen Gewässern werden Sie exzellente Forellen finden und für Ihren Genuss angeln (lassen) können.

Und nicht nur der Saibling aus dem Fünf-Seen-Land ist ein Schmankerl.

Die einen oder anderen regelmässigen Hereinblinzler meiner Blogs wissen, dass ich von Kindesbeinen an – erst im legendären bordeaux-rotem R4 mit meinem Grossvater, später im eigenen Auto – immer nur zu gern zum “Marktschnuppern” unterwegs war und bin. Sei es bei Ausflügen, im Urlaub oder en passant, wann immer es sich zeitlich machen liess, beruflicher Termine und am Rande der Fahrtstrecken von und zu diesen. Nicht nur vita- und vorliebebedingt in Bäckereien (auch wenn diese nach wie vor eine besondere Herzenssache für mich sind und bleiben). Sondern quer durch alles, was das Geniesserherz bietet – Gemüse, Obst, Käse und andere Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Fisch – so frisch wie möglich und am liebsten vom Fischer selbst. Frisch oder aus seinem Rauchfang.

Ich verspreche Ihnen, dass Sie mit Forellen eine Fischsuppe zubereiten können, die selbst Weitgereiste, welche viele mediterrane und andere Fischküchen erprobt und mit Genuss durchschnabuliert haben, ins Schwelgen geraten lassen.

Sie brauchen dazu ein Rezept? Mittlerweile finden Sie dazu ungezählte, die Sie aus der Feder von namhaften Küchen auch im Internet googeln können. Und nicht – wie kleine Lizchen – selbst zusammenstrickten, schon bevor es (erschrecken Sie nicht) Internet und Google gab. Ich habe tatsächlich meine Referendarzeit überlebt, ohne dass es derlei für Wissen und Wissenserwerb und vor allem ohne vielen unsinnigen “Beifang” an mehr oder weniger verlässlichen und mehr oder weniger wirklich validen und qualifizierten Infos des digitalen Zeitalters gab. Oder Foodforen, Foodcommunities und Foodblogs.

So nützlich das Internet für Recherche sein mag in mancher Hinsicht, es hat seine Tücken. Zeitfresser ist eine davon, die den Nährwert des digitalen Wissens relativiert. Der Mehr- und Nährwert selbst eine weitere, bei genauerer Betrachtung.

Aber der bewusstere Konsum von Internet und jeweiligen Quellen ist ein Thema für sich, erst recht für jeden, der (mich eingeschlossen) beruflich darauf angewiesen ist und mit und von diesen nun mal lebt.

Wenn Sie ein Rezept für eine herrliche Forellen-Fischsuppe brauchen sollten – seien Sie nett zu mir und ich verrate es Ihnen. Vorausgesetzt: Sie kaufen beim nächsten Marktspaziergang die Forellen und ein paar andere Zutaten? Fein, dann unterhalten wir uns über die weiteren Zutaten und ein Rezept, das ich nicht nur in der Küche meiner Eltern als Referendarin, sondern sogar auf einer einzelnen Kochplatte in meinem ersten Studentenzimmerchen zubereiten konnte. Kein chi-chi, kein Herd zum Niedriggaren, keine Hightech-Kitchen. Nur ……….nun ja, DAS erfahren Sie dann, wenn Sie es ausprobieren wollen. Sie brauchen an Utensilien eigentlich nur einen Topf, Herdplatte, gutes Messer, ein Arbeitsbrett, Schaumkelle/Haarsieb. Und ein paar gute Zutaten…..vom Markt.

Und wenn Sie dann noch eine Backhaube ihr eigen nennen, einen Minipizzaofen (Sie ahnen gar nicht, wie wunderbar man darin und sogar nur in einer Lasagneform Vanillehefeschnecken backen kann) oder sogar einen Backofen, dann toppen Sie die Fischsuppe beim Auftragen gar noch mit frischgebackenen Fleurons. Und damit bewegen Sie sich schon beinahe in royaler und französisch geprägter Cuisine Bavaroise. Ein wunderbares Scheiberl gutes Bauernbrot vom Bäcker, der noch gutes Brot zu backen versteht, rundet die Fischsuppe aber durchaus ebenso und ebenfalls perfekt ab.

Und nun – starten Sie gut in Ihre Woche, frisch wie ein Fisch im Wasser!

Weitere interessante Informationen rund um das Thema finden Sie auch hier:

Und hier noch ein paar Rezepte, mit denen Sie mit Fisch geniessen und bei Ihren Gästen glänzen können

Und hier noch eine Quelle für Fische am Starnberger See: Dechants Fischladen

Bildquelle:

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