Sommersalate – {TIWWL}

Sommer und Salate, das gehört wie von selbst zusammen.  Besonders mit essbaren, würzigen und aromatischen Blüten oder Wildkräutern sind sie absolute Lieblinge für mich im Sommer.

Ob im Büro in den Jahren der eigenen beiden Kanzleien oder an freien Tagen oder auch nachdem Büro und Burgküche unter ein Dach erst in der Isarmetropole und später dann hierher ins Blaue Land verlegt wurden – wenige Zutaten, kreativer Mix, wenig Aufwand, frische Zutaten nach Saison und jeden Tag kann man nach Lust und Laune binnen Minuten entweder frisch zubereiten und geniessen. Habe ich Jobs unterwegs, verzichte ich auch nicht gern darauf. Kantinen sind nicht so meins, Fast Food auch nicht. Bei der Wahl unter der Vielfalt von Gläsern, Bento- oder anderen Boxen ist das auch nicht nötig.

  Besonders mag ich dabei Salate aus Zutaten, die ich auch sehr gut für unterwegs mitnehmen kann. Also mit Zutaten, die knackig und frisch bleiben. Ob bereits das Dressing mit daran ist oder vor dem Geniessen erst über den Salat gegeben werden, ist dabei eine Marginalie.

Absolut perfekt ist es, wenn Sie Wildkräuter unterwegs erst selbst sammeln und bei einem Picknick mit weiteren , mitgebrachten Zutaten kombiniert, geniessen können, wie bei diesem Ochsenmaulsalat. Die weitere Zutaten wie Tomaten, Walnüsse , Weintrauben und Dressing kann man leicht mitnehmen. Die vorgegarten Kartoffeln sind auf einem Grill oder in der Pfanne auf einem Campinggrill oder -kocher im Nu knusprig gebraten.

Tomaten, Gurken, Paprika, Zucchini, Pilze, Karotten, Radieschen sind perfekte Salatzutaten für unterwegs – sie können gut geputzt und gemixed in Glas und Boxen vorgeschnibbelt mitgenommen und sogar mit Dressing bereits mariniert werden.

Ich bin bereits mit Gurke, Radieschen, frischen Kräutern, etwas hausgemachtem Frischkäse vegetarisch oder auch mit etwas knusprig gebratenem Bacon oder zwei, drei Scheibchen würziger Chorizo im 7. bayerischen Salathimmel.

Ei, Käse, Schinken, marinierter, eingelegter oder noch besser: geräucherter Fisch sind wunderbare Add ons. Allein die Vielfalt an Fischen, von denen wenige Stücke gebraten, gedünstet, geräuchert oder mariniert genügen, ………. Genuss pur. Schon mal Salat mit Schwertfisch probiert?

Frühlingssalat mit Räucherforelle hat mit den fruchtigen Orangefilets einen herrlich frischen Kick. Im Sommer kann man anstelle der Orangen andere Früchte verwenden – Papaya, Mango, Pfirsich oder Nektarinen ebenso wie Melonen, beispielsweise.

Auch Bratenreste oder Hackbällchen sind eine nette Abwechslung. Nudeln, Kartoffeln, Reis können am Vortag gekocht zugefügt werden.  Kräuter sind nach Lust und persönlicher Vorliebe immer neu variierbar.

Serviette, Gabel oder Löffel sind alles, was dann dazu nötig ist, um dem Genuss Zeit zu schenken.

Wenn Sie Lust auf Pizza haben, versuchen Sie es doch einmal mit diesen gerollten Schnecken aus Pizzateig, die Sie zuhause ebenso wie für Picknick und Ausflüge oder ins Büro oder an den Arbeitsplatz mitnehmen können. Sie schmecken warm, wie abgekühlt zu Salaten. Wenn Sie es sich leicht  machen wollen, verwenden Sie dazu Pizzateig aus dem Kühlregal. Sehr kompliziert ist es aber auch nicht, selbst Pizzateig zuzubereiten. Sie können dafür beispielsweise dieses Rezept gut verwenden und daraus Minipizze oder eben Schnecken zubereiten.

Ungewöhnlicher sind Linsen und Bohnen, aber bei der Vielfalt von Linsensorten und Bohnenarten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Linsen, Kartoffeln, Salat und Gemüse und etwas Rotwurst liefern einen herzhaft-defitigen Salat, in dem kleine Apfel- oder Birnenwürfel eine frische und fruchtige Note beisteuern.

Mit Wurst (siehe zB Portulak und Münchner Gebackene GelbwurstSülzen, Pressack oder Schinken oder Gemüse in Aspik lassen sich besonders im Sommer auf leichte Art Salate aufpeppen. Weinsülzen sind genial bei warmem Wetter, erfrischend und leicht zu Salaten.

Auch Fisch in Aspik wie Aal oder Hering sind mit einer würzigen und säuerlichen Note an warmen Tagen eine angenehme Abwechslung. Mixed Pickles, selbst eingelegte sauere Gurken, Zucchini , Auberginen, Pilze oder Paprika können gut mit diesen und Blattsalaten kombiniert werden. Und zu Matjes braucht man eigentlich fast nur Gurken, Kräuter und etwas Dressing.

