Teure Würze, teure Handelswege – Gesalzene Wegezölle und Maut ?

Salz: Teure Würze, teure Handelswege – Gesalzene Wegezölle und Maut ? Hat sich am Salz als Weg, über den Salzweg goldene Münzen im Säckel klingen zu lassen seit mittelalterlichen Wege- und Handelszöllen etwas geändert?

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Ein bisschen Gold im Täschel erhofft man sich bekanntlich aktuell von der Einführung einer Maut in Deutschland. Von durchreisenden Geschäftsleuten  und Touristen und weil das aus mancherlei Gründen rechtlich nicht geht, ohne sie auch vom Bürger in Deutschland zu verlangen, bedeutet das “entweder für alle oder doch nicht…..” Früher nannte man das Wegezölle und je nachdem wer das Zollrecht von alters her hatte oder von Landesfürsten geschenkt bekam, erlebte und erwarb wirtschaftliche Blüte. Bekannt ist das unter anderem von dem, was man als “Weisses Gold” bezeichnete.

“Weißes Gold” – damit bezeichnet(e) man nicht nur Salz, sondern auch andere Stoffe und Lebensmittel, die so selten oder schwer zu bekommen und damit teuer zu bezahlen sind, dass sie regelrecht oder sprichwörtlich in Gold aufgewogen wurden. Zucker, Spargel gehören bei Lebensmitteln dazu, Papier, Baumwolle, Elfenbein, Marmor und Porzellan aber ebenso. (Siehe auch   Bräuche  und Sagen rund um “Salz” hier)

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Wie wichtig  (bewusst dosiertes: siehe u.a. Beitrag zum Umgang mit Salz im Essen  – aus kardiologischer Sicht – )  Salz für den Menschen nicht nur für den Körper bei der Ernährung (siehe zB Info “Planet Wissen” zum Thema Salz hier, dort und da), in der Medizin (siehe zB hier) und wie wohltuend Salze für die Körperpflege und für Wellness sind (siehe zB Beitrag hier) oder werden sollen (für manche Gemeinden und Regionen, wie nur zB die Ideen, Pläne und Hoffnungen zB Bad Sassendorf  auf die Erträge und Segnungen des Salzes für Gesundheitswirtschaft    bei “Salzwelten am Hellweg” zeigen, flyer hier, Video dort ) – ernährungs- wie handels- und damit indirekt auch rechtshistorisch war Salz schon allein für die Haltbarmachung, Geschmack  und  Verarbeitung von Lebensmitteln und Handelswaren (Lederverarbeitung, Färberei, Keramik, uam)  essentiell.

 Salz galt schon in der Antike bei den Griechen und Römern als Geschenk der Götter. Die Steinsalzkristalle wurden ab dem Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert als Weißes Gold bezeichnet und mit Edelstein aufgewogen. Der Name für einen der jahrhundertelang bedeutendsten Handelswege, für den „Goldenen Steig“ hat seinen Namen vom Salz, das über diesen Weg gehandelt wurde, der im Mittelalter Böhmen mit der Donau verband. Dabei mussten nach Linz der Mittelgebirgszug des Böhmerwaldes, nach Passau der Mittelgebirgszug des Böhmerwaldes bzw. Bayerischen Waldes überquert werden.

