Eiskalt gegen die Eiseskälte

 

Honig-Semifreddo mit Rhabarberragout © Liz Collet
Honig-Semifreddo mit Rhabarberragout © Liz Collet

 

Eisssss …….Kalt………. Ich sage diese Worte. Auch auf die Gefahr hin, dass Sie mich bei den nun folgenden Worten “Eis” und “kalt” und “Eiseskälte” angesichts draussen herrschender Temperaturen verhauen werden, weil diese Temperaturen eigentlich das Wort nicht verdienen, wenn sie nicht mindestens 20° haben. Plus, bien entendu. Schliesslich spricht der Mediziner ja auch nicht von Minusgraden, wenn er wissen will, “ob Sie Temperatur haben”. Na also, wir sind und da völlig einig. Dennoch – nach der alten Regel “Manchmal hilft nur Feuer mit Feuer bekämpfen”, gilt das jetzt erst recht!
Schliesslich gibt es kaum etwas Schöneres, als ein zartschmelzendes cremiges kühles Parfait mit wunderbaren Aromen auf Zunge und Gaumen, wenn man es drinnen kuschelig warm hat, vielleicht bei Tee- und Windlichtern und einem romantischen Kaminfeuer oder Kachelofenbehaglichkeit. Und ausserdem müssen Sie langsam ein bisschen das Kuscheln üben – das geht ja unter warmen Woll- und anderen weichen Kuscheldecken besonders gut und besonders gut à deux – denn wir nähern uns mit rasanten Schritten dem Valentinstag. Und da wollen Sie doch gut vorbereitet sein, oder?😉
Und eines verspreche ich: Wenn Sie Ihre Biene,…pardon: Ihre honigsüsse Hummel ….ach herrje….. jetzt bringt MICH der Valentinstag schon durcheinander. Dabei bin ich vöööölllig unromantisch. Also nochmal: Wenn Sie Ihre(n) Liebste(n) ein bisschen von innen aufwärmen wollen bei kalten Temperaturen, dann ist neben dem Ihnen sicher zur Verfügung stehendem Repertoire und Talenten für romantische Wärme zu sorgen, dieses Rezept als kleiner Helfer nicht der schlechteste – nein, nicht NOThelfer, obwohl eine der Zutaten aus dem Kloster stammt, sondern einfach : Helferlein.

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Sie müssen ja nicht gleich mit meinem Walnuss-Rosenblüten-Parfait-Guglhupf beginnen, der ein bisserl mehr Aufwand und Geschick bedeutet.😉

Versuchen Sie es hiermit:

Lizchen’s Honig-Vanille-Semifreddo mit Mandel-Biscotti und frischen Früchtchen. Die Rezeptangaben sind für 4 Portionen berechnet.

Zutaten für das Honig-Vanille-Semifreddo : 2 Eiweiss (Gr. L), 3 EL Gebirgsblütenhonig, 200 ml Sahne, 3 Cantuccini, grob zerbröckelt, mit etwas „Klosterbiene“ (ca 1 TL) beträufelt

Eiweiss steifschlagen, separat Sahne steif schlagen, einen Teil der Sahne mit dem Honig vermengen, dann vermischt er sich leichter, bevor sie diese Honig-Sahne-Mischung unter die übrige Sahne ziehen und dann das Eiweiss unterheben. Die beträufelten Cantuccini unter die Parfaitmenge unterheben.

Parfaitmasse in Parfaitförmchen füllen oder in andere geeignete Formen, wie zB Silikon-Muffinsförmchen in runder oder Herzform etc. Sie können sie auch in Espresso- oder andere Tassen füllen und dann nach dem Frosten in der Tasse servieren oder stürzen.

Servieren Sie es mit frischen Früchten oder einem Fruchtragout, das im Winter auch aus Kirschen (Schattenmorellen aus dem Glas – beschwipst oder nicht…. ) oder Beeren aus dem TK-Fach gezaubert werden kann. Schattenmorellen zB aus dem Glas giessen, Fruchtsaft in Topf auffangen, erhitzen und reduzieren lassen, dabei mit hinzugefügter  Stange Zimt und Vanille  aromatisieren, vom Herd nehmen, nach Vorliebe 1 Tl Likör oder Edelbrand hinzufügen und sofort die Kirschen wieder dazugeben. Abdecken und halbe bis eine Stunde durchziehen lassen. Anstelle von sommerlichen Marillen oder Aprikosen passen im Winter auch andere Früchte dazu, wie Granatapfelkerne, leicht ankaramellisierte Apfelscheiben mit einer Prise Zimt wie hier bei der Zimtblüten Panna Cotta und anderes mehr.

Zutaten für die Mandelbiscotti:
75 g weiche Butter, 2 Eigelb (Gr. L), 140 g Mandeln, sehr fein gemahlen, 30 g Puderzucker, 1 EL „Klosterbiene“, 1 Msp. Vanillepulver oder ausgeschabtes Mark einer Vanilleschote, Abrieb einer ungespritzten Orange (ersatzweise 1/4 Tütchen Orangenaroma)

Butter schaumig schlagen, Eigelb nach und nach hinzufügen, dann Mandeln mit Puderzucker und Vanille und Orangenabrieb mischen und dazugeben und schliesslich den Likör. Teig mit Löffeln auf ein mit Backpapier belegtes Blech zu Talern geformt verteilen und bei 175° goldbraun backen.

