Garmisch: Genuss und Geniessen

Zeit für.............© Liz Collet
Zeit für………….© Liz Collet

Es gäbe da eine Geschichte zu posten. Über Schokolade. Nein: Gapalade. Das ist was ganz fies Leckeres. Handgeschöpft. Und aus Garmisch. Und eigentlich hätte ich heute gern etwas mit Fotos davon gekritzelt. Und schon sind wir bei dem Wörtchen “gäbe”. Das ich eingangs nicht ohne Grund in den ersten beiden Worten einfügen musste. Es gäbe etwas zu posten. Über Schokolade mit Maracuja drin. Und mit Kakaobohnenstücken drin. Und mit Cappucinogeschmack. Und mit Pfeffer drin. Und Chili. Und Cranberries.

Von diesen und noch ein, zwei anderen habe ich mir eigens was mitgenommen. Aus der Chocolaterie. Ich schwöre mit dem treuherzigstem Unschuldsblick, den ich zu liefern imstande bin: Üüüürgöööndwööör hat das sabotiert. Das mit den Fotos. Le chocolat – perdu, parti.

Wohin? Öh….. fragen Sie lieber nicht. Der Unschuldsblick käme vielleicht doch ein bissiiiii ins Schlingern. Mindestens aber der Heiligenschein, der schon bedenklich flackernd meine Glaubwürdigkeit erschüttert.

Ich werde noch mal nach Garmisch fahren müssen. Damit ich was darüber posten kann – MIT Fotos. Vielleicht ist dann das Wetter auch nicht so Schniebischnabischneibn voller Schneeflocken. Das sieht zwar an sich hübsch aus, wenn alles unter dicken Schneehauben liegt. Und die Sonne scheint. Postkartentraumhaft. Blue Hour ist auch schön. Wenn man mit Stativ rumlaufen mag. Bei Schneeflockendickicht toujours ist das kein Spass. Und noch weniger, wenn unter dem Schnee unter den Füssen alles recht rutschig ist. Sie überlegen, ob ich unauffällig von dem Thema Chocolat abzulenken und fortzuführen versuche ? Oooooch….nicht wirklich. Sie werden davon noch lesen. MIT Fotos. Nehmen Sie es als Vorschuss-Garantie auf den dann folgenden Post, WIE lecker das sein muss, was dann zu sehen und zu lesen sein wird. Dass es das jetzt nicht zu sehen und zu lesen gibt. Es gibt Monarchen durch die Zeiten der Geschichte, die ihre Vorkoster teuer bezahlen mussten, um sicher zu sein, dass sie das ihnen dann servierte Schlemmerchen  überleben und diess ihnen Genuss bereiten würde. SOVIEL kann ich Ihnen schon jetzt ganz kostenfrei als Vorkosterin versichern: Sie werden Genuss pur zu sehen bekommen. Und zu lesen.

Wenn ich die zweite Testserie und Verkostung  vor Ort hinter mir haben werde. Nach dem nächsten Regio-Spurt nach Garmisch.

Inzwischen tröste ich Sie ein bisserl mit Pasta. Die auch im Körbchen gelandet war, gestern. Und zwar Lumaconi von La Terra e il Cielo. Was so viel heisst wie die Erde und der Himmel. Und von Lucanella. Von Lucanella habe ich Ihnen schon Cavatelli vorgestellt. Diesmal habe ich mir Strascinati mitgebracht. Und dieser Tage werden Sie von den Lumaconi wie von den Straschinati zu sehen und zu lesen bekommen und Rezepte damit. Hier.

Und ich plaudere ein bisserl über die vielen gesunden kleinen Helferchen aus der Kategorie der gesunden Blüten und Kräuter. Davon sind gleich 8 Neuligen aus Garmisch mit mir im Einkaufskörberl mit in die Burg gelangt. Die Sie in den Posts rund um diesen herum erraten dürfen, wenn Sie können und mögen. Und zu denen Sie die Lösungen jeweils ein bisserl zeitversetzt auch mit weiteren Bildern, Infos und Rezepten lesen und sehen werden. Den Anfang habe ich mit den Himmelsschlüsschelchen gemacht.

Ausserdem habe ich noch so leckere Verführer wie Hirschbockerl und Hirschschinken aus dem Laden mit der Bauernkost, die noch bis März 2013 in Garmisch saisonal in der sonst dort logierenden Eisdiele zu finden ist. Wenn Sie zufällig vis-à-vis des Kurparks in Garmisch unterwegs sind: Reingehen´! Probieren! Alles, was man Ihnen dort gern zum Verkosten anbietet und. Zugreifen, wogegen Sie jegliche Widerstandskraft verlieren, vom Speck über Wildschinken zu anderen Schinkenschmankerln oder auch die mit Chili gewürzten kleinen Würstl, werden Sie nichts bereuen und wissen, was das bayerische Wort “gschmackig” wirklich bedeuten kann.

Dann könnte ich Ihne noch etwas über einen wunderbaren Tee aus schwarzen Johannisbeeren  erzählen, der sich in meinen Einkaufskorb warf. Und über noch ein paar andere Schmankerl, die es ihm nachtaten. Und einige Schmankerl, in denen – ganz sicher – kein skandalöses Pferdefleisch enthalten ist und sein kann.  Diese und andere Schmankerl werde ich Ihnen noch peu à peu hier vorstellen, zusammen mit Rezepten dazu. Wappnen Sie sich also.  Nicht bei allen gibt es online-Shops. Man geht hier noch gern in Geschäfte und auf Märkte. Und das mit Genuss.

