Kartoffelschlemmerchen {Gratin de Pommes de Terre }

Gratin de Pommes de Terre © Liz Collet
Gratin de Pommes de Terre© Liz Collet

Er mochte sie als Salzkartoffeln gekocht, als Reiberdatschi, als Bratkartoffeln oder als Kartoffelbrei. Und mein Grossvater machte himmlischlockere Kartoffelknödl daraus, riesige Knödl, die allein schon satt machten …. Aber am liebsten mochte er sie als Pellkartoffeln. Manchmal einfach mit Topfen und Kräutern, manchmal mit Pfälzer Leberwurst und dunkelschwarzer Speckwurst, manchmal zu Gemüse, manchmal einfach nur zur Butter, die in einem kleinen Töpfchen zerlassen, mit Salz gewürzt war und in der Mitte des Tisches stand, damit jeder mit der Kartoffel eintunken konnte. 

Noch heute mag und mache ich es oft ebenso und gebe noch Pfeffer in die heisse zerlassene Butter oder gehackte Petersilie, aber meist einfach nur Salz, wie mein Grossvater.

Wenn die Pellkartoffeln im grossen schweren Hafern am Gasherd, diesem innen blau und aussen schwarz glänzenden Topf, damals aber bei ihm fertig gegart waren, nahm er ihn, goss das Kochwasser mit nahezu geschlossenem Deckel ab, die Hände gegen die heissen Griffe mit dem Küchentuch schützend.

Hob er den Deckel hob, stieg heftiger Dampf auf, bevor man sie so lecker darin liegen sehen konnte – goldgelb, die Schale an manchen Stellen leicht aufgerissen, heiss, so dass man sie kaum halten konnte, wenn man sie dann mit dem kleinen Küchenmesser abschälte – für die Pellkartoffeln oder Knödl oder den Brei oder was immer dann damit geschah.Aber man musste sie halten können, heiss. Das gehörte dazu, beim Kochen. Beim Pellkartoffelkochen und Schälen.

“Aber EINE” …sagte er immer, “EINE muss dann einfach immer sofort sein, gleich so, einfach auf die Hand, nur eine Prise Salz darauf und aus der Hand essen.”

Gab mir eine in die Hand und schob das Salzschälchen aus dem Küchenbüffet näher zu mir.

“Nimm, Deandl, iss, solang’s heiss sind.”

Noch heute öffne ich nie meinen Schnellkochtopf, ohne an diesen schweren schwarzen Topf des Grossvaters denken zu können, wenn der Duft der frischen heissen Pellkartoffeln die Nase kitzelt. Und nie kann es Pellkartoffeln bei mir geben, ohne dass ich mir nach dem Öffnen des Deckels eine aus dem Topf stibizte, schäle, mit etwas Salz bestreute und so wegnasche, wie sie dann ist. Heiss, frisch aus dem Topf und einfach so, auf der Hand.

Die beste ist immer die erste …heiss aus dem Topf…pur…nur eine Prise Salz…. für’s Leben, einfach geniessen.

Gratin wird bei mir aus gekochten Kartoffeln zubereitet. Anderntags oder am 2. Tag nach dem Pellkartoffelkochen. Schälen, in Scheiben schneiden, schichtweise in gebutterte Portionsformen oder Bratreindl legen, mit Salz und Pfeffer gewürzten Guss aus Sahne und Milch darüber und obenauf eine Mischung aus Semmelbröseln, geriebenem Käse und Butterflockerl und ab in den Ofen.

Dazu eine Schüssel mit Blattsalaten und einem würzigem Dressing, im Winter gern auch Endivien- oder Vogerlsalat, es passt aber auch Tomaten-, Gurken- und Salat mit Tomaten, Gurken und Radieschen recht gut.

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Nutzungsrechte an Bildern nur nach vorheriger schriftlich vereinbarter und lizenzpflichtiger Vereinbarung

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