Martiniganserl

Martiniganserl

Martiniganserl —– meine Martiniganserl, das ist eine kleine Geschichte zu einem Gebäck, kleinen und grösseren himmlischen Kindsköpfen und wie dabei auch das eine oder anderer fingerfood- und flinkeFingertaugliche Naschwerk entsteht und……auch vernascht wird.😉

Der 11. November ist dieses Jahr mit seinem besonderem Datum 11.11.11 ein besonders begehrter Tag in den Standesämtern, die im 15-Minuten-Tag die Termine abarbeiten werden. Der 11. November hat für mich selbst dieses Jahr ein Jubiläum meines Führerscheins, bei dem mein Fahrlehrer mir ange”droht” und wahrgemacht hatte, dass er dafür sorge, dass von den Prüflingen an jenem Tag ich die praktische Prüfung um 11.11 Uhr am 11.11. haben würde. Das war keine Bosheit, wir teilten mit Ausnahme eines Buchstabens seines Nachnamens den fast identischen Nachnamen und so hatte die Fahrschule mich der Gaudi halber bei ihm zugeteilt. Wir lösten die albern wirkende wechselseitige Anrede mit dem identisch klingendem Namen durch Duzen, ansonsten prägte ein rauhherzlicher Ton die Fahrschulausbildung bei ihm. Dass er in seinem anderen Leben Taxler gewesen war, prägte diese unverkennbar:  Er trat auf ‘s Gaspedal, wenn ein Fussgänger bei Rot für jenen meinen Weg kreuzen wollte, so dass der Wagen in Schwabings schmalen Strassen just vor der Kirche in der Hiltenspergerstrasse auf jenen zuschoss wie eine Trägerrakete.  Dabei grantelte er mich taxlertypisch und in Münchner Doppelgrant-Ton an “Wo gehören Fussgänger und Radfahrer hin?” und konterte auf meine  leise Antwort “Auf den Fussgängerweg und den Radweg barsch : “Unter die Erde !!!!!”

Ich habe zum Glück unter Stress gute Nerven – ich werde extrem ruhig. Ich wartete mit meiner verbalen Abreibung für ihn, bis ich anschliessend an der nächsten Ampel anhielt. Und ihm sehr ruhig, aber unmissverständlich androhte, dass ich ihn aus dem Auto schmeissen würde, sollte er je sowas wieder machen. Er stutzte, lachte und konterte “Warte bis zu Deiner Prüfung. Die leg ich auf den 11.11. um 11.11. Uhr. Dann schau ‘ ma mal, was ich da dann mach’ bei der Fahrt.”

Meinen Führerschein hielt ich am 11.11. um 11.14 Uhr in Händen, nachdem ich die Fahrt 2 Minuten zuvor beendet hatte.  In einer Seitenstrasse gegenüber dem Schwabinger Krankenhaus. ….. Nein. Ich sagte: Gegenüber dem Krankenhaus. Und zu meinem Fahrlehrer und dessen grösstem Vergnügen (während der Fahrprüfer bei diesen Worten nachträglich schreckhaft grosse Augen bekam, als er ausstieg) : “Hast Glück, dass Du heute nicht auf’s Gaspedal getreten bist……. sonst könnt’st den Rest des Tages da drüben verbringen oder gleich bei den Engerln Martinilieder sing’n” ………….. Nicht nur Fahrlehrer haben ein makaberhumoriges Gemüt….. ;-)…Fahrprüfer dagegen wirken mit sowas leichter erschreckbar. Muss an ihrem Job liegen. Und der Last der Verantwortung, wem sie das “go” oder “no go” geben, das sie von den Fahrlehrern unterscheidet, die “nur” auf “go” treten.😉

