Im Angebot: Karottengemüse

© Liz Collet
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Herbstliche G’lüstl zu kleiner Münze

Ich kaufe prinzipiell mit Einkaufszettel ein.  Mein Einkaufszettel liegt auf dem Arbeitstisch, weil mir da die meisten Dinge so nebenbei einfallen. Und weil ich meist dazu Papierreste nutze, die zB durch einen Fehldruck von Schreiben aus der täglichen Korrespondenz anfallen. Meine Grosseltern, verwendeten dazu Kuverts der eingegangenen Tagespost, unbedruckte dünne Kartonbögen aus Verpackungen und anderes, zurechtgeschnitten auf Einkaufszettelgrösse. Auf dem Küchenschrank gleich neben der Eckbank und dem Tisch, zusammen mit einem Stift, griffbereit für die Notizen.

© Liz Collet
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Karotten

Erledigte Einkaufszettel landeten wie anderes Papier zum Anschüren im Holz- und Kohlenofen in dieser Wohnküche, dere inzigen heizung meiner Grosseltern. Auch an meinem Kühlschrank hing immer noch ein Einkaufszettel. Da hat dbmS immer aufgekritzelt, was grad ausging oder was ich doch mal wieder vom Einkauf mitbringen sollte. Er ist ja nun schon seit 2 Monaten down under und (schmunzeln Sie nur, so sind Mütter halt) der letzte Einkaufszettel von ihm, obschon erledigt, hängt da noch und schmunzelt mich an. Wenn er nächstes Jahr zurückkommt, werde ich seine “Einkaufswünsche” wieder parat halten.

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Nie ohne Einkaufszettel einzukaufen, ist das Prinzip. Ausnahmen im Laden werden dann gemacht, wenn

es  ein wirklich günstiges Angebot gibt. Dann wird entweder der Speisezettel kurzerhand geändert oder eine Zutat eben durch eine aus dem Angebot ausgewechselt. Wenn mir jemand sagt, er könne für 1 Euro kein gutes oder frisches Essen zubereiten, nutzt er diese Möglichkeit vermutlich einfach nicht oder nicht genug. Oder es scheint ihm zu schwierig. Ist es nicht. Aber es gibt genug Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen – oder wie ich selbst auch – Spass daran haben, auch sparsam zu kochen, und sei es auch nur immer wieder zwischendrin, um das eingesparte Geld lieber für anderes zu verwenden. Ab heute gibt es daher eine neue Kategorie hier, die mir schon länger im Kopf umherging: “Preiswert und Lecker”.  Voraussichtlich wöchentlich gibt es für diese Kategorie wenigstens ein Rezept.

Diese Rezepte sollen sich der 1Euro-Grenze (pro Kopf) für das Gericht nähern, aber nicht sklavisch in jedem Fall darunter bleiben. Bei der Überlegung zu Rezepten für diese Kategorie in den vergangenen Wochen habe ich aber immer wieder festgestellt: Meistens bleiben die Zutaten im Preis pro Person darunter. Nicht mitgerechnet in den Preis werden Ztaten, die man ohnehin im Haus hat, wie Öl, Salz, Gewürze im Glas, körnige Brühe etc. Durchaus mit im Auge beim Preis bleiben aber Zutaten wie Sahne oder Butter, wenn mehr als nur ein bis zwei EL etc für ein Rezept gebraucht werden. Der Rest ist dann “pi-mal-Daumen”. Und ich finde, zur blossen Orientierung, für Tips, wie man so mit “so ca” 1 Euro por Kopf rechnen und lecker kochen kann ist mehr Pingeligkeit auf den cent auch nicht nötig. Probieren Sie es aus und sie werden sehen, es bleibt im cent-Bereich. Wenn der Becher Sahne für 0,29 cent eingekauft wird, fällt  1 El davon nicht ins cent-Gewicht, richtig?

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Am Wochenende fiel mir ein Angebot in meinem Lebensmittelladen in die Hände für 1 kg Karotten zu 0,77 Euro.

Also Karotten, statt geplanter Kohlrabi. Das Rezept reicht für 3-4 Personen.

Karotten mit dem Sparschäler schälen (der kleine Burgherr freut sich über die Schalen und Endstück der Karotten),  waschen, je nach Stärke  der Länge nach halbieren oder vierteln und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Karottenscheiben in einen Topf geben, etwas Wasser dazu gießen, leicht salzen und zuckern und etwa 10 bis 15 Minuten nicht zu weich dünsten.

Man kann – wie in manchen älteren regionalen Rezepten oder hier bei den Wirtshausgeschichten gern gemacht – aus etwa 50 g Butter und 1 Esslöffel Mehl eine helle Einbrenne machen,  die noch ein wenig mehr Sättigungseffekt hat, mit etwas Sahne (oder Milch) und kalter Fleischbrühe glattrühren. Die Sahnesauce zu dem Gemüse geben, nach Geschmack salzen und pfeffern. Zum Schluss fein gehackte Petersilie dazugeben – umrühren –  fertig.

Meine persönliche Rezeptvariante ist dagegen: Nach dem Dünsten frische Petersilie oder Schnittlauch hacken oder in Röllchen schneiden. 1 Stich (Messerspitze Butter) und 3-4 El Sahne zu den Karotten geben, schwenken und etwas bei reduzierter Hitze reduzieren lassen, so dass eine leicht cremige Konsistenz entsteht, Kräuter darüber streuen, mischen, nach Geschmack mit etwas frisch gemahlenem Pfeffer oder einer Prise Cayenne abschmecken.

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Lecker und leicht

Wer so ganz ohne Fleisch oder nur mit Gemüse nicht glücklich zu machen ist, kann etwas gewürfelten Schinken, Wurstreste, Salami, Speck kross in unbeschichtetet Pfanne anrösten und über das Gemüse streuen. Auch Reste vom Braten oder Fleisch vom Wochenende zB  kann man würfeln und mit dem Gemüse gegen Ende der Garzeit untermischen. Pro Person genügt da bereits 1 El an “fleischlichem Topping”.

Das Rezept kann natürlich auch variiert werden mit anderen Gemüsen, wie zB Kohlrabi oder Zucchini.

Sie kochen für sich allein oder zu zweit? Dann frieren Sie den verbleibenden Teil ein oder pürieren das restliche Gemüse anderntag in etwas Brühe und Milch aufgewärmt mit dem Pürierstab auf und haben bereits eine Suppe als leichtes Mittag- oder Abendessen oder Vorspeise. Sie mögen anderntags nicht nochmal das gleiche Gemüse, auch nicht als Suppe? Wie gesagt: einfrieren – daraus dann eine Suppe zu zaubern, funktioniert auch ein paar Wochen später ebenso.

Einkaufstip:

Bei sehr günstigen Angeboten wie den Karotten ruhig doppelte oder dreifache  Menge einkaufen, putzen, waschen und in Scheiben oder Stücke schneiden und eine Hälfte roh einfrieren. Eignen sich als Wurzelgemüsevorrat für Suppe, Saucen, Gemüse, als Beilagen für herbstliche oder winterliche Gerichte, für Forelle oder anderen Fisch in der Folie gegart, kombiniert mit anderen Gemüsen und zu Fisch,

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