Langzeit-EKG in Sachen Obsoleszenz von Küchengerätschaften

Produkttest Langzeit-EKG “Obsoleszenz” © Liz Collet

Wissen Sie, was Obsoleszenz ist?

Fragen wir einmal anders:

Schon einmal die Erfahrung gemacht, dass eines Ihrer Geräte, eines Ihrer Küchengeräte beispielsweise, exakt am Tag nach Ablauf der Garantie- bzw Gewährleistungsfrist röchelnd oder auch wortlos oder mit einem schmurgelnd anmutenden Duft, vielleicht auch mit einem kleinen fiesen Seitenhieb in Form eines Kurzschlusses und alle Sicherungen rauspfeffernd seinen Geist aufgab? Vielleicht nicht exakt 1 Tag danach. Aber nur wenige Tage oder Wochen danach. Ein Wegwerfgerät par excellence?
Vielleicht ärgert Sie das dann auch, wie viele andere, denen es ähnlich geht.

Es war einmal…..
…so fingen Märchen einmal an. Die mit den Federn jener Unternehmen geschrieben wurden, bei denen unsere Grosseltern und auch noch Eltern der Eindruck entstand und lange überlebte, dass gute deutsche Wertarbeit und Marken für auch langlebige Qualtität und PREIS.WERT.Gütesiegel standen und stünden. Zu recht. Mag dabei auch jeder seine persönlichen Vorlieben bei der jeweiligen Marke seiner Waschmaschine, seines Herdes und anderer meist mehr als 1-2 Jahrzehnte lebenden und reparaturfähigen wie -lohnenden Geräte gehabt haben und noch haben – aber zunehmende Müllberge des Elektroschrotts zeichnen seit Jahren ein anderes Bild. Ein leicht perverses Bild, wenn in solchen dann die Rohdiamanten und Rohstoffe der “neuen” Zeit gesucht und geschätzt werden, bedenkt man Herstellungskosten des Erstprodukts wie des Recyclings und dabei anfallender energietechnischer und anderer umweltrelevanter Fuss- und Fingerabdrücke der Resscourcenverschwendung und Umweltbelastung.
Zum Thema “Obsoleszenz” haben ich bereits hier und auch dort schon berichtet und den Begriff erklärt.

Es hat seine Gründe, warum ich mich auch trotz zweier kleiner Macken nicht von dem KRUPS Handrührgerät [KRUPS 3 MIX 8008 Silver] trennen mag, das ich mir zeitgleich mit der Gründung meiner zweiten Kanzlei anschaffte. Der an ihrer “Backside” vorhandene Anschluss für den Stabmixerzusatz zum Pürieren für Suppen war eine  der nur zu gern genutzten Funktionen, weil ich lieber binnen 10-15 Minuten aus ein wenig frischem Gemüse eine Suppe zubereite, als  in der Büromittagspause irgendein Fast Food zu essen. Oder lieber mit frischem und püriertem Obst selbst mit etwas Buttermilch, Milch oder Joghurt oder auch Quark einen ungesüssten Milchshake oder Zwischen- oder Mittagsmahlzeit zubereite, bei der ich weiss, was und wieviel Obst und ausser vielleicht einem Klecks Honig keine sonstigen Süss- oder anderen Zusatzstoffe enthalten sind. Sie können also annehmen, dass das Gerät täglich mindestens dafür im Einsatz war. Und ist. Seit November 1998 also 14 Jahre. Die Unachtsamkeit einer damaligen Mitarbeiterin liess es einmal einen Sturzflug von der Ablage er- und überleben, als Narbe trägt es über dem kleinen Sprung an der Zierklappe der Front ein “Isolierstreifen-Pflaster”, die Funktion war damit nie beeinträchtigt. Ein anderes Mal war ein Teil des Kabels zu nah an den heissen Kochtopfrand beim Pürieren der Suppe geraten, allerdings ohne durchzuschmoren, auch dort. Isolierband-Umwickelung. Nur der Pürierstab gab vor ca 3 Jahren den Geist auf. Die im Stab rotierende Stange griff nicht mehr richtig mit dem Mahlmesser – es dreht sich einfach nicht mehr mit. Rest in Peace, my dear, You did a fine Job for more than 11 years. Rühr- und Knethaken tun noch weiter Dienst (und bitte noch lange).

