Nutella feiert 50. Geburtstag : Ein Grund zum Feiern und Jubeln?

Gesund starten © Liz Collet
Gesund starten © Liz Collet

Sind Sie damit aufgewachsen? Mit Nutella? Vermutlich ebenso wie ich und auch dbmS. Zwischendurch gab es auch mal andere Nussnougatcremes. Aber man muss es Ferrero lassen – sie haben eben

ein verführerisches Produkt.

Mancher entdeckt dieser Tage, wie schnell so ein klitzekleines Vierteljahrhundert durch die Sanduhr flutscht. Anlässlich des Jubiläums von Nutella  kann man bei FB und sonst in Social Media bekennende Fans lesen. Die das auch mit entsprechenden Fotos aus Kindertagen unterlegen.

In den USA macht eine Nutella Bar auf und alle rennen hin und stehen Schlange, als gäbe es die Nougatcreme nicht mehr im Handel und für das heimische Frühstück oder auf’s selbst gestrichene Butterbrot zu kaufen. Angesichts der Produkthaftungs-Judikatur und gesundheitlichen Folgen allzusüsser Ernährung jenseits des Atlantiks hätte man eigentlich eher keine öffentlich gepriesene Nutella-Bar, sondern den prohibitionsgleichen heimlichen Verkauf unter dem Ladentisch und unter der Bartheke erwartet.

Kriminell werden manche wegen der süssen Sünde auch sonst. Vielleicht nicht unbedingt, um den Brotaufstrich, dem Italien nun gar eine Briefmarke widmet, selbst zu konsumieren, sondern eher um sich daran ein goldenes Näschen zu verdienen. Das gelingt vielleicht dem Hersteller, aber nicht denen, die  als Diebe des süssen Goldes aus dem Glas, als Dealer und Hehler dasselbe kriminell gut fanden und verhökern wollten.

Das gibt zu denken. Wie eine Ware, ein Produkt so legendär ungeachtet der Zusammensetzung aus “2/3 Zucker und 1/3 Fett” nicht vor kriminellem Genuss und Nutzung zur Gewinnerzielung abschreckt. (Die Zutatenliste laut Ferrero hier in FAQ) Wie aber schon die Prohibition bei Alkohol zeigte, nutzen diese sowenig wie Vernunftbegabung von Verbrauchern als solche. Ebensowenig Zahlen über Alkoholkonsum und seine Gefahren, wie über zu süsse, zu fette, zu viel von beider Ernährung und Folgen von Übergewicht, Diabetes u.a.m.

Aber Logik und eigenverantwortliches Konsumverhalten ist nun mal keine Sache der Marktgesetze. Nicht immer. Nicht überall. Nicht bei jedem. Und schon deswegen zu recht auch nicht, weil naturellement Nutella nicht das Übel für jedes Übergewicht und allein ist.

Die Regel  “Die Dosis macht das Gift” wirkt bei süssen  und anderen (Sehn-) und Süchten nur relativ. (DEN Satz und seinen Doppelsinn lassen Sie sich gern zweimal auf der Zunge zergehen, während Sie den Löffel süsser Nougatgenüsse abschlecken).

Wenn Sie mehr über die Geschichte der süssen Versuchung wissen wollen, die eigentlich nicht erst vor 50 Jahren, sondern bereits 1946 ihren Anfang nahm, können Sie hier mehr dazu lesen. Und man wundert sich kaum, dass sie alspasta (sic!) gianduja” das Licht der Welt erblickte. Was zugegebenermassen eine eher sprachliche Ursache, als eine im Rezept hat, aber dennoch amüsiert.

Von der süssen Versuchung, die wegen ihres Zuckergehaltes inzwischen nicht mehr als Teil gesunder Ernährung beworben werden darf,  werden jährlich 365000 Tonnen   in 700 Millionen Gläser hergestellt und gefüllt und – man höre und staune – in allererster Pole Position unter den  Konsumenten von Deutschen weggeschleckt, wo der Brotaufstrich seit 1965 seinen Markt findet: 1 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Geben Sie es zu, an dieser Stelle ziehen SIE jetzt auch grad eine nutellaverschmierte Schnute, weil 1000 g doch kaum zwei Gläser seien – und in einem ganzen Jahr doch gar nicht soooooooo viel sind, rischtisch? Jip, richtig. Wenn da nicht das kleine Duett der Worte “pro Kopf” wäre. Das sich de facto dann eben nicht auf jeden Bundesbürger von der Wiege bis zur Bahre zahlenmässig erfasst verteilt. Nicht auf die, welche naturgemäss nicht alle das süsse Gold aus dem Glas und aus chilenischen und nicht mehr nur Piemonter Haselnüssen vernaschen. So dass sich deren Kilos auf die anderen Köpfe verteilen und deren Hüften, als Hüftgold, der weniger als Goldschatz geschätzt wird, als das süsse Gold aus dem Glas.

