Risotto ist modern und beliebt. Und allerlei andere Reissorten wie die und jene und auch diese ebenfalls in ihrer Vielfalt.
Milchreis auch – wenn der kleine Hunger kommt. [Obwohl es mich ja immer wundert, dass bei anderen dieser kleine bunt gewindpockte Schreihals in der Werbung nicht auch so wie bei mir die Haarnerven anbrizzelt, bis die Haare sich bis zu den Nackenhaaren runter sträuben
]
Als Nachtisch oder so mal zwischendrin ist Milchreis beliebt. Aber überwiegend …leider nur dann. Dabei ist Milchreis als Mehlspeise, als Mittagessen früher ein preiswertes Essen gewesen. Früher – als Kind. Und: früher, zu Grossmütters Zeiten. Heutzutage scheint Milchreis allenfalls als “Soulfood” an manchen Tagen Renaissance-Momente zu erfahren. Oder wenn in NY
ein Gericht zum chicen Newie unter den immer wieder variierenden “food and go”-Konzepten avanciert oder zur Milchreis-Moderne deklariert wird (click auch für weitere Info da). Und auch bei FB seine Fans findet.
Bei meiner Münchner Grossmutter war Milchreis nicht nur in der klassischen Milchreisspeise als Grundrezept ein beliebtes Rezept. Sie bereitete aus dem gekochten Milchreis auch einen leckeren Reisauflauf oder Quark-Reisauflauf, den man – wie den Milchreis – dann warm als Hauptgericht oder Dessert oder auch abgekühlt gern als Dessert servieren kann. Und bei uns zuhause gab es “Reisbrei” ebenso wie Griessbrei regelmässig als Mittagessen, wenn wir aus der Schule kamen. Beide in der klassischen Variante mit Milch gekocht, mit Rosinen und Zimtzucker. Mit Apfelmus dazu. Oder frischen Früchten, wie Erdbeeren, mit Kompott aus den Weckgläsern, in denen die Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen der Sommererntezeit bis zum folgenden Sommer als fruchtige Süßigkeiten reihenweise im Kellerregal hinter dem gerafften bunten Stoff parat standen und den Speisezettel für derlei Lieblingsessen bestückten.Und auch bunte frische Beeren passen mit ihrer fruchtigsäuerlichen Süße nicht nur zu Mousse au Chocolat. Und auch schwarze Johannisbeeren sind nicht nur als Zutat für Parfait im Sommer eine fruchtige Leckerei.
Mancher mag auch Vanillesauce dazu.
Allein schon die Vielfalt heute verfügbarer frischer, in Gläsern oder als TK konservierter Früchte eröffnet ungezählte Varianten, den Klassiker preiswert wieder auf den Tisch zu bringen. Ideal auch für die preiswerten Montagsschmankerl. 500 g Milchreis sind für 0,39 bis 0,59 Euro im Handel zu bekommen. Für 4 Portionen genügen 125 g Milchreis. Wenn Sie so süße Breimäulchen in der Familie haben, wie ich, schadet es nicht, etwas mehr davon zuzubereiten – für die mit dem langen Löffel, der auch zwischen den Mahlzeiten der Versuchung nicht widerstehen kann, immer wieder an den Topf zu schleicheln und davon zu naschen.
Mein Lieblingsrezept:
500 ml Milch
1 Msp Butter
1 Prise Salz
Mark einer Vanilleschote oder 1 Msp Vanille gemahlen
zum Kochen bringen,
125 g Milchreis einrühren und bei reduzierter Hitze unter regelmässigem Rühren ca 30 Minuten garen.
Innerhalb der letzten 10 Minuten Garzeit dann etwas Abrieb einer Zitrone und wenn man solche mag 80 g Rosinen hinzufügen.
Zuletzt 100 ml Sahne unter den Milchreis rühren und noch ca 10 Minuten im geschlossenen Topf bei ausgeschalteter Herdplatte ruhen lassen.
