“food design” – Museum August Kestner

Da ist Musik drin ©  Liz Collet
Da ist Musik drin © Liz Collet

Warum werden Lebensmittel gestaltet, geformt und in “Designs” gefügt? Weil da – im wahrsten Sinne des Wortes – Musik drin ist. Genüsslich, wie geschäftlich.

Wie weit reicht es zurück, dass Menschen so viel Zeit, Mühe und Erfindungsgeist aufzuwenden begannen, um Ess- und Trinkbares zu gestalten? Ist das nur eine Erscheinung des “modern life style”? Eigentlich tun Menschen dies seit jeher. Betrachten wir alte Gemälde oder werfen wir einen Blick in Kochbücher und -rezepte vorangegangener Jahrhunderte, ist das unverkennbar.

So ist es – im Grundsatz also – nicht neu, nur Mittel und Methoden und Marketing sind immer “raffinierter” geworden, wenn Food Designer   Lebensmittel mit Styling und Funktionalität aufzuwerten versuchen. Das Entwickeln von Nahrungsmitteln gilt als einer der komplexesten Designvorgänge. Eine Ausstellung in Hannover versucht sich diesem Themas anzunähern und zu erklären, warum manches so ist, wie man es isst. Dass und wo und wie Geruch, Farbe, Oberfläche, Konsistenz und Haptik zu zentralen Themen im Lebensmitteldesign und damit auch Markt und Angeboten an den Kunden geworden sind. Befasst sich mit Herstellungstechnik, Verpackung, Lagerung, Teilbarkeit. Es werden Zusammenhänge hinterfragt, aber auch Kuriositäten ausgestellt.

Im sog.  Sensorium können Sie Ihre Sinne spielen lassen : Tasten, Riechen, Schmecken, Hören und Sehen.

Sie kennen die Redensart: Das Auge isst mit? Beileibe nicht nur das Auge. Allein dass und wie kross und knusprig Chips oder Kekse oder Blätterteig und viele andere Lebensmittel allein schon klingen, bestimmt teils unbewusst, teils sinnlich und damit bewusst Ihre Kauf- und Genussentscheidung. Und damit die Kundenbindung. Entsprechend ist der Aufwand bei der Produktentwicklung.

Naheliegender erscheint uns da schon, wie sehr Düfte und Aromen unseren Genuss und das yes oder no für oder gegen ein Produkt bedeuten können. Und dennoch ahnen Sie vermutlich nicht, wie tiefliegend und unterbewusst durch differenzierteste Fähigkeiten unseres Geruchssinns und damit die Nase nicht nur den Geruch selbst, sondern auch den Geschmack beeinflussen und auch beeinträchtigen können.

 Sie glauben etwas zu schmecken? Auch. Aber zugleich ist an diesem sensorischen und sinnlichen Wahrnehmen auch der Geruch und Ihr Sinnesorgan beteiligt. Und darüber, wie Farben und das Aussehen Ihre Meinung beeinflussen, was Sie schmecken oder vielmehr : zu schmecken glauben, gibt es lustige Tests. Färben Sie eine Spargelsuppe rot ein, werden viele Testschmecker und -esser Tomatensuppe schmecken.

Unsere Geschmacksnerven haben bestimmte Texturen, Farben und Aromen gelernt.

Welche Tricks und Kniffe – auch damit – möglich sind und eingesetzt werden, ist eines der Themen in der Produktentwicklung  der Lebensmittelindustrie. Künstliche Stoffe und Aromen täuschen und beeinflussen Ihre Geschmacksfähigkeit, spielen mit Ihren im Laufe des Lebens erlernten und geweckten Erwartungen. Und so lassen sich über Konsistenz, Farben, Aromen und Texturen wie soft und kross, fluffig und anders mehr Ihre Sinne regelrecht “umgepolt” werden, noch bevor PR und Marketing Ihnen dann mit Werbebotschaften in Bildern und Worten und damit geweckten Assioziationen sich der Aufgabe annehmen, Sie und Ihre Sinne für ein Lebensmittel, ein Produkt zu ködern. Mit Trends und Moden, die für diese geschaffen und in die sie eingebettet werden, um an Mann und Frau und Kinder gebracht zu werden.

Mit Spezialtopics für Kinder als Zielgruppen, ebenso wie für Frauen, Männer, Jugend und Silver Surfer rund um Taste, Test, Text, Texturen und Trends.

Mehr erfahren Sie in der seit gestern eröffneten Ausstellung in Hannover . Freitags dort übrigens freier Eintritt – wenn Sie also heute noch nichts vorhaben? …………….Vor dem Meet and Eat am Freitagabend mit Ihren Lieben?

food design – Museum August Kestner

14.03.2013 bis 04.08.2013
Öffnungszeiten:
Di bis So von 11 bis 18 Uhr, Mi bis 20 Uhr
Mehr Info: food design – Museum August Kestner

Bildquelle:

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