In den Strudel geraten

Strudel Light

Die ganz unkomplizierte Version von Apfelstrudel.
Für Schnell-Strudel-Hungrige.

Nein, nicht einfach die TK-Packung Apfelstrudel, die es ja auch gibt. Wer kennt die nicht. Ich bin damit quasi aufgewachsen. Zwei der rund TK-Apfelstrudel wurden da unaufgetaut aus der Packung nebeneinander ins gebutterte Bratreindl gegeben und mit Milch angegossen gebacken und dann ofenfrisch mit einem grossen Topf Vanillesauce als Mehlspeise auch mal als Abendessen auf den Tisch gebracht. Ich war ein echtes Apfelstrudelkind. Ich hätte mich da reinlegen können. Apfelstrudel war eine meiner Leibspeisen. Wie verbindend Leibspeisen auch aus der Mehlspeisenküche auch generationenübergreifend wirken, zeigt sich hier ;-)))
….. Auch wenn bei uns der Hersteller der TK-Strudel ein anderer war. Aber generationsübergreifend schmeckte es nicht nur, man lernt(e) es auch grad in der Mehlspeisenküche am besten von denen, die es selbst jahrzehntelang können. Finde ich.Wie man den Strudelteig und den Strudel selbst macht, hab ich aber bei meiner Oma gelernt. Vom Zuschauen und auch vom Selberausprobieren dürfen. Wenn meine Oma Strudel zubereitete, dann wurden Mengen von süsssäuerlichen Äpfeln geschält, entkernt und in Schnitze verwandelt, die mit Zimtzucker und Zitronen und dem “guten Stroh Rum” mariniert in einer der grossen weissen Emailschüsseln mit dem blauen Emailrand von kleinen zu grösserem Bergerl anwuchsen. Die Äpfel stammten von Bauern oder vom Bodensee, wo meine Grosseltern mit dem bordeauxroten R4 gern von den Ausflügen auch dieses herrliche Obst mitbrachten, das noch nach Birnen und Äpfeln duftete. Die Äpfel wurden einer neben dem anderen auf dem Schrank in der Schlafstube aufgereiht und dort gelagert und kamen manche länger, manche kürzer bis in den Winter, den aber keiner überlebte. Sie machten Karriere als Apfelstrudel, Apfelkiachl, Apfelmus, Apfelkompott, Apfelkuchen in allen Variationen und begleiteten als Mus oder Kompott dann Reiberdatschi, Pfannkuchen, oder Griesbrei und vieles anderes mehr. Nein, sie wurden nicht gespritzt oder sonst konserviert und der eine oder andere hatte deswegen auch mal eine wurmstichige Stelle. Diese Äpfel musste man hier und da mal ausschneiden und natürlich musste man sie regelmässig während dieses Wintervorrates kontrollieren und darauf achten, dass sie rechtzeitig verwertet wurden. Die letzten bekamen dann langsam eine leicht schrumpelige Schale, aber darunter schmeckten sie noch immer wunderbar, wenn sie dann in die Küche umzogen und dort ihrem Schicksal erlagen.Bei meiner Grossmutter lernte ich, dass und wie man den Strudel so zog und auf Leinen ausbreitete, dass man die berühmte Zeitung durch den hauchdünnen Teig lesen konnte.

Und bei den Ausflügen mit ihr und meinem Grossvater hinüber nach Österreich die Unterschiede zwischen dem bayerischen und dem österreichischen Strudel kennen – denn natürlich hatte mein Grossvater auch dort seine kleinen Geheimtipps, wo man die besten Schmankerl und Zutaten bekam. Und der kleine R4 mit dem Bildaufkleber eines Eichkatzerls, das ich von meinem manchmal über die Serpentinen der Paßstrasen hüpfenden Rücksitzes an der Konsole hinter der Handgangschaltung sehen konnte, duftete auf unseren Fahrten nicht selten nach noch heissem Holzofenbrot, das frisch aus dem Holzofen eines Bauern stammte und in leicht geöffnetem Papier “auskühlte”, nach dem Sack Kartoffeln, den Äpfeln, Birnen und Brombeeren oder im Wald gesammelten Schwammerln, nach Gselchtem und Gräuchertem, nach würzigen Landjägern und Stücken von Emmentaler von Höfen. Ich habe keine Ahnung, was meinen Grossvater davon abhielt, bis nach Italien hinüber auch nach der besten Quelle von Parmesan oder Parma zu suchen. Vielleicht weil beides zu der Zeit noch nicht so bekannt bei uns war, vielleicht auch einfach, weil er hatte, was er brauchte? Ich bin sicher, Spass hätte es ihm trotzdem gemacht, wenn ich ihn dazu später selbst mitgenommen hätte.

Auch den österreichischen oder Tiroler Strudel, den ich auf dem nur gebutterten Blech gebacken wurde, mag ich auch, serviert wird er dann aber bei mir zum Kaffee oder Tee, nicht als Mehlspeisengericht, das ja als Hauptgericht dient.

Obwohl ich ja die echt-Strudel-Version also auch nicht sooo schwierig finde, wenn man den Strudel…pardon…Dreh einmal raus hat und im Laufe der Jahre auch so manche verschiedene Strudelteig-Rezepte testete, hat sich bei mir für den Grundteig des Strudels einer am besten bewährt und der ist kinderleicht. Zudem kann man ihn nicht nur mit Äpfeln, sondern auch mit anderem Obst und vor allem auch in verschiedenen herzhaften Zutaten füllen für alle nicht so süssen Schmankerlliebhaber.