Zu meinen ersten Anschaffungen als Referendarin hatte auch ein ESGE Zauberstab gehört.

Er tat mehr als 20 Jahre seinen Job. Dann Exitus. Das bekümmert mich noch immer, ist aber bezogen auf Anschaffungspreis und Amortisation ein vertretbares Dienstleben bis zum Ableben.Ungefähr so lang und noch etwas länger taten seine Kollegen ihre Arbeit in den Haushalten meiner Grossmutter und meiner Eltern.

Bei einem Gerät, das mir meine zauberhafte Truppe von Kolleginnen gemeinsam schenkte als Dankeschön für süsses Backwerk und zugleich technischer Support für die Herstellung weiterer süsser Verwöhnstücke, ist die Überlebenszeit weit kürzer als 20 Jahre gewesen. Und das ärgert mich zum einen deswegen, weil Geschenke dieser Art für mich mehr als reinen Gebrauchswert haben. Geräte werden bei mir gehegt, gepflegt und haben einen Platz in der Küche und nicht nur dort für mich. Wenn es Markengeräte sind, erwarten aber auch Schenkende wie Beschenkter, ebenso wie jeder andere ihrer “Kunden” und Nutzer, dass sie mehr als nur knapp die Garantie- oder Gewährleistungsfrist überleben. Auch weil sie im Preis über no-name-Geräten liegen, die vergleichsweise deutlich preiswerter in Kaffeeshops oder Discountern und an anderen Stellen angeboten werden. Auch letztere sollten nicht nur solche Fristen erleben. Aber bei sog. Markenprodukten macht es umso grummeliger.

Gibt es aber überhaupt einen Unterschied zur Überlebenszeit heute noch auch bei Markenprodukten und bei diesen im Vergleich mit den low-budget-Produkten?

Eine der Absurditäten mancher, oft der low-budget-Produkte liegt im Detail. Wenn Sie diese zB nur sekundenlang einschalten dürfen laut  Anweisung in der Betriebsanleitung. Und dann erst mal minutenlang das Gerät pausieren lassen müssen, bevor Sie es wieder 3 Sekunden lang benutzen sollen? Schon mal 500 – 1000 g Nüsse in 3 Sekunden fein gemahlen?

Ich erwarte von einem Zerkleinerer, einem Pürierstab oder einem anderen Gerät nicht, dass es 500  bis 1000 g in 3 Sekunden feinmahlen kann. Aber dass ich ein Gerät lang genug ohne längere Unterbrechungsphasen eingeschaltet lassen kann, um zB 250 g bis 500 g Nüsse zu mahlen, das, ja DAS erwarte ich eigentlich schon. Und dass ich nicht nur sekundenlang am Stück ein Gerät betreiben darf für jeweilige Minimalmengen und dass ich das nicht erst aus der IN der Verpackung liegenden Gebrauchsanweisung erfahre. Vor allem, wenn die Gerätedaten von 500 W beispielsweise   suggerieren, dass es den normalen haushaltsüblichen Anforderungen in Gebrauchs- und Betriebszeit und -phasen und -mengen genügt. Eigentlich eines Mehrpersonenhaushalts. Wenn zB 500 W als power-Impression und -Suggestion  auf auf der Verpackung stehen.

Und dass ich es täglich benutzen kann, ohne es nach 6-12 Monaten durch ein Neues ersetzen zu müssen. Oder nach 2 Jahren. Exakt getimed durch geplante Obsoleszenz.