Garnieren, Aromatisieren und Servieren:
Dann nach persönlicher Vorliebe mit Zimtzucker, klassisch mit Apfel, mit frischen oder eingelegten Früchten, Apfel- oder Birnenmus, mit frischen Früchtchen quer durch die Farb- und Fruchtauswahl von Physalis, Kiwi, frischen oder eingelegten Aprikosen, roten oder dunklen Beeren, liebevoll und üppig beerig angerichtet, oder mit Orangen , Preiselbeeren oder Cranberries u., die auch als TK-Ware oder getrocknet mit etwas Flüssigkeit gekocht fabelhaft zu Reis passen und auch für Gäste fein servierbar sind. Oder auch mal mit leicht gebräunten Mandelstiften oder anderen Nüssen garnieren und warm oder abgekühlt geniessen. Und im Sommer lohnt es sich, Milchreis (oder auch Griessbrei) einfach mal mit zarten Blüten zu garnieren, die nicht nur zu fruchtigen Quarkspeisen oder Joghurtschalen gut schmecken. Achten Sie doch in den kommenden Wochen schon einmal in Ihrem Gartencenter oder im Saatgutladen auf Saatgut für derlei Blüten, dann haben Sie rechtzeitig und immer frische im Sommer dafür parat. Selbst in meiner kleinen Dachgartenlaube sind sie unkompliziert mit wenig Aufwand vorhanden. Fündig werden Sie in München zB immer hier für viele interessante Saatgutsorten.
Sie können aber auch einfach mal mit Aromen spielen.
Probieren Sie einmal 1 Tl Rosenblüten als Aroma: Dazu wird 1 Tl getrockneter Rosenblüten (zB von Sonnentor) zerdrückt und mit erhitzter Sahne übergossen. Lassen Sie diese über Nacht zugedeckt im Kühlschrank ziehen. Anderntags seien Sie die Sahne durch ein Teesieb direkt in den Milchreis ab, wenn Sie die Sahne wie im Rezept oben beschrieben hinzufügen. Süssen Sie dann nicht mit Zimtzucker, sondern mit ein wenig Rosenblütensirup oder Akazienhonig oder Rosenblütenhonig und garnieren Sie zB nur mit frischen Beeren, die zu dem zarten Rosenaroma besser als andere Früchte passen und ihn nicht zu sehr verdrängen. Auch sehr fein ist es, den Milchreis zB mit nur leicht ankaramellisierten Mandelblättchen zu dekorieren.
Wenn Sie nicht so sehr auf Blütenaromen stehen, gefällt Ihnen eine Version mit Espresso vielleicht besser? 1 El ganze Espresso- oder Kaffeebohnen in einem Topf schwenkend erhitzen, bis sie zu duften beginnen, dann mit der Sahne übergiessen und vom Herd nehmen. Wenn Sie mögen, geben Sie vorher noch eine kleine Prise gemahlenen Kardamom über die Kaffeebohnen. Über Nacht wie bei den Rosenblüten aufbewahren und anderntags für den Milchreis verwenden. Auch dazu passen gut Deko wie Mandeln oder Nüsse, Beeren oder zB Kirschen.
Feines Aroma und Farbe bringen auch ein paar Safranfäden oder Zimtblüten ins Spiel, wenn Sie ihn mal anders aromatisieren wollen. Aber auch Aroma von Orangenzesten ist eine interessante Variation, egal ob Sie dazu unbehandelte Orangen oder Aroma von hier zB verwenden.
Und warum nicht mal für das Buffet oder das Fest Milchreis lecker als “Dessert to Go” im Espressotässchen anrichten?
Ich süsse den Milchreis übrigens grundsätzlich immer erst nach dem Garen oder zum Servieren. Damit reduzieren Sie auch das Risiko, dass er ihnen vielleicht am Topfboden anliegt oder anbrennt. Und Sie haben den Vorteil, dass Sie dann noch die Wahl zwischen verschiedenen Süßmitteln haben, je nachdem welche Früchte oder Aromen Sie hinzufügen wollen.
© Bild, Rezept und Text : Liz Collet
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