Borretsch

Borretschblüten © Liz Collet

Zwei Jahre habe ich es vergeblich versucht. Borretschblüten auf dem Markt oder in Gärtnereien zu bekommen. Weil sie ja soooo hübsch und attraktiv in Fotos aussehen. An Desserts. An Salat. Und sogar zu dem einen oder anderem Fisch an Gemüse und an Safransösschen wollte ich sie gern sehen. Nix war es. Irgendwie hab ich immer die Saison verpasst. Dann habe ich versucht, Borretsch selbst zu ziehen. Das Biest grünte, blühte aber nicht. Und dabei wächst sonst alles bei mir an Kräutern, Blüten und Pflanzen wie wild. Nach dem dritten Jahr gab ich das Suchen auf. Und das Peilen auf den richtigen saisonalen Glückszeitpunkt am Markt.

Landbäckerei © Liz Collet

Und dann passierte, was einem sonst mit Glückskleeblättern passiert: Man findet sie einfach. Oder besser gesagt: SIE finden DICH. Gaaaanz zufällig – wildwachsend. wenn man völlig arglos im Freien bei einer Landbäckerei sitzt. Kaffee geniesst und sündhaft himmlische Torten. Und sich nett unterhält und ein bisserl beim Plaudern am Gesprächspartner vorbei in die Landschaft guggt. Und halb am Rand hinunter zu den Wiesen was Blaues blinzeln sieht. Meine Begleiter auf Fototouren sind Kummer mit mir gewöhnt. Und dass mitten im Gespräch die Kamera oder etwas für die Kamera schlagartig meine Aufmerksamkeit ablenken kann………kann passieren. Ebenso dass ich un.be.dingt dann über Holzlager klettere oder auch mal über Zäune oder Mäuerchen oder auf Bäume. Oder eine halbe Nacht mit Stativ und Kamera und Kaffee oder Tee aus der Thermos bei Öllaterne und mit viel Geduld auf einem Hang über einem See stehe und auf den richtigen Moment warte, bis sich der Vollmond in einem Bergsee spiegelt. O;-)

Dumm von mir, dass ich mir nicht einen ” Ableger” des sich über den halben Hang  entlang verbreitenden “Borretschbusches” mitgenommen habe, um noch für das eine oder andere Gericht der darauf folgenden Tage Fotomodels bei der Hand zu haben. Busch ist das einzige passende Wort dafür, wie er dort wucherte.

Wie ist das mit Ihnen – verwenden Sie Borretsch? Oder seine Blüten?

Bei mir ist Borretsch – zugegebenermassen – seit Kindertagen ein wenig aus dem Speise- und Zutatenrepertoire verschwunden. Meine Grosseltern verwendeten ihn noch – danach verliert sich die Verwendung in unserer Familie. Nun soll man ohnehin mit Borretsch in der Verwendung eher zurückhaltend sein, da die Inhaltsstoffe auch negative Wirkungen haben können. Spass dürfte man mit den Blüten haben – sie tauchen in Foodfotos immer blau auf. Bringt man sie aber mit Säure in Verbindung (zB Essig am Salat) verfärben sie sich wie ein Lackmustest rot.

Borretschblätter duften ein wenig nach Gurken, schmecken leicht und erfrischend gurkenähnlich. Das frische Kraut eignet sich für frische Salate , zu Eierspeisen und in Dips und Mayonaisen und Kräuterbutter. Ausserdem wird er  für “Frankfurter Grüne Soße” verwendet.  Besonders hübsch sind in Eiswurfel eingefrorene Blüten.

Borretsch © Liz Collet

Mehr über Borretsch hier und dort.

Und wofür verwenden Sie Kraut oder Blüten?

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