Im Mittelalter gab es eine enge wirtschaftliche Anbindung des Ortes Salzweg an Passau, wo spätestens seit dem 10. Jahrhundert  die böhmischen Slawen   das lebenswichtige Salz holten, das ihrem Land fehlte. Am 19. April 1010 schenkte König Heinrich II., der spätere Kaiser, dem kleinen, reichsunmittelbaren Nonnenkloster St. Maria zu Niedernburg in Passau unter anderem die gesamten Zolleinnahmen des Warenverkehrs nach Böhmen. Diese urkundliche Erwähnung ist die erste zuverlässige Quelle über den bestehenden Handelsweg von Passau durch den “Nordwald” nach Böhmen, der jedoch weit geschätzt wird. Im Passauischen hieß dieser Weg, der ein Saumsteig und keine Fahrstraße war, im 13. Jahrhundert “via Boemorum”, “Salzweg” oder auch “Schefweg”. Letztere Bezeichnung kam vom  Weg zu den Schiffen, mit denen das Salz von Reichenhall bzw. Hallein nach Passau transportiert wurde. Weiträumig besiedelt wurde das Gebiet östlich der Ilz erst, nachdem es durch die erwähnte Schenkung zum “Land der Abtei” geworden war. Das zum Hochstift Passau gehörende Landgericht Oberhaus besaß seit 1193 die hohe Gerichtsbarkeit (das für schwere Verbrechen zuständig war). Zur Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit und für die alltäglichen Belange von Rechtspflege und Verwaltung wurde das Land in Ämter eingeteilt und jeweils ein Amtmann sowie ein Richter vom Kloster bestellt. Die ersten urkundlichen Nennungen Salzwegs und Straßkirchens datieren beinahe zeitgleich aus dem frühen 13. Jahrhundert. So findet sich zB in einer Urkunde des Hochstifts Passau   1209 ein “Olricus Salzweger” als Zeuge  und 1222 ein “Ulricus Salzweger”.   Der Ort war damit pfarrgeschichtlich und wirtschaftlich  eng mit der Passauer Ilzstadt verknüpft:  Hier bepackten die Säumer am Ufer, dem sog. Ilzgestade, ihre Pferde, hier hatten sich vom Salzhandel lebende  Gewerbetreibende angesiedelt, wie etwa die sog.  Schopper, die die Salzschiffe bauten, und die Gastwirte für  Unterkunft und Verpflegung für die Geschäftsleute und Reisenden.   Seit dem frühen 16. Jahrhundert ist für den Saumweg nach Böhmen die Bezeichnung “Goldener Steig” belegt, als Sinnbild für Reichtum und blühenden Handel auf diesem Weg mit seinen Hauptgütern   Salz und venezianische Waren von Passau nach Böhmen. Auf dem Rückweg bestand die Ware vor allem aus Getreide. Pferderitte und Regenfluten liessen den Steig oft tief in den Boden absinken. Diese Hohlwege hießen im Volksmund “Samergrobn”, “Solzgrobn” oder “Grubweg”.Im 17. Jahrhundert ging der Saumhandel auf dem “Goldenen Steig” gravierend zurück. Gründe waren der Dreißigjährige Krieg, der den Warenverkehr behinderte, sowie die wachsende Konkurrenz des bayerischen und östereichischen Salzhandels, der am Land der Abtei vorbeiführte, um auf diese Weise die niedernburgische Maut zu umgehen. 1706 wurde die Einfuhr fremden Salzes nach Böhmen verboten, was den Passauer Salzhandel vollständig zum Erliegen brachte. Der Verbindungsweg zwischen dem Hochstift Passau und Böhmen gewann später besonders wegen der ausgedehnten Rodung des “Nordwaldes” und der zunehmenden Besiedlung an Bedeutung, so daß aus dem ursprünglichen Pfad eine befahrbare Straße wurde.

Wie immer die aktuelle Haltung in oder aus  Bayern zur Frage der Maut ( siehe hier,  da sowie dort und  hier, da oder dort) und deren Auswirkungen für heutige Handelswege auch sein mögen: Es hat durchaus eine charmante Parallelität zu Wegezöllen der Salzstrassen, Handels- und Reisewegen alter Zeit, ( unabhängig davon, ob es ein rechtlich zulässiges Argument oder Kriterium sein kann für eine Mauteinführung) nicht zuletzt auch in Zeiten gegenseitiger Solidaritätspakt-Leistungen der EU-Handelspartner,  den Durchreiseverkehr  für Urlauber und Geschäftsreisende im “Transit- und Touristikland”  Deutschland Einnahmen aus Maut auch von Reisenden derjenigen Länder zu erschliessen, die selbst ja Maut im jeweiligen Land erheben(siehe dort auch Übersicht der Länder, die Maut erheben):  Zumindest mit dem Salz ist auch heute wieder “goldene Münze” zu machen: Für “Ursalz”, “Fleur de Sel”, Himalajasalz ……. lohnen sich die Ausgaben wirklich? Sehen Sie hier ein Video zum  Test.

Und zu Zusatzstoffen im Speisesalz den Videobeitrag mit Prof. Joachim Hoyer , Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Giessen und Marburg, bei Planet Wissen  hier.

Weitere Infos:

Network Old Salt Street

Planet Wissen – Salz

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Bildquelle: (C) Liz Collet

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