Fruchtige Marshmallows selbst herstellen?

Haben Sie schon einmal versucht, Marshmallows selbst herzustellen? Nein, kalorienarm geht dabei nicht. Machen wir uns nichts vor. Aber wie bei allem – die Dosis macht das Gift.  Wenn Sie Marshmallows im Laden kaufen und die ganze Tüte auf einmal vernaschen, wissen Sie selbst, an welcher Stelle Ihres Körpers das landet, auch ohne die Kalorien dafür auszurechnen und allein bei der Zahl einen Zuckerschock zu erleiden.

Dennoch erfreuen sich die sündhaft zuckersüssen Naschereien “pur” wie am Feuer, im Fondue, als Zutat in Kuchen und als Icing, auf Torten und in solchen, in Brownies wie in Fudge und in heissem Kakao grosser und jede Kalorienzählerei ignorierender Beliebtheit.  Ich gestehe, dass ich sie als Kind ebenfalls liebte. Ob in dem Tante-Emma-Laden am Ende der kleinen Strasse meiner Grosseltern im Allgäu gleich im Regal neben der Kasse , wo sie als “Schweinespeck” wegen der weiss-rosa-farbigen Kombination der streifenförmigen Schumzuckerstücke hiessen. Oder im EDEKA-Laden nebenan. Oder im kleinen Laden am Kurfürstenplatz, in dem Süssigkeiten, Schokolade, Kekse und Pralinen verkauft wurden und auch weisse und rosa “Speckmäuse” aus den altmodischen Bonbongläsern in der Regaletagere Kinderaugen und -finger in Versuchung führten, wie gefüllte Mausefallen die Mäuse. Für mich verloren sie irgendwann den Unwiderstehlichkeitsfaktor.

Aber anlässlich des – hiermit – 1000. Post des vorliegenden Blogs  finde ich: Man darf auch ruhig mal was wirklich SÜNDHAFTES als Thema posten. Und weil sie mich im Kontext von Aromen neugierig machen, ob und welche dabei als Zutat passen könnten.

Wenn Sie Marshmallows selbst herstellen, wissen Sie wenigstens sicher, welche Zutaten darin enthalten sind und welche Farbstoffe z. B. eben nicht.  Sie haben dann in der Hand, ob Sie echte Vanille verwenden, Sie können anstelle von Gelatine Alternativen wie Agar oder Carrageen wählen.
Wenn Sie dagegen einen Blick auf die Zutatenliste der handelsüblichen Marshmallow-Produkte werfen, zeigen die deklarierten Zutaten, die Sie vielleicht eher vermeiden wollen, sollen – oder allemal vermeiden können, wenn Sie Ihre Marshmallows einmal selbst versuchen. Mit dem nachfolgenden Rezept haben Sie zwar eines mit Gelatine vor sich. (Auch bei GU findet sich eines mit Gelatine und für Vanillemarshmallows hier).

Wenn Sie aber mit Agar oder Carrageen umzugehen vertraut sind, rechnen Sie die Menge entsprechend um.

Interessante Alternativen zu Erdbeersaft könnten im Laufe des Jahres Rezepte sein, bei denen Sie zB Holunderblüten-, Rosen-, Lavendel-, Veilchenblüten- oder  Zitronensirup  oder Orangenblütenaroma oder Orangenabrieb zB verwenden. Mehr dazu werden Sie im Frühjahr zu solchen Varianten hier bzw bei meinem weiteren Blog Liz Collet – Blüten, Kräuter, Gewürze und Aromen lesen können, wenn die Saison für die Blüten die Zutaten direkt aus der Natur wieder für mich parat hält.

Sicher könnte man zwar auch jetzt vielleicht mit getrockneten und ganzjährig zu bekommenden Blüten davon oder sogar handelsüblichen Sirup-Produkten dazu Rezepte ausprobieren. Aber es erscheint mir persönlich verlockender, auch das nach Möglichkeit passend zur Saison dann vorzustellen.

Und bis dahin lassen Zitronen – und Orangenzesten, ebenso wie Vanille schon mehr als eine Option für erste Versuche mit selbstgemachten Marshmallows. Wenn Sie mit den Beeren nicht warten wollen bis zur Saison, könnten Sie es mit TK-Beeren versuchen.

Das erfordert zwar ein bisschen Geduld und Geschick und vor allem, dass Sie einige Grundregeln bei den Temperaturen der Zutaten einhalten, ist aber den Aufwand wert.

