
Adventsbacken an der Küste…..und bei Ihnen so?
Auch an der Küste und auf den Inseln warten manche schon zappelnd auf das Plätzchenbacken. Wie alle Jahre wieder. Mit dem Plätzchenbacken halten die einen es so, dass sie sich damit erst die Adventszeit selbst die Zeit vertreiben. An den Adventssonntagen beispielsweise. Das ist natürlich auch nett. Aber erstens möchte man
zum Advent und zum gemütlichen Zusammensein in der Familie und mit anderen netten Menschen ja bereits Adventsgebäck für die gemütlichen Stunden anbieten und geniessen. Und zum anderen bin ich persönlich nach dem 2. Weihnachtsfeiertag für Weihnachtsgebäck nicht mehr zu haben. Wenn also erst so spät gebacken wird, dass dann noch Gebäck bis über die Feiertag hinaus reicht, ist das nix für mich. Bei uns galt immer schon, dass das Weihnachtsgebäck zum 1. Advent bereits gebacken ist. der 1. Advent für eine letzte Sorte vorbehalten ist, die dann noch gemeinsam gebacken wird. Und dann die Gemütlichkeit einsetzt. Eine Gebäcksorte, die es bei mir lebenslang nie wieder geben wird, ist Buttergebäck, das mit Ausstechformen ausgestanzt, gebacken und mit einem Zitronenzuckerguss bepinselt und dann mit bunten oder Schokostreuseln bedeckt wird. Wenn SIE an mehr als einem Adventssonntag damit als Kind verbracht hätten, bei dem dieses Gebäck produziert und von IHNEN von einer der XXL-Emaille-Schüsseln in endlosen Reihen auf Abtropfgitter oder Kuchenroste gelegt werden und dann bestreut werden musste, während der in der damaligen Küche in der Luft hängende süsspappige Guss unvermeidlich die Fingerspitzen bei aller Vorsicht immer wieder beklebten. Und die Streuselsorten in den beiden Schalen kein Ende zu nehmen schienen. Während diejenigen, die genau diese Sorte wünschten, sich an der Arbeit daran nicht beteiligten oder spätestens nach dem “Teigbatzln” oder schon währenddessen fahnenflüchtig wurden und “Besseres” im Spielzimmer zu tun hatten oder sich zum Fernsehen begaben, SIE würden diese Arbeit zu den Folterarten auch nach mehreren Jahren dieser Gebäckherstellung auch gleich neben die chinesische Tröpfchenfolter auflisten. Dabei mochte ICH diese Sorte des Gebäcks ohnehin weniger als andere Gebäcksorten. Und von denen wurde seinerzeit reichlich gebacken. Weil Grosseltern und andere ältere Verwandte, die nicht mehr selbst Weihnachtsgebäck gebacken haben, teils auch andere damit in der Adventszeit beschenkt wurden oder nur zu gern nicht nur davon naschten, sondern auch davon gern mitnahmen nach Hause.So füllten sich an manchen Weihnachten die mit Papier ausgelegten Blechdosen. wie zB den grossen truhengleichen Blechdosen der Nürnberger Lebkuchenbäcker Schicht um Schicht und sortiert nach Sorten,zu denen auch Vanillekipferl, Terrassen, Kokosmakronen, Haselnussmakronen, Zimtsterne, goldgelb mit Ei bepinseltes Buttergebäck mit Mandeln darauf gesetzt, u.a. gehörten, mit bis zu 23 kg (!) Weihnachtsgebäck.
Sie ahnen es,….. am meisten mit den pappsüssen Sternen, Herzen und Monden mit dem bunt bestreutem Guss. Und die mit Plätzchen Beschenkten mochten alle die besagte “Foltersorte” auch besonders gern. Gern verschenke ich anderen. Nicht nur Plätzchen. Und ich habe die Freude am Backen und auch am Plätzchenbacken mitnichten damals verloren, im Gegenteil.
Ein paar Jahre später habe ich – nach diversen anderen Jobs seit ich 14 war – als 17jähriges Mädel in einer Bäckerei neben der Schule zu arbeiten angefangen und mir nicht nur damit mein Studium selbst finanziert, sondern diese Arbeit sehr geliebt. Und finde es bis heute faszinierend und spannend und schön, wenn ich hier und da in fremden Backstuben und Backbetrieben Gelegenheit habe, reinzuspitzen oder auch mitzubacken. Ob es ein italienischer Betrieb wie dem des Vaters von Gianna Nannini in Siena ist oder die winzige Backstube eines ehemaligen Bäckers, die dieser sich im Keller seines sehr schönen grossen Gästehauses an meinem Lieblingssee im Blauen Land eingerichtet hat.