Kann ein Gerät das nicht mehr? Heutzutage? Wir werden das testen. Auch die Frage, ob low budget immer zwingend heisst: Schnellerer Defekt. Ergebnisoffen testen. Ich pflege kein Vorurteil gegenüber  oder “no-name”-Geräten und lasse mich gern von positiven Ergebnissen beim Test überraschen.

Mir ist ein Pürierstab zum “kleinen Preis” in die Hände gefallen. Soll heissen: Normaler Ladenpreis, aber eben ein preiswertes Gerät.

Der eine oder andere Insider weiss, dass ich seit Jahren in vielfältiger Weise als Testerin für Produkte wie auch Dienstleistungen Erfahrung habe und tätig bin, für ganz unterschiedliche Auftraggeber. Dieser Test nun ist ein völlig privater Test meines Haushalts, eines Haushaltes wie Lizchen Müller sozusagen. Aber natürlich mit dem professionellen Know how jener jahrelangen Tätigkeit unterfüttert und sachlich völlig produktneutral wie jeder andere Test auch, den ich durchführe.

Anwendung damit möglich am “praktischen Fall” des Neuzuwachses in der Burgküche beginnend vom ersten Tag seit dem Neuerwerb: Getestet und berichtet wird über den Stabmixer PB 361 (EAN 4305615167312) aus der IDEEN-Welt, die es in den Rossmann Läden derzeit zu kaufen gibt und die von der Dirk Rossmann GmbH importiert werden. Und deren “Garantiekarte” von der Jet GmbH ausgestellt ist. Garantiezeit 24 Monate. Über die Schriftgrösse (oder besser: Schriftwinzigkeit) plaudern wir bei anderer Gelegenheit während der Testphase noch mal. Ebenso über die nur marginal “grössere” Schrift des Rests der Betriebsanleitung.

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Der Test erhebt nicht den Anspruch darauf, dass er am Ende ein repräsentatives Fazit stellen kann für alle Geräte dieses Typs oder der “Marke” dieses Herstellers und Händlers. Es ist nichts anderes als der persönliche Einzelfall-Test in Form eines “Langzeit.EKGs”. Aus Neugier, wie es sich im Verlauf der Garantiezeit bewähren und als haushaltstauglich in MEINER Küche erweisen wird.

Er soll (und wird hoffentlich) mindestens die 2 Jahre Garantiezeit laufen. Länger, wenn das Gerät dann noch funktioniert. Sollte es den Geist aufgeben, wird das wie auch das dann weitere Geschehen ebenso hier berichtet werden. Ich werde mich selbstverständlich peinlich genau an die Betriebsanleitung halten. (Zu deren Details dann mit dem ersten Bericht mehr).

Im Testzeitraum:

1.

Erfasst werden alle Rezepte und Zutaten und Betriebszeiten zu ihrer Zubereitung und Verarbeitung in einem Testprotokoll (offline) mit Kalenderdaten, aus denen dann auch die Häufigkeit des Einsatzes in einem normalen Privat-Haushalt ersichtlich sein wird. Das Gerät ist explizit nicht für “kommerzielle” Zwecke bestimmt, was wohl zum Ausdruck bringen soll: nicht für betriebliche Kantinen, Gastronomie etc.

2.

Online berichtet wird über den Test im Blog

  • Über den Ersteinsatz des Gerätes zusammen mit einem Rezept dazu
  • Danach einmal monatlich über die erfolgte Verwendung des Gerätes nach Ziff. 1
  • bis zum Ablauf der Garantiezeit, bzw im Falle vorherigen Mangels oder Versagens des Geräts bis zu diesem und bei Erreichen oder Überleben der Garantiezeit mit einem Schlussbericht nach Ablauf der 24 Monate und Fazit.
  • Über Details der Betriebsanleitung und technische Daten dazu jeweils passend zu den monatlichen Testberichten.

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