Risiken von Espresso……und …. so …

Love 4 Espresso © Liz Collet

Isch liebe Teschnik. Manchmal verwünsche ich sie. Wenn sie nicht spurt. Muckt. Revoltiert. Natürlich immer im unpassendsten aller Momente. Ich tue das so unhörbar, dass das jeweilige Teilchen es nicht ahnt. Hoffe ich zumindest.

Diese kleinen Götter, von denen wir nicht wenig abhängig sind, wenn es bei der Arbeit oder sonst rund laufen soll, reize ich lieber nicht noch zusätzlich. Man weiss ja nie.

Sie haben die Minna und Henry ersetzt, die in anderen Jahrhunderten den Dienst versahen, den heutzutage eben Geräte für uns erledigen.

Seit ich meine allererste eigene Waschmaschine besass, heisst diese Minna.

Und mein erster eigener Herd mit Backofen Henry; er wurde irgendwann zum Ritter meiner Küche geschlagen und wird liebevoll Sir Henry genannt. Vor allem, wenn er mir bei neuen Rezepten helfen soll.

Und eine Kaffeemaschine, die nicht nur Kaffee, sondern auch Espresso und Cappuccino zauberte, sondern auch noch mit einem timer so programmiert werden konnte, dass sie 5 vor 5 Uhr morgens – click – selbst den Kaffee zu brühen begann und ihn für mich parat hatte, wenn ich mit halb geschlossenen Augen nur dem Suchtnäschen und Aroma folgend gegen 5 Uhr dann in die Cucina der Burg tappste, hiess Berta.

Fragen Sie mich nicht, warum welcher Name. Intuitiver erster Name, der mir für diese meine kleinen dienstbaren Geister einfiel, als sie engagiert wurden. Henry wurde – mit einem Umweg über Henry II, einen kleinen Pizzabackofen während eines rund 9 Monate währenden Wartezeitraums zur Anschaffung eines neuen Herdes – durch seinen Nachfolger Sir Henry III ersetzt. Auch der beste Herd kann ein Ablaufdatum haben.

Minna tut’s noch immer. Und manchmal rede ich ihr gedanklich nett zu, wie auch dem Monitor eines PCs, der an Altersschwäche zu kränkeln beginnt und der noch bissl durchhalten muss.   Berta hingegen wurde irgendwann pensioniert, als sie die nach und nach  die  irreparablen Teildefekte hatte, wie eben viele Geräte, die angeblich multifunktional und perfekt sein sollen.

Aus demselben Grunde rangieren manche ihre Ehehälften aus. Nicht jeder mag auch dem Prinzip folgen, wonach manche Ehen nur lange einfach dem Rahmen nach weiter bestehen, weil man sich eben einfach nicht scheiden lässt.

Aber es gibt auch andere, die leben, wie jenes hochbetagte Ehepaar anlässlich der Diamantenen Hochzeit nach dem Geheimnis der langen Ehe gefragt, antwortend : “Wir gehören einer Generation an, bei der nicht jedes Stück im Haushalt weggeworfen und ersetzt wurde, nur weil es nicht mehr so hübsch ist, eine angeschlagene Stelle hat, nicht mehr alles kann, aber eben noch repariert oder anders weiter verwendet werden kann.”

Und so wurde Berta am Ende eben ausrangiert, als wirklich gar nichts mehr an ihr funktionierte. Und überlebt wurde von der simplen ollen, ebenso gern die ganze Zeit genutzten Espressokanne . An der ich bissl nachpoliere. Und die gehegt und gepflegt wird. Und ihren Dienst tut, solange man sie nicht auf dem Herd vergisst.

Merke: Dann schmilzt der Griff. Fies, wenn man das von einer Ceranfläche oder sonst von Herdplatten wieder abkriegen muss. Nicht Espressokanne auf dem Herd allein lassen. [Ist aber nicht die amüsanteste und grösste Panne, die mir in der Küche passiert ist Irgendwann und an irgendeiner Stelle verrate ich letztere vielleicht auch mal. Vielleicht. Stehen Sie übrigens auf Feuerwehruniformen ? Fällt mir nur grad so ein…weiss nicht warum… ;-)]

Oder wenn man nicht behutsam und sorgfältig genug beim Einfüllen des Espressopulvers in den Sieb ist.