Das Video von Hervé  zeigt Ihnen, wie Sie es Schritt für Schritt durchführen.

Das Rezept dazu mit Zutaten und Beschreibung finden Sie auf seiner Seite in französischer Sprache hier. Die Zutaten habe ich hier übersetzt für Sie noch einmal zusammengefasst:

  • 500g de sucre (Zucker)
  • 10 feuilles de gélatine (ramolies dans l’eau froide) /Blatt Gelatine
  • 175 ml de jus de fraises fraîches / Saft von frischen Erdbeeren (pürierte Erdbeeren)
  • 2 blancs d’oeuf / 2 Eiweiss
  • 250ml d’eau / Wasser

Fügen Sie  Zucker und Wasser in einen Topf, um einen Sirup herzustellen. 

Idealerweise gelingt dies bei einer Temperatur von 125 ° C bei mittlerer Hitze Ihres Herdes und nach ca  25 Minuten unter regelmässigem Rühren.

Gelatine 2 Minuten in eine Schüssel mit kaltem Wasser aufweichen.

Erhitzen Sie den  Erdbeersaft, ziehen Sie dann den Topf von der heissen Platte und lösen Sie darin die gut ausgedrückte, eingeweichte Gelatine auf.  

Schlagen Sie das Eiweiß zu sehr steifem Eischnee

Sobald der Sirup fertig, nehmen Sie diesen vom Herd nehmen und füllen Sie langsam den Erdbeersaft diesem hinzu. ACHTUNG: das schäumt auf, seien Sie dabei behutsam und vorsichtig.   

Fügen Sie dem steifgeschlagenem Eischnee während Sie es mit dem elektrischen Mixer oder der Küchenmaschine weiterschlagen nach und nach den Erdbeersirup hinzu.  

Es soll dabei eine Mischung entstehen, die leicht und schaumig wird, das dauert  ca 5- 10 Minuten.

Geben Sie in eine rechteckige Form oder auf ein Backblech mit Rand ein gefettetes Backpapier. Verreilen Sie die Mischung darauf und lassen Sie diese  über Nacht im Kühlschrank ruhen, mindestens 12 Stunden. 

Schneiden Sie die Marshmallows dann und rollen Sie die Stücke in  Kokosnussraspeln oder einer Mischung aus Puderzucker und Speisestärke (halb und halb!)

Vorsicht ist nur beim Zucker geboten, um Unfälle zu vermeiden, die schmerzhafte Verbrennungen nach sich ziehen würden. Insoweit würde ich persönlich den Griff der Casserole niemals zum Koch und über den Herdrand hinausragen lassen – Griff grundsätzlich so zur Seite, dass er nicht bei einer Bewegung am Herd angestossen den Topf und heisse Flüssigkeiten darin umkippen lassen kann.
Und weil wir von Experimenten mit Marshmallows sprechen, will ich Ihnen ein berühmtes Marshmallow-Experiment keinesfalls vorenthalten. Auch, weil es viel damit zu tun hat, wie und mit welchen Tricks jeder von uns unterschiedlich mit Versuchungen umgeht.😉
Viel Vergnügen.

Quelle und mehr Rezepte von Hervé hier.

PS: Zum 1000. Post mal was ungesund  Zuckersüsses ? Jaaaaa. Zum 1000. Post HIER im Blog darf das mal sein. :-) 

Nein, auf 10 Jahre Bloggen bringe ich es nicht, wie Zorra, deren unverändert frische und immer neue Kreativität dabei absolut an der Spitze liegt  😉

Ich selbst  bin dann eher verblüfft, wenn ich wie zum Jahreswechsel 2013 geschehen, von WP “Glückwünsche” zum (schon???)  5. Geburtstag der §§-Zwirbeleien  bekomme oder auch zu dem hier nur wenig jüngerem Foodblog. Denn ich halte derlei Daten ohnehin nie fest und muss dann regelrecht zu suchen beginnen, wann und wie lange es meine anderen, nämlich älteren  Blogs schon gibt. Zumal diese anfangs eben bei Blogger standen. Von wo ich irgendwann zu WP wechselte. Bei mir sind es bisher insgesamt rund 8 Jahre. Aber dazu vielleicht an anderer Stelle mal ein eigener Post. Auch deswegen. Vielleicht. 😉

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