Auf dem zweiten Platz der größten Verbraucher folgt Frankreich, vor Italien und den Vereinigten Staaten. Ferrero setzt alleine mit Nutella rund 1,6 Milliarden Euro um, das ist etwa ein Sechstel des gesamten Geschäftsvolumens von 8 Milliarden Euro.

Von 1,6 Milliarden Euro als Etat kann manche “Branche” nur träumen. Auch manche in der Gesundheitsbranche von Prävention zur Aufrechterhaltung der Gesundheit, über Milderung und Heilung von Krankheiten und deren Folgen, von  Krankheitskosten und  ärztlichen bis Pflegeleistungen.

Gesund starten © Liz Collet
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Machen wir uns nichts vor, es liegt immer an der Dosis jeden Gifts. Man kann Nutella lieben oder verteufeln, jedem das Seine. Hie und da die süsse Versuchung zu geniessen, schadet bei genügend anderer gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung wohl kaum mehr als so manche andere Süssigkeit, die weniger verteufelt wird oder endlos süsse Obstsäfte oder Fruchtjoghurts, die manches neben reichlich Zucker beinhalten.

Und mal Hand auf’s Herz, wenn man 1000 g Nutella umrechnet und Vergleich mit 100g Tafeln verschiedenster Schokoladen pro Jahr werden sicher so manche gestehen müssen, dass sie auf mehr als 10 Tafeln, sprich: mehr als 1 Tafel Schokolade pro Monat kommen, vermute ich.

Also, alles relativ. Und sündhafte Versuchungen nicht in rauhen Mengen zu vernaschen, sondern mit Genuss und nach der goldenen Regel:

Weniger ist wie so oft mehr.

Bei der Menge wie der Häufigkeit, mit der man sich solche kleinen Sünden leistet. Eine meiner beiden Grossmütter war in der Hinsicht ein Muster an Selbstdisziplin: Sie gönnte sich jeden Tag, an dem sie Lust auf Schokolade hatte, solche. Das war nicht täglich der Fall. Aber wenn es der Fall war, gab sie der Versuchung nach. Und ass genau EIN Rippchen einer Tafel Schokolade. Oder EINE Praline. Sie freute sich auf dieses eine Stück und nahm sich dazu einen Moment Muße und liess die Schokolade mit Genuss auf der Zunge schmelzen. Meist war das nach dem Mittagessen und nachdem sie den Aufwasch in den beiden grossen Zinkbottichen erledigt hatte. Die dazu auf den einen der beiden Küchentische gestellt wurden, einer zur Ablage des gespülten Geschirrs, der andere mangels fliessend warmem Wasser in der Wohnung mit warmem Wasser aus dem Topf auf dem Holzkohlenofen befüllt, als Spülwasser. War das und das Trocknen und Wegräumen von Geschirr und der Bottiche erledigt, die Küche gemacht, belohnte sie sich an manchen Tagen mit dem Rippchen Schokolade. Wie sehr sie das mit Genuss tat, war unübersehbar in ihrem Gesicht abzulesen.

Wenn ich meine Grossmutter erlebte, wie sie ein Stückchen Schokolade schnabulierte, wusste ich schon als Kind, dass Schokolade zweifelsfrei sehr glücklich machen kann.😉

Haben Sie einen schönen Sonntag – gesund und mit viel Genuss !

………….. was ICH auf meiner Scheibe Frühstücksbrot habe……..? Äh…. als HEUTE gibt es eine Portion Naturjoghurt mit wilden beerigen Schlingeln getoppt. Heute. Das Frühstück variiert. Abwechslung ist das halbe Genussleben. Manchmal gibt es auch Butterbrot. Butter wörtlich. Mit verschiedenen hausgemachten Kräuter- oder Blütenbutter oder frischer Landbutter. Butterbrot mit Honig. Mit Marmelade. Mit Wurst. Mit Käse. Hausgemachtem Frischkäse oder einem anderer Käsesorten. Butterbrot pur. Weichgekochtes Ei. Haferflocken in heisser Milch mit Honig. Joghurt mit Obst. Obst pur. Obstalat. Topfen mit Obst. Topfen aufs Brot. Und, und, und…..

Und…….über den Rest rät mir meine Anwältin an dieser Stelle, die Aussage zu verweigern…….

Links, die Sie interessieren könnten:

Büchertipps für selbstgemachte Brotaufstriche? Aber gern:

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