Aktuell passt da zur Jahreszeit mit der Weisskrauternte – egal ob mit Spitzkohl oder dem kugeligen – auch der Krautstrudel, den man sehr leicht und mit einem frischen Klecks Sauerrahm auch zu Federweissem oder einem jungen Weisswein servieren kann. Das klappt ebenso gut mit Wirsing als Füllung, vegetarisch oder mit etwas Speck oder Schinken. Für manche beim ersten Gedanken vermutlich ungewöhnlich, aber wirklich sehr lecker ist auch der mit Kartoffeln gefüllte Strudel.

Am liebsten bereite ich die doppelte Portion Strudelteig zu und fülle jeweilige Teilportionen des Teiges mit unterschiedlichen Füllungen, sowohl herzhaft als auch süss und backe sie dann in jeweiligen Reindln jeweils die süssen gemeinsam und getrennt davon die herzhaften gemeinsam im Ofen. Bei der Reihenfolge bitte erst die süssen und dann die herzhaften backen. Abgesehen von der effektiven Stromnutzung kann man den Strudel, der dann am Tag selbst nicht serviert wird, auch sehr gut portioniert einfrieren. Die Strudelstränge kann man dazu bereits entsprechend planen. Die für den TK-Vorrat werden dann zB nicht in der Längsgrösse im Reindl als ein Strang gebacken, sondern als kleinere Strudel mit der Länge, die quer im Reindl passend gebacken wird. So hat man auch zum Frosten und späterem Aufbacken an anderen Tagen einen kompletten kleineren Strudel, der ohne Anschnittfläche gefrostet, gebacken und serviert oder dann eben nach dem Aufbacken angeschnitten werden kann zum Servieren und garnieren.

Strudelteig ist – wie an anderer Stelle schon einmal beim Löffelfood-Event präsentiert – ein knusprig zartes Basic für elegantes Fingerfood.

Rawlinge

Nicht nur für süsse Desserts oder Kaffeetische oder süsse Buffets, übrigens, wie auf den beiden folgenden Bildern.


Lizchens Nymphenburger blauweisse Heidelbeer-Strudelchen

Johannisbeer-Strudelchen

 

Auch bei den Fingerfood-Strudelchens sind ungezählte herzhafte Varianten möglich.
Dazu werde ich dann in den kommenden Wochen noch etwas mehr zeigen, was zu dem Thema bereits in der Cucina neu rezeptiert und erprobt wurde.Für das heutige schnelle Apfelstrudel-Dessert “Light Strudel” nun das Rezept pro Person:1 TK-Blätterteig-Scheibe auftauen lassen.
1 Apfel halbieren, entkernen, eine Hälfte in Deko-Schnitze schneiden, die andere Hälfte in etwas dünnere Scheiben, alle mit etwas Zitronensaft beträufeln.
Die Blätterteigscheibe auf der einen Hälfte mit einem spitzen Messer vom Rand der schmalen Seite bis zur Mitte hin parallel mehrmals einschneiden, aber nicht bis zum Rand durchschneiden.
Backapfelscheiben auf der ungeschnittenen Seite der Teigscheibe nebeneinander schichten, 1/2 Tl Zimtzucker darauf streuen und nach Vorliebe Rumrosinen oder Rosinen hinzufügen. Die eingeschnittene Teighälte darüberklappen und am Rand festdrücken. Auf einem gebutterten oder mit Backpapier belegtem Blech bei 200° goldbraun backen.
Teller vorbereiten mit 1-2 El leicht angeschlagener und Prise Puderzucker gesüsster Sahne , den Apfelschnitzen und mit leicht fettfrei in beschichteter Pfanne gebräunten Mandelblättern sowie Zitronenmelissse oder Minzeblättern dekorieren.

Anstelle der Sahne kann man auch etwas glatt gerührten Joghurt oder einen Klecks Schmand dazu garnieren, die man nach Vorliebe ungesüsst oder auch leicht mit etwas Zitronenabrieb oder -Saft und Puderzucker mit Aroma aufhübschen kann.

Auch sehr fein ist, wenn man die leicht angeschlagene Sahne mit etwas Likör parfümiert.
Das kann man zu Apfel- oder Birnenstrudel zB mit etwas Holunderblütenlikör oder Birnen-Honig-Likör, wie etwa die Andechser Klosterbiene machen. Holunderblütenlikör kann man sehr leicht selbst herstellen, beispielsweise mit dem Holunderblütensirup von Sonnentor als basic für den Likör. Bekommt man aber auch fertig im Handel als Likör, wie derzeit bei Dallmayr im Sortiment. Auch Nusslikör oder Walnusslikör kann man dazu verwenden. Von allen genügt aber wirklich ein kleiner Spritzer.

Apfelstrudel nach dem Backen aus dem Ofen holen und mit etwas glatt gerührter Aprikosenmarmelade noch heiss bestreichen und nur leicht abkühlen lassen, noch gut lauwarm auf dem Teller anrichten und nach Vorliebe mit einer Kugel hausgemachtem Walnusseis oder anderem Eis (Mandel, Vanille, Amaretto, etc) toppen.

 

Häppchenlöffel von Contento, Bestellinfo rechts in der Menüleiste beim Button “Conento Wohnaccessoires” und direkt auch hier:
Happening Häppchenlöffel bei Contento in Porzellan.
Sie sind in 4er-Sets zu bekommen als Serie in “weiss”, sowie als “Color”, “Terra” und “Pastell”.

Details auch gern auf Anfrage.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s