Maitage, Heringstage

 

Mit dem Einlaufen der Deutschen Marine mit

dem Minenjagdboot im Südhafen geht es morgen wieder los. Heringstage. In Kappeln. An der Schlei. Vom 12. bis 16. Mai 2010.  Vor beinahe 10 Jahren habe ich die ersten Heringstage in Kappeln erlebt. Ein Muss, wenn man Fisch liebt. Heringstage an der Schlei haben für mich seither 4 Assoziationen:

  1. Akuter Schlafmangel. Das kommt davon, wenn man den Terminkalender fast 1:1 doppelt belegt – mit Vortragspflichten in München im Bayerischen Hof bei einer dreitägigen internationalen Veranstaltung von Schadensersatz-Anwälten. Die enorme nächtliche Unternehmungslust entfalten und entsprechende Betreuung benötigen. Was bedeuten kann: Morgens gegen 5 Uhr nur noch zwischen K & K –  Kongress und Kanzlei den Segelsack und das Ölzeug einzusammeln. Und zum Bahnhof zu jagen. München – Hannover ICE, in H von einem Mitsegler eingesammelt zu werden. Und per Pkw dann von H bis an die Schlei die Augen mit blühendem Rapsgelb und XXL-Strong Coffee aus der Thermos wieder auf hallo-wach zu pushen. Nichtsahnend dass Abende an der Schlei und Nächte der Heringstage sowohl an Bord als auch an Land traumhaft sind. Romantisch allemal. Besonders vom Boot aus mit dem Blick auf die Schlei bei Nacht. Oder:  Spazieren Sie nächtens doch einmal am Museumshafen entlang. Fotografen finden in der Brücke zudem ein begehrtes Model für Nachtaufnahmen. Und auch sonst sind die Nächte an der Schlei besonders an den Heringstagen im Mai schlicht zu schade für Schlaf. Und ein Sonnenaufgang auf dem oder am Wasser in Kappeln oder ein Stück weiter an der Ostsee unnachahmlich. (Schlafen Sie also tüchtig vor).
  2. Gelb. Gelb. Und immer wieder: Gelb: blühende Rapslandschaft. Genuss pur. Vergisst man nicht wieder. Suchtpotential.
  3. Blaues Wasser. Auf der Schlei. Und bis hinaus auf die Ostsee. Und wenn man irgend kann, am liebsten mit der eigenen Angel an Bord. Und dann mit baumelnden Füssen vom Wasser aus das Getümmel landwärts betrachten. Und sich mit frisch gefangenen Heringen die leckerste Fischpfanne überhaupt zu zaubern. Am liebsten auf dem Spiritusbrenner an Bord. Oder in den Pfannen der lokalen Gastronomie.
  4. Weisse Segel. Ohne geht eigentlich nicht. Definitiv nicht.

Sehenswertes in und rund um Kappeln sind neben dem Museumshafen die Mühle “Amanda”, das historische  Sägewerk und die Angelner Dampfeisenbahn.

Falls Sie es nicht mehr bis Kappeln zu den Heringstagen schaffen: Alternativ könnten Sie noch die Hooksieler Heringstage besuchen. Für die haben Sie noch Zeit bis zum Pfingstwochenende am 22./23.5.2010.

Grüne Heringe, d.h. frische, junge, nicht eingelegte Heringe gab und gibt es seit meiner Kindheit auch in der Küche daheim. Man bekommt grüne Heringe  derzeit auch hier im Süden bei guten Händlern und auf dem Markt. Wenn Sie es also nicht zu den nordischen Heringstagen selbst schaffen, versuchen Sie das doch einmal: Meine Grossmutter briet sie nur in Mehl gewendet in Butterschmalz (Butter geht auch) , etwas Salz, Pfeffer, Zitrone und dazu gab es  reichlich Salat aus dem eigenen Garten, selbst eingelegte Gurken und natürlich knusprige Bratkartoffeln.

Gebackene grüne Heringe mit Bratkartoffeln © Liz Collet
Gebackene grüne Heringe mit Bratkartoffeln © Liz Collet

Von den Heringen wurden immer mehr gebraten, als für das Mittagessen gebraucht wurden. Und ein Teil davon mit einer würzigen Marinade anschliessend würzig eingelegt. Genuss pur.

Mehr Infos über :

Gebackene grüne Heringe mit Bratkartoffeln © Liz Collet

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