Portulak und Münchner “Gebackene Hirnwurst”

Portulak und Münchner Gebackene Gelbwurst © Liz Collet

Nein, die kalorienärmste der Wurstsorten ist sie wohl sicher nicht. Die Gelbwurst. Es gibt sie mit und ohne “Grün” in der Wurst. Sprich: Mit oder ohne Petersilie drin.  Und sie gehört zu den kleinen und ersten Kundenbindungsinstrumente für künftige Kunden (die Kids) und deren Mütter und Väter (die sie auf dem Arm oder im Einkaufswagen sitzen haben), wenn sie über die Wursttheke gereicht wird. Mit den Worten “Magst eine Wurst?”  Wiener oder ein “Radl”, also: eine Scheibe Gelbwurst. Klassiker der Kindheit und der ersten Einkaufserlebnisse. Meine ersten bekam ich in Schwabing. In der Metzgerei beim Widmann. Ecke Hohenzollern- und Isabellastrasse. Dort wie im Milchladen daneben wusste ich und wusst man genau was ich gern hatte. Und das bekam ich auch, wenn ich – keine 3 Jahre alt – mit einem kleinen Körberl die drei Hauseingänge entlang trabte. Um Milch, Brezen, Semmeln zu holen, allein.  Und ich kann nur vermuten, dass mich doch irgendwer noch von dem Hauseingang im Blick behielt dabei, der zu der Kellerwohnung führte, in der wir da lebten. Bis ich etwa 4 war. Meine Münchner Grosseltern lebten einen Eingang weiter noch viele Jahre länger. Und so bekam ich auch nach dem 4. Lebensjahr  noch oft “meine” Kundenbindungsmaßnahme des kleinen Metzgerladens: Die Gelbwurst. Und die Breze im Milchladen daneben. Ich fürchte, ich bin ein Opfer dieser frühen und sehr wirksamen Maßnahme zur Frühkonditionierung. Sie wissen schon: Reiz, Reflex, Pavlovscher Hundi. —- Ich mag beides noch immer, Breze wie Gelbwurst.

Eines der Rezepte, das Hausfrauen der Generation meiner Grossmütter noch kannten, ist die “gebackene” Gelbwurst: ca 5 mm dicke Gelbwurstscheiben panieren wie ein Schnitzel und in der Pfanne herausbraten und zu Kartoffelsalat und Salat servieren. Weniger üppig kann man sie auch einfach nur zu bunten Salaten servieren. Wie hier mit Portulak , dazu bunte  Paprika oder Radieserl, Gurken und was Sie sonst gern mögen.

Auch eine weniger üppige Version wäre, sie einfach ohne sie zu panieren, in der Pfanne in wenig Öl zu braten und zu Salat zu servieren.
Anstelle Gelbwurst können Sie auch verwenden: Bierschinken, Leberkäse, Scheiben von Regensburger Würsten, Weisswurst-Radl /-Scheiben und natürlich die klassische Milzwurst. DIE übrigens ist ein wunderbares Schmankerl für dieses Rezept der Paprikasuppe mit Kalbsbriesmilzwurst-Pepper-Spiess. Und das (Sie ahnen es, oder?) können Sie natürlich auch variieren und dafür Gelbwurst verwenden. Und die anderen Wurstbeispiele. Da fällt Ihnen sicher genug ein, zumal….die Gelbwurst ja auch (ein bisserl irreführend) hier und dort als “Hirnwurst” bezeichnet wird. Obwohl da keins drin ist.

Und weil wir eingangs noch die Brezen erwähnten….. aus altbackenen Brezen lassen sich prima Knödl oder Serviettenknödl zubereiten. Auch zu Portulak. Wenn’s vegetarisch sein darf. Als Alternative zur Gelbwurst & Co.  (Allerdings geht es Ihnen ja vielleicht wie mir: Brezen werden bei mir selten altbacken. Nicht mal wenn ich eigens mehr kaufe. Für Brezenknödln anderntags. …………….Keine Ahnung, woran DAS liegt. …..Ach ja…ich weiss….. vielleicht an der Frühkonditionierung: Am besten schmecken sie frisch. Wuff. Sie wissen schon…. Pavlov und …so.😉

Bildquelle und Infos zum Erwerb von Nutzungsrechten:

Portulak und Münchner Gebackene Gelbwurst © Liz Collet

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