Lust auf eine ganz schnelle, heisse Nummer……?

Minis mise en place © Liz Collet

……ohne dazu auf Fast & Convenience Food zurückgreifen zu müssen?

[ Schauen Sie mich nicht so an, keine Ahnung, woran SIE stattdessen dachten…..😉 ]

Eigentlich gehören Rezepte wie diese zu den klassischen Resteessen. Oder dem, was man aus Resten an neuen Leckerchen zaubern kann. Sie können natürlich auch eigens dafür einkaufen gehen. Aber wir reden ja nicht ohne Grund auch immer wieder über Lebensmittelverschwendung. Und das hat nicht allein damit zu tun, dass Menschen nicht den Umgang mit Mindeshaltbarkeits- und Verfallsdaten im Sinn und Griff haben oder unorganisiert einkaufen. Auch. Aber nicht allein damit.

Hingegen bin ich von jeher mit dem Satz vertraut:  Hier wird nichts weggeworfen. Im Sinne von:  Hier wird nichts vergeudet.  Das war nicht nur auf Lebensmittel beschränkt. Angeschlagene Kacheltassen [Jaaajaaja, sie heissen eigentlich Kaffeebecher oder Henkeltassen, aber nicht bei meinem Grossvater, meiner Grossmutter und mir. Punkt.😉 ] …….. mögen bei anderen in den Müll wandern. Nur weil der Henkel abgebrochen oder ein Sprung daran ist. Bei mir zogen sie dann von jeher schon um. Auf das Bord und als Köcher für Backpinsel und andere  immer schnell bei der Hand nötige  Utensilien. Für die Kräuterbüschl von meinem Lieblingsgärtner, die – das Stilende frisch abgeschnitten  und in Wasser in die Tassen und ggf. auch kühl gestellt – leicht sogar bis sie ganz verbraucht werden bis zu 3 Tage dann frisch halten. Oder als Miniübertöpfe für Kresse- und andere Kräutertöpfchen für die Kräuterfensterbank, als  Windlichter in die Laube oder  ins Arbeitszimmer als Köcher für Aquarellpinsel, Zeichenstifte, Schreibstifte. Solange sie nicht undicht sind, auch als Blumengefäss für die frischen Blüten von Berg- und anderen Wiesen vom ersten Frühlingsgrün, für bunte Sommerwiesenblüten auf den Arbeitstisch, für  Zweige mit bunten Beeren und Laub von Herbstwegen und selbst im Winter findet sich dafür ein Blickfang von den Wegen am See entlang oder aus dem Wald.  Und zerbricht mir eine dann von Fall zu Fall durch Fall zu Boden gänzlich, seufzt  selbst dann noch das Herz. Das hat – naturellement – auch damit zu tun, dass es bei meinen  Kacheltassen kaum zwei gleiche von einer Art gibt. Gab es mal, und zwar immer drei von einer Art. Tempi passati.  Daneben gab und gibt es immer auch seither  Lieblingstassen für jeden. Ich denke, das kennen viele von Ihnen auch – man hat seine Lieblingstassen, aus denen der Kaffee (oder auch Tee) einfach anders, besser schmeckt als aus den anderen. Und ………….. es gibt Tassen, die einfach einen gute-Laune-Faktor  haben. Wegen ihrer Form, Farbe, Muster,………wegen Menschen, von denen wir sie geschenkt bekommen oder weil sie an Zeiten und diejenigen Kacheltassen erinnern, die ein Grossvater und eine Grossmutter und man selbst mit ihnen jeden Tag frühmorgens für den Kaffee der eine oder den Kamillentee die andere und den Tee für einen selbst auf den Küchentisch stellten. Tempi passati, tempi immortale. Wohfühl-Aroma. Sozusagen. ;-)  Und hie und da neu einziehende Tassen, die ich mir selbst kaufe,……….müssen mir auf eben diese Weise gefallen…. So leicht wird dann bei Tassen und sonst aber nichts abgelegt,  fallengelassen, weggeworfen , was mir ins Herz wächst oder gewachsen ist.  Und so ertappe ich  mich schon beim Gedanken, ob sich nicht selbst dann noch was damit anfangen lässt oder ob es nicht wenigstens noch für Fotozwecke tauglich sein kann. (Und – ja, kann man und ist es….. aber dazu an anderer Stelle)

Lebensmittel haben erst recht einen Wert, der es als inakzeptabel erscheinen lässt, sie schlecht geplant einzukaufen, so damit zu wirtschaften, dass Abfall anstatt Genuss daraus wird. Wofür schon deswegen kein Grund bestünde, weil bekanntlich aus Resten die besten Rezepte entstehen, allein durch den Mix von Zutaten, ihrem Geschmack und Aroma. Kenner haben sie in der Nase, im Sinn und beinahe schon auf dem Gaumen schmeckbar, diese Zutaten und Aromen, wenn man – um nur ein Beispiel zu nennen – “Gröstl” flüstert. Eintöpfe leben nur davon, dass sie genau das mitbringen. Strudel sind – süss oder herzhaft gefüllt – ein weiteres Terrain dafür. Und so manche Terrine und Pastete eben auch. Die Sorge um Glutamat, Geschmacksverstärker und Hefeextrakte könnte man  dabei leichterhand  vergessen.