Martinitage sind special days.😉

Immer wieder lecker und zudem unkompliziert gemacht sind die Martiniganserl, ein Hefegebäck. Lauwarm schmecken sie besonders lecker. Das Rezept wurde von mir erstmals für den Laternenumzug dbmS “gezaubert”, einer der vielen Anlässe, bei denen man als Mitglied von Elternbeiräten in Kindergarten und Schule für solche Veranstaltung eben auch in der “süssen Pflicht” ist, die einen oder anderen kulinarischen Beiträge für Kids, Eltern und Gäste zu liefern.  In meinem Fall eine  “süsse Pflicht”, aus der so manche neue Kuchen-, Torten- , Salat- und pikante Gebäck-Rezepte entstanden. Vor allem “fingerfeedthemwithfoodtaugliche” . Für kleine wie grosse Hände bei solchen Veranstaltungen, Festen und  Feiern in Kindergärten und Schulen.   Und beim Martinitag  sollte es “irgendein süsses Gebäck oder so” sei.   Was Süsses, das die Kids (und vielleicht auch grössere Kindsköpfe) für, beim und vor allem nach dem Umzug zu heissen Tee, heisser Schokolade etc zum Aufwärmen nach novemberlichkaltem Laternenzug als  Nascherei bekamen. Und von denen nette, grosse, stattliche Pfarrer auch gern mit bissl ertapptem Blick verschmitzt lachend mehr als ein Ganserl naschen.  ;-)  So entstanden die Martiniganserl. Die mir noch ein paar Jahre jährliche Einladungen der Pfarrei zum Martiniumzug bescherten, solange der Pfarrer dort Dienst tat. Immer mit seinem handschriftlichen und an einer Stelle unterstrichenem PS: “Bringen Sie mir ein paar Martiniganserl mit?”

Kids werden grösser, Kindsköpfe bleiben, die Martiniganserl auch. Irgendwann unterwegs in der Zeit und in ihrem Laufe wird das dann  Familientradition.😉

Und bis diese Ganserl gebacken sind, zaubern Sie nebenbei gleich noch eine der Papierlaternen aus weissen Martinigänsen. Mit je einer weissen Gans aus DIN A 4 Bogen und einem zylinderförmigen Bauchinnenleben für die Drahthalterung für den Stecken zum Tragen  und das Teelicht darin, das die Ganserl, die weissen Federn am Bürzel und die aufgemalten Augen, Schnabel und Flügel leuchten lässt und Kinderaugen zum Leuchten bringt. [Und Eltern des Martiniumzugs auch. Ich spreche aus Erfahrung und vielfacher Beobachtung😉 ]

Zutaten für den Teig:

375 g Mehl
1 Packung Dr Oetker Hefe Garant
50 g Zucker
1 Vanillestange, das Mark davon oder 1 Pckg Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
1 Eiweiss
100 ml Milch
80 g weiche Butter

Zum Bestreichen vor dem Backen

1 Eigelb
1 El Milch
2 El gehackte Mandeln
20 Rosinen

Glasur nach dem Backen

4 El Puderzucker
1 Msp Zimt

Zubereitung:

Mehl mit der Trockenhefe in einer Schüssel vermischen, dann die übrigen Zutaten dazugeben und zu einem glatten Hefeteig aufschlagen. Bei der Trockenbackhefe Garant entfällt der Arbeitsschritt des Gangerls.

Wenn Sie stattdessen die “normale” Trockenbackhefe oder frische Hefe verwenden, gehen Sie bitte wie dabei für  Hefeteig üblich in den Arbeitsschritten vor.

Diesen Teig auf der Arbeitsfläche noch durchkneten und dann ca 1 cm dick ausrollen. Mit Ausstechform oder mit Schablone Gänse ausstechen und Flügel aus den Teigrändern.

Auf Backblech (mit Backpapier ausgelegt) legen, zugedeckt ca 15-20 Minuten ruhen lassen. Dann mit dem mit Milch verquirlten Eigelb bepinseln, je eine Rosine als Augen in den Kopf drücken, ein paar gehackte Mandeln auf die Gänse verteilen und die Gänse im vorgeheizten Backofen bei 175 ° goldbraun backen.

Danach etwas Puderzucker und eine Messerspitze Zimt mit wenig Wasser zu einem Guss glattrühren und über die noch warmen Gänse ziehen oder sprenkeln. Und für manche grössere Kindsköpfe dürfen Sie das Rezept ruhig bissl raffinieren und die Rosinen ruhig vorher 1 Nacht in Rum einlegen und auch welche davon in den Teig der Ganserl einarbeiten. Es könnte ein  Grund sein, warum Sie dann ebenfalls noch ein paar Jahre “Einladungen mit PS” bekommen. Könnte. Reine Vermutung………

Wünsche Ihnen einen zauberhaften martinitag mit vielen leuchtenden Augen und Augen-Blicken !

Tip für herzhafte Martiniganserl: Blinzeln’s doch mal DA rein.

© Copyright Rezept und Bild by Liz Collet

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