Die Mandelbiscotti schmecken natürlich auch bestens pur, noch frisch aus dem Ofen, da sind sie dann locker, kross und mürbe, wenn sie leicht abgekühlt sind. Und sie eignen sich auch gut als kleine knusprige Beigabe zu einem Schluck von der “Klosterbiene”, einem Honiglikör mit Williams Christ, der mild und fruchtig ist. Pur als Likör getrunken vielleicht eher etwas für die Damen, obwohl er keineswegs zu süss ist.

Im Kloster Andechs, wo man diesen Likör bekommt, finden sich sicher auch andere Sorten, die auch auf dem Gaumen der Herren Aroma und den Genuss der feinen Brände tanzen lassen.

Eine andere Destillerie, die ich Ihnen bei der Gelegenheit empfehlen kann, ist Lantenhammer.  Die erste geschmackliche Kostprobe habe ich zufällig entdeckt, als ich nach den schriftlichen Prüfungen meines zweiten Examens mit Mann und Maus ein paar freie Tage auf einer oberhalb Schliersee gelegenen Hütte mit wunderschönem Blick über Tal und See und den putzigen winterlich verschneiten Ort Schliersee , der von dort betrachtet einer Modelleisenbahnanlage vor allem in der Blue Hour mit den kleinen leuchtenden Fenstern der Häuser und den Strassenlaternen wirkte. Und wo wir einige Tage mit Bulleröfchen-Feuer in der Stube drinnen verbrachten – ein paar Tage nicht ganz freiwillig , aber dank des unermüdlich Wärme liefernden Ofens  – verlängert dort verbrachten. Weil wir schlicht hüfthoch dort eingeschneit wurden. Und auch mit der Tragekiepe für den besten meiner Söhne war ab einer gewissen “Schneefallgrenze” bei Hüfthöhe das Beste, das man tun konnte : Das Beste daraus machen und eben einmal ein paar Tage eingeschneit Hüttenzeit verbringen. Und mit……….einer dort ein paar Tage zuvor im Dorflädchen  entdeckten Flasche eines Walnusslikörs. Der stammte aus der “Brennerei Lantenhammer”. Das war 1991.

Anfang der 90er Jahre wurde dann langsam auch eine Modernisierung der LANTENHAMMER Destillerie GmbH vorgenommen, die 1928 gegründet und seit Generationen von der Familie Stetter geführt wurde und wird.

Unter der Leitung von Andrea und Florian Stetter stellt die Destillerie in echter Handarbeit herausragende Edelbrände in Premiumqualität her. Damals wie heute gilt das Prinzip der absoluten Qualitätspolitik. In den Anfängen wurden hauptsächlich der Gebirgsenzian und einige Kräuterspezialitäten gebrannt. Anfang der 90er Jahre wandte man sich dem Brennen von Früchten zu und praktiziert dies seither mit viel Leidenschaft in Perfektion.

In den seither verstrichenen 20 Jahren hat nicht nur die damalige Form der Flasche des Walnusslikörs ein längst völlig neues, elegantes Design erhalten (der Inhalt ist unverändert feiner Genuss). Auch die Brennerei sich zu einer formidablen Destillerie modernisiert, die einen Besuch und Verkostung ihres Portfolios an Edelbränden und anderem wirklich lohnt. Lassen Sie sich von dem Webauftritt in Versuchung führen Und nicht nur davon überraschen, dass in Bayern Whisky hergestellt wird, sondern auch was für einer. Den müssen Sie allerdings selbst probieren. Sie sind in nächster Zeit nicht in der Gegend um den Schliersee? Für dieses Problem finden Sie reiche Auswahl an Alternativen in den Listen zu den Bezugsquellen und Hotels & Restaurants, wo Sie den Gaumen davon kitzeln lassen können. Bevor Sie dann vielleicht dort oder über den Shop der Destillerie das eine oder anderen für Ihren Gusto finden. (Psssst….. ich sage nur: Brände und Trüffel). Falls Sie für den Valentinstag noch ein ungewöhnliches Geschenk suchen – das eine oder andere könnte ja dort für Sie dabei sein?

Oder Sie schenken sich einfach einen Ausflug an den Schliersee oder den etwas höher gelegenen Spitzingsee und lassen sich bei einer Führung durch die Whisky Distillery dort eine Kostprobe einschenken. [Keine Bange – man wird nicht überall und immer am Schliersee oder am Spitzing eingeschneit….. das Schlimmste  ist aber  selbst das schliesslich auch nicht, so ein paar eingeschneite Tage Auszeit…….. jedenfalls nach meiner Erfahrung.  ;-))) ] Weitere Infos zu Destillerie, zu Führungen und anderem mehr hier.

Also,  wenn Sie das Rezept variieren wollen, soweit es um die geistreichen Zutaten und Aromen angeht….. dürfte Ihnen an Anregungen dazu nun kaum Mangel herrschen. Und  kleiner Tip: nicht nur mit Whisky, sondern auch  mit einem der Fruchtbrandliköre oder Edelbrände lässt sich das gut variieren.

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