Der hatte in 2. Generation eine wunderschöne Bäckerei gehabt. Die sein Sohn, ebenfalls Bäcker später weiter allein führen sollte. Bis er durch einen betrunkenen anderen Autofahrer bei einem Autounfall tödlich verunglückte. Und die Tochter den Betrieb nicht weiterführen konnte. Die Backstube wurde aufgelöst, man baute und führt seither ein wunderschönes Gästehaus am See und ein Haus am Hang mit Ferienwohnungen. Aber wer Backen liebt, lässt nicht davon. Das weiss ich von mir. Und so duftet es bei “Papa Wagner” auch im Gästehaus morgens nach Frischgebackenem. Wo ich liiiebend gern mit ihm morgens ab halb 5 Uhr in meinen Winterferien auf kaum 3 qm Raum zwischen Ofen und Arbeitsflächen Frühstücksgebäck für die Hausgäste des Gästehauses und der Ferienwohnungen am Berglhang oben aus dem Teig rollte, formte, zur Brezen, zu verschiedenen Semmeln, oder zu Vollkornstangerln drehte oder Croissants und andere süsse Sachen, was man bei den Gästen halt wünschte, die im Gästehaus in der Stube frühstücken. Und was bei den Gästen der Ferienwohnungen am Hang oben dann frühmorgens frisch und duftend und still und leise an die Klinke der Wohnungstüren gehängt wurde.
Aber (man möge es mir nachsehen), alle Lust am Backen hin oder her. Bei den Folterplätzchen mit dem Zitronenzuckerguss bin ich unerbittlich . Die gibt es nie wieder. Und den netten Menschen, die in meiner Kindheit mit Plätzchen beschenkt wurden, hab ich immer besonders gern von dieser Sorte am meisten in den Mischungen mit den anderen Sorten eingepackt. Weil sie wie der süsse Brei in besagtem Märchen für mich waren. Eine Endlosnummer. Und ich sah DIESE Sorte immer gern in den Blechdosen schwinden. Und schwor mir damals schon, dass in meinem eigenen späteren Haushalt diese Sorte nie wieder gebacken würde. Und von den Sorten, die dann gebacken würden insgesamt nur so viele, dass nach dem 2. Weihnachtstag keine mehr übrig wären.Man muss nicht alle Traditionen fortsetzen. Und vor allem nicht solche, die dazu führen, dass man fast noch bis Ostern Plätzchen essen muss
)))
Sondern nur solche, die man gerne lebt. Oder eben so, dass man sie gerne lebt. Alles andere würde aus Traditionen nur Pflichtübungen, leeren Hülsen gleich, machen. Zu den Weihnachtsplätzchen, die es bei mir gibt, seit ich meinen eigenen Haushalt habe , also seit meiner Studentenzeit, peu à peu in den kommenden Posts. Heute mal ein Alternativvorschlag für das Adventsgebäck für alle, die absolut und ganz und gar keine Weihnachtsplätzchen mögen oder backen mögen. Es müssen ja nicht Plätzchen sein. Verzaubern Sie doch einfach mal Muffins mit winterlichen Aromen und Gewürzen oder “Kostüm” , sprich Glasur und anderem adventlich und weihnachtlich. Sie sind mühelos und schnell gebacken, können auch kurzfristig für den Adventssonntag in den Ofen geschoben werden und ganz nach Bedarf. Was übrig bleibt ( wenn das überhaupt vorkommt), kann man problemlos ins TK-Fach geben. Aber bei der Teigmenge, die man ja auch in kleineren Maßen wählen kann, dürfte das eher selten sein.
Wie wäre es zB mit Kokosmuffins, bei denen man nach Wunsch auch Ananasstücke mitbacken kann. (Mein Rezept für diese Muffins habe ich hier bei BonGusto publiziert)
Vanillemuffins mit Puderzucker herzig oder Haselnussmuffins mit Schokoladenglasur und gebräunten gehackten Nüssen dekoriert.
Marzipan-Mandelmuffins mit einer Prise Zimt und Krokantmandelsplitter (Mein eigenes Rezepthabe ich bei BonGusto hier veröffentlicht)
Auch sehr lecker sind Pistazienmuffins mit Glasur und Pistazienkernen
um nur einige wenige Beispiel zu nennen.
