1,94

Spargel © Liz Collet

………….nein, nicht meine Körpergrösse, weder quer noch längs. Nicht mal auf 14er Spitzenhacken, obwohl man  mit solchen zusammen bei 1,75 barfuss-Grösse schon ein bisserl nah ran kommt… an die 1,94. Heels, die man  – wie sehr man sie auch sonst selbst mag –  auch besser im Schrank lässt, wenn man beim einen oder anderen Verhandlungspartner anderenfalls napoleonische Verhandlungssperrfeuer befürchten müsste.

(KANN vorkommen, dass man auf sowas Bedacht nimmt. Klugerweise. Gut beraten auch derlei nicht ausser Betracht lässt. Wenn man sich die Arbeit nicht unnötig verkomplizieren will. Ich spreche da aus Erfahrung, be sure).

Aber über das männliche Ego und seine Tücken sprechen wir mal an anderer Stelle. Über die bei Frauen auf andere Weise ebenfalls vorhandenen Tücken in diesem Gebiet ebenfalls. XX wie XY haben ihre Schwächen. Machen wir uns da kein X für ein U vor. Und wenn Sie mir jetzt auch wüst mit dem AGG drohend winken – jeder mich an Grösse überragende Verhandlungs- und Gesprächspartner punktet bereits. Reiner Erfahrungswert, der sich da wiederfindet, ganz individuell und ohne Anspruch auf repräsentative Validität.

Nun bei den 1,94 geht es nicht um die Spitzenkräfte im Business, sondern um ———–Spitzen kulinarischer Art. Spitzenspargel. Spitzenzeiten des Spargels.Wir sind mitten in der Saison.

Wissen Sie, woher Ihr Spargel kommt? Oder achten Sie ausschliesslich auf den Preis? Und worauf sollte man beim Spargelkauf sonst noch achten?

1,94 Kilogramm Spargel wurden im vergangenen Jahr in Deutschland statistisch gesehen von jedem deutschen Haushalt gekauft. Die haben mich sicher nicht mitgezählt. 1,94 Kilogramm Spargel pro Kopf waren fast sieben Prozent mehr als im Jahr davor. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch bei Spargel nahm in den letzten Jahren stetig zu: Konsumierte 2001 noch jeder Deutsche im Schnitt 827 g Spargel, waren es 2009 bereits 1149 g. Die zunehmende Nachfrage hat im Inland zu einem vermehrten Anbau geführt: Der Selbstversorgungsgrad für Spargel stieg von 58 % im Jahr 2000 auf 80 % im Jahr 2009 (Statistisches Bundesamt, Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, 2011). Entsprechend rückläufig ist seit Jahren der Import von frischem Spargel. Das mit Abstand bedeutendste Einfuhrland für Spargel ist Griechenland mit 50 % der Spargelimporte. Weitere wichtige Einfuhrländer sind Spanien, Niederlande, Polen, Ungarn und Peru (Statistisches Bundesamt, BMELV, 2011).

Amüsiert hat mich dieser Tage, als ich entdeckte, dass einer der Händler hier polnischen Spargel anbot. Und zwar vor allem, weil ich just am selben Tag noch entdeckt hatte, dass und wo meine eigene Spargelspitzerl in Polen gelandet waren.

So gesehen hätte ich aus schierem Übermut den polnischen Spargel beim anschliessenden Marktgangerl gern probiert. Den aber kaufte ich in erster Linie deswegen nicht, weil mir die Enden der weissen Stangerl unter dem Papier den Grund für den günstigen Preis verrieten. (Worauf SIE dabei ausserdem und sonst achten müssen, finden Sie unter anderem hier , sowie dort, aber auch hier, dort und auch da).

Somit erübrigte sich ein Nachdenken, ob ich nichtregionalen weissen Spargel aus dem Ausland importiert in den Einkaufskorb genommen hätte. Schade eigentlich. Auch über regional kann man schon mit manchem in hitzige Diskussionen geraten. Von Spargel-Rubikon war da schon von Puristen die Rede.

Die wichtigsten deutschen Spargelanbaugebiete nach Bundesländern sind Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. 2010 erzeugten sie zusammen 56 % der deutschen Spargelernte. Darüber hinaus sind auch Baden-Württemberg, Bayern und Hessen wichtige Anbauländer (Statistisches Bundesamt, 2010).

Ich bin schon – wofür haben wir hier die hübschen Donnerstags-Feiertage in der Spargelsaison denn sonst wohl, wenn nicht dafür? – für badischen Spargelgenuss im Mai mehr als einmal nur zu gern nach Meersburg gefahren.

Dort mag man ihn – btw – übrigens ja gern mit Kräuterflädle. Die zwei und dazu eine Hollandaise – da brauchen Sie keines der ebenso verführerischen Medaillons aus dem Schwaben-Pfändle, um ins Schwelgen und der badischen Küche überhaupt zu verfallen. Mindestens zur Spargelzeit. Und wenn ich besonders genusslustig aufgelegt bin, dann zaubere ich Ihnen und mir oder meinen Lieblingsmenschen auch gern mal eine eine wunderbare Sauce mit Vanille, Safran und Weissburgunger oder Riesling zum Spargel…. und schon ohne eine der himmlischen Felchen oder Saibling, Renken und was dazu sonst noch gut passt, whispert der Gaumen die weisse Flagge hissend nur noch “badisches Himmelreich”.

Die diesjährige Spargelernte läuft in ganz Deutschland mittlerweile auf Hochtouren. Bereits 2011 war ein frühes und gutes Spargeljahr: Die Wachstumsbedingungen waren fast über die gesamte Saison optimal, so dass mit 103.000 Tonnen Spargel eine Rekordernte eingefahren werden konnte. Die Anbaufläche war mit 23.000 Hektar gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Für 2012 wird ein weiterer leichter Anstieg der Spargelanbaufläche in Deutschland erwartet. Gut so….. denn 1,94 …ist für mich keinesfalls genug. Aber das dachten Sie sich sicher nicht erst seit diesem oder jenem

Beitrag eh…. gell? Und was machen Sie heute oder dieser Tage so aus dem Spargel….?

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