Ein Fleischcatzchen als Veganer ?

Leichtes Beerentrio © Liz Collet

DIESES Trio fiele SO dann schon mal aus. Verstehen Sie mich nicht falsch – Sie können mich mindestens ebenso zum Frühstück verführen, wenn Sie mir diese Gläschen stattdessen und nur mit den roten, beerigen Früchtchen bis über den Rand füllen. Beeren sind für mich eines der kulinarischen Highlights des Jahres. Selbst “gebrockt” , wie es dort hiess, wo ich aufwuchs, selbst gepflückt am allerliebsten. Andere Kinder mochten nur so lange Beerensammeln tauschen gegen Spielen, bis sie selbst beim Pflücken genug davon nebenbei genascht hatten. Ich – füllte mit meiner Grossmutter im Wald oberhalb des kleinen Ortes mit dem grössten Vergnügen Himbeere um Himbeere in die 5 l Develey-Eimer, die rechts und links dann am Fahrrad hängend den Weg vom Wald und “bester Beeren-Hanglage” runter “ins Tal” nahmen.  Und ebenso die Brombeeren, von deren Hecken mir keine undurchdringlich genug waren, um unten oder zwischendurch zu schlüpfen und mir die schönsten, fruchtigsten und aromatischsten Exemplare zu holen. Für die anderen die Hecken zu dornig gewesen war und wäre.

Zuhause noch am selben Abend wurden sie dann nach heissen, sonnigen Stunden in den Himbeer- und Brombeerhecken sofort zu allerlei Schmankerln verarbeitet. Und die Belohnung war neben dem Schälchen frischer Beeren zum Abendessen auch das, was noch Monate danach aus den Einmachgläsern Fruchtiges auf’s Brot kam oder in Rezepten wie Schusterbuberln, Husarenkipferl. Oder Kuchen vom Blech, die wie Linzer Torten auf einem mürben Teig Marmelade erhielten und mit einem Gitter von mürben Teigstreifen belegt  und gebacken wurden. Und schon sind wir wieder beim Problem veganen Genusses: Was alles könnte ich schon von der Liste der Genüsse und Rezepte streichen, müsste ich allein schon auf Eier verzichten? Ich liebe viele Gerichte und Rezepte, bei denen Fleisch keine Rolle spielt – Mehlspeisen etwa. Doch auf Fleisch ganz verzichten?

Man tut ja aus Gründen der Vernunft zur eigenen Gesundheit manches.

Und aus Liebe auch…. wie etwa keinen Spargel selbst kochen, wenn jemand den Geruch nicht mag, der beim Kochen von Spargel entsteht und der einem selbst bereits Vorfreude auf die Stangerl auf dem Teller zaubert.  Und der im Vergleich zum Kochdunst von Grün- und anderem Kohl und deren Gerichten eher dezent erscheint, die im Bergischen Land so verbreitet sind, dass man Spargel dagegen mit seinem Duft als zartes aromatisches Wellnesslüfterl ansehen könnte. Aber – Gerüche, Düfte, Geschmäcker sind so individuell und eben nicht mit Ratio steuerbar, ………also…..nichts leichter, als darauf Bedacht zu nehmen.

Aber: Auf Fleisch gänzlich verzichten ? Oder auf  alles, das vom Tier stammt?

Ich versuche meine Fantasie zu strapazieren, was mich selbst veranlassen könnte oder müsste, um das selbst und für mich zu wollen. Oder …… wie gesagt: eben weil jemand anderer es so will, braucht – und man es demjenigen zuliebe in Betracht ziehen würde.

Mangel an Fantasie sagt man mir eigentlich nicht nach….. und wie eingangs bemerkt: Klar, ich liebe Beeren “zum Hineinlegen”, Geniessen auch ohne den Joghurt, den Topfen und auch ohne dass sie auf Kuchen(teig) und unter Baiserhauberln oder Streuseln, in Pfannkuchen oder Crêpes, an Wild und anderen herbstlichen, winterlichen Fleischgerichten u.v.a.m. landen. Aber immer ohne all dieses und anderes?

Das wäre schon mehr als ein grosser Liebesbeweis!

[ Ich warne Unvorsichtige –  bei Versuchen, meine oder die anderer auf Prüfsteine zu stellen, hat schon mehr als einer  Überraschungen erlebt,………. ;-)  Nicht nur, weil man die Freiheitsliebe, das eigenwillige oder auch unbeugsame Naturell anderer gerade dort unterschätzen kann, wo es eigentlich sehr sanft zu sein pflegt. Sondern schon allein, weil zwischen dem, was einem unter “Wenn, dann” -Prämissen abverlangt wird und dem, was man vielleicht sonst liebend gern freiwillig täte die feine Linie verläuft, an der sich eigentlich die Gegen-Liebe des anderen selbst beweist und decouvriert, der prüfen will und zu prüfen glaubt. Dennoch spielen sich – liest man quer durch die Diskussionen und Themen bei Food und Kochen,  Essen , Gesundheit und Geniessen – ungezählte Beziehungsdramen dort ab, wo Passion und Philosophie von Lebensmitteln und Liebe sich zu finden glauben. Und darum fechten, was das allein Gesunde und (beide und vor allem den anderen nach der eigenen Facon) Glücklichmachende sein soll.  Ob entscheidender Faktor oder “nur” Symptom für beziehungstechnische andere Störungen der Wellenlänge in Partnerschaften und Beziehungen aller anderen Art, kann man dahin stehen lassen. Wenn – wie oft beobachtet und miterlebt – das Ergebnis und das Ende dasselbe ist. An der Currywurst oder vegetarischem oder veganem Genuss- und Glüstl-, sprich: Lustprinzip scheitern nicht nur Politiker in ihren Ehen .

Also………würden Sie oder ich dann vegan? Wie §§Zwirbler gern sagen: In dubio pro …….  – amore e cuore ?

😉

Hmmmmmm….Sagen wir es so: DAS käme – wie so oft und bei so vielem –  vermutlich ganz darauf an, ………… wie verführerisch, verlockend, wie sehr als Versuchung einem das (ob Fleisch- oder sonstigem Katzennaturell) schmackhaft gemacht wird, um sich rational und aus gesundheitlichen und vernünftig erscheinenden Argumenten oder um sich eben auch aus anderen Gründen “überzeugen” oder verführen zu lassen ……😉

Ob DAS heute ein Versuch zur Versuchung dazu wird? Maaaaal guggen, bzw hören  – Sie auch ?

Zum Thema vegane Ernährung  im Beitrag des B5 aktuell 09:35 Uhr.

[Und ………nein, ich sage jetzt lieber nicht, was in meiner Küche heute auf dem Speiseplan steht ……]

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