Anstelle von Backrekorden bei der Weihnachtsbäckerei bleibt bei diesen oder bei kleineren und bereits vor Beginn des Advents weitgehend gebackenen Plätzchen vor allem für das mehr Zeit, wofür der Advent doch eigentlich steht. Stehen sollte. Zeit zur Besinnung. Für sich. Für andere. Miteinander. Gemeinsam Zeit verbringen. Sich und sich gegenseitig Zeit schenken. Zeit nehmen auch einmal wieder Briefe zu schreiben, oder eine schöne Grusskarte. Adventssonntag oder die Samstagnachmittage oder -abende der Adventswochenenden sind dafür so besonders gemütlich und behaglich. Heimeligkeit bei einer Kerze auf dem Tisch oder dem Windlicht. TV aus und eine schöne CD an. Kanne Tee oop’em Stövchen mit Kluntjes und Sahne wie an der Küste oder wie ich ihn auch mag : Starker schwarzer Tee mit einem Spritzer frischer Zitrone.Vielleicht mögen Sie aber lieber eine heisse Schokolade oder aromatischen Früchtetee oder nach einem ausgiebigen Spaziergang vorher eine Tasse Punsch, Glühwein oder Früchtepunsch, während es in der Wohnung noch nach den morgens gebackenen Muffins duftet und Sie sich die Zeit für die Post nehmen. Nicht nur die dann vor Weihnachten üblichen E-Mails und weitergeleiteten Mails oder gar Serienmails , die aus dem Adressfeld reihenweise an das halbe Adressbuch geleitet werden. Wer sagt, dass man nicht schon ein, zwei Wochen vor den Weihnachtstagen Adventspost mit den Weihnachtsgrüssen schreiben und dann oder auch ein paar Tage zuvor dann eben abschicken kann? Und damit mehr Zeit gewinnen und einen Gang zurückschalten, von dem, was dann – wie es immer wieder stöhnend heisst – Weihnachtsstress ist.
So freue ich mich schon auf ein paar Weihnachtskonzerte in der Adventszeit. Wie die Einladung zum Konzert eines Kirchenchors, dem eine ganz besonders nette Nachbarin angehört. In einer Kirche, die nahe dem Schloss Nymphenburg liegt, also um die Ecke meiner 2. Kanzlei am Kanal, wo man vor dem Konzert abends noch Zeit hat, einen schönen Spaziergang zu machen.
Und auch schon in Vorbereitung ist der Adventskalender, der wie im letzten Jahr täglich ein Türchen öffnen wird. Daran wird noch ein wenig gebastelt und hin und her überlegt bei manchen Türchen, was diesmal dahinter versteckt wird. Aber psssst…dazu dann später mehr.
Vielleicht haben Sie dann sogar Zeit für die Dinge im Advent, die Sie schon lange nicht mehr tun konnten, immer mal oder immer mal wieder machen wollten. Schreiben Sie doch einfach mal DIESE Liste, bevor Sie die Weihnachtsgeschenkeliste notieren…………. und versuchen Sie, von jener ersten 4 Wünsche wirklich zu erfüllen. 4 – für jeden Adventssonntag einen. Das könnten schon 4 Dinge sein, die Sie am Heilig Abend nicht bedauern, wieder einmal nicht getan zu haben und die erst am Neujahrstag dann auf der Liste der Vorsätze auf ein neues Jahr vertröstet werden.
Und Sie so – was stünde da auf IHRER Liste?
Filed under: Bakery, Dolci Vita, Ernährung und Wellness, Festliches & Anlässe, Fine Art, Foodfotografie & Stockfotografie, Greeting Cards, Grusskarten, Hotellerie und Gastronomie, Kalender, Leinwand, Poster, Preiswert & Lecker, Print, Regionale Küche, Saisonal, Advent, Adventsgebäck, Adventszeit, Backen, Backhandwerk, Bäckerei, Dessert, Gebäck, Genuss, hausgemacht, Landküche, Muffins, Poster, preiswert, Print, Produkt, Sorten, sparsam, Weihnachten, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsgebäck










![Garten-Koch-Event Mai 2012: Kopfsalat [31.05.2012]](http://farm8.staticflickr.com/7181/7149740871_fffe22ce21.jpg)