Cave: Dann kann’s passieren, dass es den Deckel der Kanne justament in dem Moment hochlupft, wenn ausgerechnet das schwarze aromatische Gold hochsprudelt. Ein interessantes klitzekleines Geräusch, das leise metallische Klacken, hinter ihrem Rücken, über das Sie sich wundern. Bevor Sie sich umdrehen, eine harmlose Kanne auf dem Herd steht, als wäre nichts geschehen, unschuldig, als hätte sie nichts angestellt. Ausser……. Nun, es gibt ein erstaunlich weit gestreutes Sprenkelmuster über zwei Wände einer Kanzleiküche in Nymphenburg. In Schmetterlingsform. Warum in Schmetterlingsform erkennen Sie, nachdem Ihr Erstaunen über die Weite der Streuung und die Erleichterung darüber, dass Sie dem Teil grad den Rücken zukehrten und daher selbst nicht heiss besprenkelt wurden, gelegt haben. Wenn Sie den Stutzen unter dem Deckel genauer betrachten. Ahhhh- Effekt.

Ohhh-Effekt allerdings, wenn Sie dann die Küche neu streichen. Und lernen, dass Espresso ungefähr so resistent und unter der Farbe wiederkehrend auftaucht, wie Blutflecken Ermorderter in AC Doyles oder EA Poes Geschichten.

Merke: 7x Wände tünchen nach Espresso-Attacke einer Moka. Dagegen sind diese Spuren im Beitrag der Effilee nur ein Klacks, …öh…Klecks.

Die revoltierende Kanne rangierte ich sicherheitshalber seinerzeit auch aus. Ich wollte keine weiteren “Kännchenwunder” erleben mit ihr. Zumindest nicht noch mal 7 x eine Küchenwand streichen. So landete sie im Aus. Noch bevor ich den Maleranzug zwischen zwei Tagungsterminen in Innsbruck und Dublin nach dem Tünchen der Wände wieder abgelegt hatte. Und tauschte sie – lachen Sie nicht, aber auf meine Leidenschaften verzichte ich nun mal nicht, weder bei Espresso noch sonst  – nur gegen ein anderes Exemplar. Isch traute ihr irgendwie nicht mehr – wenn ich einem Teil nicht den Rücken kehren darf, ohne dass es ausflippt, hat es in meiner Nähe nix verloren. Da gibt es keine Ausnahmen.😉

Take the Time to....© Liz Collet
Take the Time to….© Liz Collet

Sie finden jetzt, das Risiko sei damit aber dann  nicht kleiner geworden ? Da ich schliesslich noch immer ein Modell einer solchen Kanne benutze?

Könnte man so sehen. Aber……. lassen Sie mich ausnahmsweise mit einer Gegenfrage antworten:

Sind Sie selbst für das, was Sie lieben, was Sie mit Passion lieben, noch nie das Risiko eingegangen, es immer wieder, vielleicht und wenn es nur so und eben nicht anders möglich ist auch mit einem neuen Exemplar, mit dem Sie es bekommen können, aber immer wieder zu versuchen ?   Nein…? Wüüüürklüüüch nicht ?😉

No risk, no fun, no life, no real passions……

Bildquelle:  Take the Time to….© Liz Collet und Love 4 Espresso © Liz Collet , Nutzungsrechte und Prints auf Anfrage und nach ausdrücklicher schriftlicher kostenpflichtiger Vereinbarung möglich

One comment

  1. […] Isch liebe Teschnik. Manchmal verwünsche ich sie. Wenn sie nicht spurt. Muckt. Revoltiert. Natürlich immer im unpassendsten aller Momente. Ich tue das so unhörbar, dass das jeweilige Teilchen es nicht ahnt. Hoffe ich zumindest. Diese kleinen Götter, von denen wir nicht wenig abhängig sind, wenn es bei der Arbeit oder sonst rund laufen soll, reize ich lieber nicht noch zusätzlich. Man weiss ja nie. Das gilt übrigens auch für die Teile, die für meinen Kaffee, präzise gesagt: für meinen berüchtigten 5stöckigen Espresso zuständig sind. Aus gutem Grund, wie Sie hier erfahr…). […]

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s