Besonders delikat sind Terrinen aus Wild, gebratene Wild- , Kaninchen – oder Lammleber oder Mousse davon zu Salaten, bei denen Blattsalate mit Wal- und anderen leicht ankaramellisierten Nüssen und fruchtigen Trauben oder anderen Zutaten kombiniert und mit einem Brommbeer-Balsamico-Dressing raffinierte Noten bekommen.

Oder wie wäre es mit Amaranth, Bulgur und Couscous? Lassen Sie Ihre Fatansie galoppieren.

Verwunderlich war eigentlich beim Blick durch die verschiedenen Zutaten nur, dass bisher noch keine Kichererbsen bei mir eine Chance erhalten hatten – für Salat. Im Nachhinein ist es völlig unverständlich. Ich kann nur warnen – bei mir haben sie Suchtrisiko voll entfaltet.

Der Weg von Kichererbsen und mir hat sich bisher nur dem Hörensagen nach und dem Betrachten von der Ferne gekreuzt, am nächsten noch beim Blick ins Warenregal. Sie lockten mich bisher nie, einen Grund dafür gab es aber nicht. Es ergab sich nicht genug Neugier, wäre vielleicht die zutreffendste Erklärung. Denn für Hülsenfrüchte bin ich sonst jederzeit gern zu haben, durch die vielen Sorten allein von Linsen, aber auch Bohnen, und Erbsen kann ich mich immer wieder neu und mit neuen Rezeptideen vergnügen.

Als ich vor einigen Tagen dann eingeladen wurde, für TIWWL (This Is What We Love) / Deal.com Ideen für Sommersalate in meinem Blog hier beizusteuern, war es gar nicht so leicht unter den bisherigen Salatrezepten oder Zutaten eine Auswahl zu treffen. Da kamen mir die Kichererbsen wie gerufen – gerade weil ich sie noch absolut nie probiert, noch weniger zubereitet habe. Und so geschah es: In den letzten Tagen köchelten nun doch dann auch Kichererbsen  erstmals in der “Burgküche” im Kessel. Die Anregung dazu ist  einer meiner kulinarisch besonders kreativen und zauberhaften Kochlöffel-Verschwörer zuzuschreiben: die GU-Autorin Margit Kunzke.  Liebhaber Spaniens und spanischer Küche kennen sie vermutlich, denn sie ist die Autorin des 2006 beim Gräfe&Unzer Verlag erschienenen Kochbuchs „Andalusien, Küche und Kultur“, für das sie im Nu zwei wichtige Auszeichnungen bekam und das bereits in dritter Auflage in den Buchläden zu finden ist, rund 50.000 Exemplare wurden davon mittlerweile verkauft. Die Schweizer Gesellschaft Historia Gastronomica Helvetica verlieh ihr die Schweizer Goldlorbeeren, den Schweizerischen Literaturpreis der Tafelkultur. Die deutsche Gastronomische Akademie Deutschlands (GAD) zeichnete 2007 auf der Frankfurter Buchmesse das Kochbuch mit einer Silbermedaille für ein empfehlenswertes Buch aus. Sie sind also bei allen Tipps zu Rezepten bei ihr in den besten Händen. So auch mit ihrem Tipp und Bericht von einem Ausflug und einem Kichererbsengericht des Restaurants Verd i Vent, das eine Reise wert sei. Das Restaurant. Aber wohl nicht weniger das Gericht mit den Kichererbsen.

Sie postete vor ein paar Tagen eines ihrer Rezepte damit – und hat mich schier damit angefixt. Anders kann man es nicht nennen, denn aus dem eigentlich eher losen Plan, es gelegentlich auszuprobieren wurde infolge zufällig am Tag danach in meinen Marktkorb gehüpften Kichererbsen-Küchenkandidaten eine Serie von Ideen bereits beim ersten Rezeptversuch.

Die fiesen kleinen Schlingel haben echtes Suchtpotential. Dabei bin ich mit einer weitaus simpleren Version eines Sommersalates an den Start gegangen, als Margit mit ihren Rezepten, die sie mir netterweise gleich noch als kulinarisches Teaser an die Hand reichte.

Klicken und sehen Sie selbst hier die Liste der in ihrem Foodblog “Kochbuch für Max und Moritz” zu Kichererbsen zu findenden Rezepte, aber machen Sie mich bitte nicht dafür verantwortlich, wenn es Ihnen wie mir damit ergeht. Teilen wir uns “das Leid der leckeren Sucht-Zutaten.”

