Herbstlich herzig

Die Septembertage rund um meinen Geburtstag waren immer die letzten Ferientage. Mir waren sie immer lieber als die Augustferientage. Denn es war morgens noch und abends bereits wieder frischer, erfrischender, als an den heisseren und oft schwüldrückenden Sommerferientagen. Während andere das heissere Wetter liebten, weil es dann besonders erfrischend war, ins kühle Badenass in Bädern und an Seen zu springen, liebe ich meine Seen hier “hinter der Haustüre” wenige Fahrradminuten entfernt ebenso wie “meinen Starnberger”

und auch “meinen See im Blauen Land”, wenn eben diese Menschenwimmeleien sich langsam wieder von den Seen wegtümmeln.

Und ich sie wieder “für mich” habe. Mir sind sie dann noch lange nicht zu kalt und es ist schön, wenn man im September bereits durch feuchte Morgentauwiesen barfuss laufen kann,…auf dem Weg zum See. Und rundherum schon die Kastanien und Ahornbäume als die ersten sich gold und leicht ins roströtliche färben.

Die ersten Kastanien, Eicheln, Bucheckern und Hasels kann man schon aufsammeln und auf dem Weg vom See nach Hause nach dem Schwimmen hüpfen im Fahrradkorb einige hübsche Zweige bunten Laubs und farbenfroher Beeren zwischen den Herbstrosen für die Vase am Tisch in der Burg. Von einigen Hecken, an denen noch richtig schön duftende Rosen blühen, die an alte englische Rosen erinnern.

Und für Wanderungen, längere Radtouren und Ausflüge in die Berge ist das Wetter dann zuverlässiger und angenehmer. Licht, Fernsicht und Stimmungen der Landschaft sind – nach meinem Geschmack – dann viel intensiver.

Und wenn morgens schon sachte Herbstnebel über Wiesen, See oder dem Tal liegen, bis sich die Sonne den Weg sucht, ist das einfach atemberaubend schön, wenn das intensivere Blau des Himmels, das längerstrahlige, wärmere Licht und die leuchtenden Farben eines Ahornbodens sich küssen.

Zugegeben, gegen abends wird es dort und auch in der Laube dann beim Heimkommen schon frischer.

Aber für ein paar Stunden mit dem Reigen der Windlichter und den Messinglaternen ist es warm genug und gegen leichtes Frösteln hilft ja neben Kuscheln auch der Segelpulli in der Laube.

Um den Abend ausklingen zu lassen.

Und unmerklich wandelt sich die Lust auf andere Zutaten und Gerichte auch im menüzettel. Erdäpfel, Kartoffeln, Grumbeeren schummeln sich wieder lieber in die Gemüsereihen.

Und hie und da werden sie auf dem Stecken und in Folie gepackt über dem offenen Feuer an der Isar und an den Seen, die auch eine dunklere Farbe annehmen. Einer der jetzt faszinierendsten Seen ist der Walchensee, jetzt im Herbst dunkeltürkisblaugrün.

Auch an meinem See im Blauen Land kann es dann abends beim Weg um den See frisch werden. So dass man sich auf warmes Licht und gemütliche Heimeligkeit beim Heimkommen zu freuen beginnt. Und der Kachelofen und der Kamin verlockende Vorfreuden für die kommenden Wochen schon jetzt zu versprechen scheinen.

Und so langsam kommt auch die Zeit der Tartes und herzhaften würzigen Kuchen, zu denen der Federweisse und junger Wein noch leicht und spritzige Begleiter sind. Zwiebelkuchen, Quiche, Kartoffelkuchen, Gratins, Pfifferling- und Schwammerlquiches, Brokkolitartes… noch Gemüse, aber schon ein bisserl wärmender so lecker und würzig auf dem Ofen warm oder lauwarm auf den Tisch.

Eine ganz schnelle und leichte Variante ist die Spinat-Lachs-Tarte mit Basilikum-Lemon-Chantilly. Für 4 Mini-Herzen werden aus 200 g Mehl, 100 g Butter oder Margarine, 1 Tl Salz und etwas lauwarmen Wasser der Mürbeteig zubereitet. In Folie gepackt 1 Stunde kühlen.
In gebutterte Herzformen (oder eine Springform) Teig ausgerollt auslegen, mit Gabel einstechen. Das lässt sich übrigens an Ausflugtagen auch durchaus bereits morgens vorbereiten und die Form(en) zugedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.

300 g Lachs in würfelgrosse Stück schneiden. 1 Zwiebel klein würfeln und in 1 El Öl glasig angehen lassen, 400 g aufgetauten Blattspinat (TK) hinzugeben und dünsten, mit Salz, Pfeffer und 1 Prise Muskat würzen.

Den Spinat auf die Form verteilen.
2 Eier mit 1 Becher Sahne verquirlen und über die Spinattarte geben. Die Lachswürfel in die Spinattartes verteilen und die Tarte bei 200 ° ca 15 -20 Minuten goldbraun backen.

Lauwarm servieren. Pro Teller 1-2 mit etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer, gehacktem Basilikum abgeschmeckten Joghurt, Schmand oder Sauerrahm garnieren.


© Copyright Rezepte, Bilder und Texte by Liz Collet 
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