Nicht, dass ich übrigens etwas gegen Pferdefleisch habe. Und seit Tagen überlege ich, ob ich die Anekdote ausplaudere, die mit Pferdefleisch und meinem Grossvater und meinen Urgrosseltern zu tun hat. Und einem Streich, den einer von ihnen den anderen spielte. Bei diesem Streich allerdings ging es um die unterschiedlichen Auffassungen, ob man Pferdefleisch essen dürfe (“Das Ross ist ein edles Tier, das isst man nicht!”) oder ob es qualitativ minderwertig sei oder nicht so gut schmecke wie Rind- oder anderes Fleisch. Und zwar so weniger gut sei, dass man immer und jederzeit herausschmecken würde, wenn Pferdefleisch serviert würde.

Ich könnte auch ein Wörterl plaudern über den einen oder anderen, der sich nun echauffiert, dass er nie Pferdefleisch essen würde und es unverschämt findet, dass er das unfreiwillig getan habe. Und den ich dann fragen möchte, wie er Pferdefleisch als solches angeblich als indiskutabel generell ansehe: Als Gourmet, als den er sich selbst bezeichnet und als der er glaubt, keinesfalls Pferdefleisch als solches auf dem Teller akzeptieren zu können. Als sei Pferdefleisch kalt serviertes Rattenfleisch. Der aber weder einen Widerspruch darin erkennt, wenn er wenige Schritte weiter am Marché francais Eselswurst ebenso einkauft, wie er bei dem einen oder anderen Discounter offenkundig TK-Lasagne nicht als Widerspruch zu seiner Attitude als Sterndl-Gourmet ansah und ansieht.

Nur – das und auch die Anekdote über den Streich zwischen meinem Grossvater und seinen Schwiegereltern ist wie man ja weiss ein ganz anderes Thema als dasjenige, welches derzeit die Medien beherrscht: In dem es um Betrug und um Etikettenschwindel und um organisierte Kriminialität und um die Wirksamkeit von Lebensmittelrecht und -kontrollen und um den Schutz von Verbrauchern geht.

Und wie sehr sich mancher Verbraucher auch sonst selbst in die Tasche schwindelt, wie sehr er (wirklich) auf Qualität achte und mehr oder weniger rational oder irrational das eine oder andere Lebensmittel degoutiert – ein solcher Skandal ist eine andere Ebene, betrifft ein anderes Problem, dort geht es um ein Problem grundsätzlicher Art des Schutzes  von Verbrauchern.  Für die etwas Selbstverständliches nicht mehr Selbstverständliches ist. Und Grundvertrauen in Gefahr gerät, über Bord zu gehen. Wo sich die Frage auch stellt, wo der Verbraucher auf dem (Einkaufs-) Weg vom Lebensmittel zum Lebens-Mittelpunkt und wieder zurück zum Lebens-Mittel? Für manche wenige ist das nur ein kleiner Schritt vom Lebensmittelskandal, der krank macht zur krank machenden zwanghaften gesunden Ernährung, zwanghaften Ernährung mit (tatsächlich oder vermeintlich) nur noch gesunden Lebensmitteln. Man muss sich hüten, sich von derlei anstecken zu lassen. Denn das sollte man auch nicht aus dem Auge zu verlieren suchen: So sehr Medien (und im Prinzip zum Glück) Lebensmittel und deren Qualität und Information über diese und Skandale thematisieren, so sehr machen Skandale auch Quote und Auflage.

Das soll Skandale nicht kleinreden, die Problematik nicht verharmlosen, aber bei allem Bewusstsein für mehr Achtung und Achtsamkeit für Lebensmittel sollte man sich deswegen auch nicht “verrückt” machen und machen lassen durch Skandale.  Und die bewusster ausgewählten Produkte auch geniessen, gern auch mit “weniger ist mehr” als Motto. So geniesse ich selbst durchaus auch gern einfach mal Pasta oder Kartoffeln mit “nur” Butter und Kräutern oder Topfen und Salat dazu. Aber auf Fleisch oder Wurst verzichten, weil es hier und da wieder Skandale gibt, anstatt bewusster auszusuchen, wo und wieviel ich davon kaufe und geniesse? Nein.

Mit Hysterie ist das Problem der Lebensmittelqualität und -Kontrolle nicht gelöst. Und nicht mit krankhaftem Verzicht auf eigentlich Gesundes und Wichtiges bei Lebensmitteln. Denn  selbst wenn der Fleischmarkt durch Verzicht des Verbrauchers – theoretisch mal zu Ende gedacht – “ausgehungert” würde und damit auch diejenigen, die dort auf unredliche, strafbare Weise Betrug am Verbraucher praktizierten keinen Boden mehr für ihre Praktiken verlören – was täten diese denn dann? Sie würden ihre Praktien verlagern. Auf einen anderen Part des Handels und des  Lebensmittelmarktes, sei es Fisch, Gemüse, Milchwirtschaft usw. Entscheidend kann nur wirken, geeignete Kontrollen und Kontrollinstrumente zu installieren und die Sanktionsfolgen so zu gestalten, dass es sich schlicht nicht lohnt, blosse Bussgelder aus der Portokasse in Kauf zu nehmen, wenn ein neuer Skandal aufgedeckt wird. Es gilt, den Markt als Kunde, Konsument, Verbraucher zu verteidigen, nicht ihn preiszugeben und aufzugeben.

Und ihn zurückzuerobern, wo bereits Boden verloren wurde.

Und ich……..ich werde nun ein bisserl Chocolat zum Schmelzen bringen. Ein bisserl in der Tasse, in der Milch und auf dem Gaumen. Ich sage nur….Maracuja. Und so. Und dem Heiligenschein, dem knipsen wir nun einfach a bisserl das Glühbirndl aus. 😉 Fotos vom Markt und Marktkörberl und Marktschmankerl dann in den nächsten Posts. Blinzeln’s einfach wieder rein.

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