Wie ich mich bei Margit dafür räche, dass ich im Augenblick eine grenzenlose bajawarisch-andalusische Cross-over-Experimentierlust für Kichererbsen entfalte, weiss ich noch nicht, aber mir wird etwas einfallen, liebe Margit, be sure. Auch wenn das zugegebenermassen nicht ganz leicht ist, denn die unerschöpflich mit Gerichten verführende Verfasserin von ausgezeichneten Kochbüchern und Foodblog-Beiträgen, die einem spanischen Urlaubsspaziergang gleichen, lebt eben dort und kann aus dem Portfolio dortiger Aromen und Zutaten schöpfen, die schwer konkurrenzfähig sind. Ausser vielleicht…….on va voir. Zurück zur kichernden Erbse.

Kichererbsen © Liz Collet
Kichererbsen © Liz Collet

Ein bisserl was an Warenkunde vorweg und als Tipps auch für Sie? Hier lesen Sie mehr dazu.

Ich habe bei mir am Markt eine Packung von 500 g Kichererbsen in Bioqualität für den ersten Versuch mitgebracht. Ein Fehler – ich hätte gleich 2 oder 3 Packungen mitbringen sollen. Sie wurden am Voraben in reichlich Wasser in eine  Schüssel gegeben und ruhten darin 12 Stunden über Nacht. Anderntags durch ein Sieb abgegossen, unter fliessendem Wasser abgebraust und in einem hohen Topf mit frischem Wasser aufgesetzt, köchelten sie rund 50 Minuten, bis sie gar waren (Auf der Packung waren 45 bis 60 Minuten angegeben). Gesalzen werden sie nicht beim Kochen.

In der Zwischenzeit bereitete ich eine Vinagrette aus Macadamiaöl, hauchfein geschnittenen Schalotten, einer klein geschnittenen Knoblauchzehe , etwas Sherryessig, etwas Salz, Cayenne, Pfeffer und frischer Petersilie zu. Als die Kichererbsen gar waren, wurden sie in ein Sieb abgegossen und dann sofort und noch warm in die Vinaigrette gegeben, mit dieser gut durchgemischt und dann zu Abkühlen kühl gestellt. Dieser Kichererbsensalat schmeckt lauwarm, aber auch gut gekühlt. Er war der Mittelpunkt zweier Salatvarianten, die später mit ihm zubereitet wurden.

Saibling an Salat © Liz Collet
Saibling an Salat © Liz Collet

Zum einen ein Salatteller mit hausgeräuchertem zarten Saibling.  Tomaten, gekochte rote  Beete, Salatgurke und Radieschen wurden geputzt bzw in dünne Scheiben geschnitten und auf einem Teller im Kreis angerichtet, in der Mitte wurde ein Teil des Kichererbsensalates gefüllt. Der Saibling wird in Stücke geteilt darauf serviert. Garniert wird mit frischen Kapuzinerblüten und frischen Kräutern wie Petersilie. Dazu etwas Schmand, der mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrührt über den Salat gegeben wird.

Lammkotelette mit Sommersalat © Liz Collet
Lammkotelette mit Sommersalat © Liz Collet

Der zweite Salatteller mit Lamm für die Fleischkatzerl und -kater unter den Salatliebhabern wird ebenfalls mit Tomaten, gekochte rote  Beete, Salatgurke und Radieschen  in dünne Scheiben geschnitten und auf einem Teller im Kreis angerichtet, in der Mitte wurde ein Teil des Kichererbsensalates gefüllt vorbereitet. Sodann werden pro Person 2 Lammkotelettes vorbereitet.

In einer Pfanne zunächst etwas Butter schäumen lassen, Semmelbrösel mit fein gehackten Kräutern gemischt hinzufügen. Ich habe Rosmarin und Thymian verwendet und mit Pfeffer und Cayenne gewürzt. Sacht unter Rühren goldbraun knusprig werden lassen, aus der Pfanne auf einen Teller geben.

Geputzte und halbierte Pilze wie zB Champignons oder Egerlinge in Butter bräunen, dann die Lammkotelettes hinzufügen und nur kurz (wenige Minuten) zart braten. Auf dem Salat anrichten, mit der Kräuterbröselmischung belegen , den Pilzen anrichten und mit einem Brenner noch knusprig bräunen (bei Bedarf) und den Teller mit frischen Kapuzinerblüten und frischem Rosmarin und Thymian garnieren. Auch hier etwas Schmand, der mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrührt über den Salat gegeben wird.Eh voilà ………..here we go, los geht’s!

Viel Vergnügen beim Ausprobieren und Geniessen!

NB:

Sie wissen ja, für alle Bilder können Sie gern Nutzungsrechte kaufen. Wenn Sie sich dafür interessieren, habe ich wie immer wieder einige Beispiele zum Thema für Sie zusammengestellt. Damit die Espressodose nicht leer wird, in meiner kleinen Burgküche.

6 comments

  1. Dankschön liebe Liz, für den netten Bericht. Den habe ich erst jetzt gesehen, als ich etwas ganz anderes im Internet suchte😉 Wie’s halt so geht. Mein neues Kochbuch, das im Frühjahr 2014 auf den Markt kommt, wird Dir sicher auch schon vom Thema her gefallen.

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