Und zu den kleinen Schmankerln gehören auch diese Minis, die ich in Brioche-Förmchen gebacken habe. Der Teig besteht aus einem ganz simplen Mürbeteig aus Mehl, Prise Salz, Butter und nur etwas, wenig lauwarmen Wasser. Also im Grunde ein Teig, wie man ihn auch für eine Quiche Lorraine verwenden kann oder Gemüse- oder Pilz-Quiche.

Gefüllt werden sie mit klein gewürfelten Zutaten wie Gemüse von A wie Aubergine bis Z wie Zucchini, Lauch, Frühlingszwiebeln,  Zwiebelchen (am besten zuvor “anglasiert” – kann man zusammen mit dem ausgelassenen Speck machen). Kombiniert mit Speck, Schinken, Salami, Fleischwurst, Leberkäse oder Würstl, die kleingewürfelt werden.

Es eignen sich auch klein gewürfelte Reste vom Sonntagsbraten. Oder etwas Fisch, Geflügel uvam.

Man gibt einen Mix aus Ei und Schuss Sahne (ersatzweise Milch) und geriebenem Käse darüber und wwürzt nach Vorliebe mit Pfeffer, Chili, Cayenne oder Kräuter je nachdem, was zu den übrigen verwendeten Zutaten passt.

Ich habe beispielsweise gern einen Spritzer Zitrone oder etwas Abrieb unbehandelter Zitrone  mit unter den Gewürzen.

Minipastetchen © Liz Collet

Ab in den Ofen und goldbraun backen. Schmecken heiss, warm, wie auch kalt, pur, als Fingerfood, zu Salaten, für Picknickkorb, als Snack für die Mittagspause im Büro und und und.

Je nach Füllung……….glänzen sie selbst zum Aperitif, Wein oder Sekt oder ………….wie auch schon erfolgreich bewiesen ……..zu Champagner. Wie gesagt, je nach Füllung. Und es müssen ja nicht Resterl sein. Wenn sie zu “feinerem” Anlass und neben Champagner und Co. auftreten sollen. Aber ………weggeworfen werden……….müsste eiiigentlich nichts. An Lebensmitteln. Absurderweise erlebe ich immer wieder, dass und wie die gleichen Verbraucher, die Zutaten in Lebensmitteln als “Müll” bezeichnen, den die Hersteller, die Lebensmittelindustrie und -wirtschaft  ihnen zumuten würden,  aber ihre frischen oder verwendbaren Lebensmittel in den Müll werfen, weil sie selbst …….ja: ohne jeden Respekt damit wirtschaften .

Leichter, bequemer ist es natürlich, sich als Verbraucher lieber als Opfer zu sehen, denn sich selbst in die Verantwortung nehmen und für sich selbst übernehmend, auf das zu verzichten, was man als Zumutung des Lebensmittelhandels ansieht. Anstatt zu dulden, zu konsumieren – und sich gleichzeitig zu beklagen. Zutatenlisten auf Lebensmittelverpackungen sind zu klein, um sie zu lesen? Zu unverständlich, um sich nicht getäuscht zu fühlen? Mag in vielen Fällen richtig sein, ist in vielen Fällen auch so. Ebenso richtig aber ist:

Drücken Sie zum Vergleich über das Kunden-, Konsum- und Akzeptanzverhalten als Beispiel einem Kunden ein Arzneimittel in die Hand, das sein Arzt für die Behandlung als notwendig ansieht, dann haben Kunden/Patienten keine Hemmung, ein verordnetes, bezahltes, medizinisch notwendiges Medikament einfach nicht einzunehmen, sondern wegzuwerfen, wenn und weil sie den Beipackzettel nicht verstehen.

Obschon nicht notwendig, nicht zu seiner Heilbehandlung notwendig angesehen, sondern freiwilliger Einkauf mit ungezählten anderen Alternativen, schluckt der Lebensmittelkunde dagegen  die “bittere Pille” von Lebensmitteln, die er für ungesund hält und obwohl er nicht liest oder versteht, was er als zu unverständlich kritisiert.

Logik?

Geben Sie denselben Kunden die kleingedruckte Produktbeschreibung und -anleitung von High Tech und Multimedia Geräten, eines Smartphones & Co in die Hand………….dann kann nichts kann dabei zu kleingedruckt, zu fachbegrifflich getextet sein, dass nicht Kunden beinahe jeden Alters damit umzugehen wissen oder lernen und lernen wollen und sich notfalls stundenlang damit rumfriemeln. Dafür ist ihnen keine (Einkaufs-)Zeit zu schade. Die sie beim Einkaufen von Lebensmitteln und Lesen der darauf gedruckten Details angeblich nicht haben.

Oder ……………..eben nicht nehmen. Alles eine Frage der Prioritäten. Wer es kauft………….hat seine Entscheidung und Wahl getroffen. Aber er hat diese Wahl. Und so muss niemand – eigentlich –  schnelle Küche (immer nur) durch Fast Food ff.  praktizieren. Oder mit Waren und Produkten, die er “zum Wegwerfen” findet.

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